Apotheker in Bayern leisten wichtigen Beitrag in der Palliativversorgung

15.12.2016 10:12

München, den 15. Dezember 2016  Besteht bei einer schweren Krankheit keine Chance auf Heilung, werden die Patienten palliativmedizinisch betreut. Ziel der Palliativversorgung ist es, Symptome wie Schmerz, Atemnot, Übelkeit und Erbrechen zu lindern und somit mehr Lebensqualität trotz unheilbarer Krankheit zu ermöglichen. Ärzte, Pfleger, Psychologen, Sozialarbeiter und Apotheker arbeiten in der Palliativversorgung eng zusammen. In diesem Team übernimmt der Stammapotheker eine bedeutende Rolle:

„Wir Apotheker am Ort sind oft die ersten, die von einer lebensbedrohlichen Erkrankung erfahren und die Nöte und Sorgen der Menschen wahrnehmen. Dadurch können wir den Patienten und ihren Angehörigen den Weg weisen zu verschiedenen Angeboten, beispielsweise zu den Beratungsstellen“, sagt Apotheker Dr. Volker Schmitt, Pressesprecher der Apotheker in Bayern.  Das Apothekenpersonal wird dabei oftmals zum wichtigen Wegweiser, Vermittler und Vertrauten für Schwerstkranke und deren Angehörige. Die Apotheker vor Ort organisieren aber vor allem die Versorgung des Patienten mit Medikamenten, Hilfsmitteln und Pflegepräparaten, sie stellen Individualrezepturen her und kontrollieren die Einhaltung der Vorschriften zur Lagerung von Betäubungsmitteln wie zum Beispiel Morphin in Einrichtungen der Palliativversorgung. Dr. Schmitt: „Nicht selten werden beispielsweise Übelkeit und Atemnot durch Nebenwirkungen von Arzneimitteln verursacht. Hier kann der Apotheker als Arzneimittelspezialist Probleme erkennen und Lösungen anbieten.“

Gerade in der Palliativmedizin ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Arzt, Pflegedienst und Apotheker eine wichtige Grundlage: „ Nehmen Sie als Beispiel  die Schmerzlinderung“, sagt Apotheker Dr. Schmitt. „Wir Apotheker prüfen die Rezepte zum Beispiel, ob die verordneten Schmerzmittel  ausreichend hoch dosiert sind, ob der Einnahmezeitpunkt stimmt oder auch, ob die verordnete Menge übers Wochenende reicht. Mitunter suchen wir dann das Gespräch mit dem Arzt.“ Auch im nicht-rezeptpflichtigen Bereich ist Beratung nötig, erklärt Pressesprecher Dr. Schmitt. Außerdem könne die Apotheke den Pflegedienst informieren, wenn sie Probleme in der Arzneitherapie vermutet.

Die Apotheken vor Ort decken alle Dienstleistungen für eine palliativpharmazeutische Versorgung ab. In der Praxis ist es sehr hilfreich, wenn ein persönliches und enges Verhältnis zwischen Patienten, deren Familien und der Stammapotheke besteht.