Beispiel Bayern zeigt: Es geht voran!

»Ein Indikator dafür, dass immer mehr Menschen falsche Essgewohnheiten haben, ist der ständig steigende prozentuale Zuwachs an übergewichtigen Kindern und Erwachsenen. Auch wenn mittlerweile in unzähligen Artikeln der Publikumspresse Hinweise zu einer gesunden Ernährung gegeben werden, sind diese allgemeinen Appelle in der Regel nichts weiter als die Blaupause für ein vorübergehend schlechtes Gewissen. Eine individuelle Beratung können sie nicht ersetzen. (C. Ritzi, Apothekenpraxis, 25.10.2004)«
Diese persönliche Beratung bieten in Bayern auch Apotheker, die sich durch eine 100-stündige Weiterbildung bei der Bayerischen Landesapothekerkammer als Ernährungsberater qualifiziert haben. Darüber hinaus bieten die weitergebildeten Apotheker auch Vorträge und Gruppenberatungen zum Thema Ernährung an. Für den Apotheker als Ernährungsberater sprechen gute Argumente: Die fachlich hervorragende Weiterbildung und das flächendeckende Netz machen die lokale Apotheke zu einer niedrigschwelligen Anlaufstelle für die Bevölkerung. In Bayern lassen sich pro Tag etwa 550.000 Kunden in der Apotheke beraten und können dabei die zusätzliche Dienstleistung einer Ernährungsberatung nutzen. Weitergebildete Apotheker schließen an dieser Stelle etwaige Lücken in der Versorgung der Bevölkerung.
Die Apotheker leisten Aufklärungsarbeit und beraten bei fehlerhafter Ernährung. Ziel ist die Vermittlung und Förderung einer gesundheitsbewussten Ernährungsweise, um ernährungsbedingte Beschwerden zu lindern und den Medikamentenverbrauch zu reduzieren. Die Ernährungsberatung ist vor allem für Erwachsene interessant, die auf Grund einer Fehlernährung erkrankt sind oder deren Erkrankung durch falsche Ernährung mit verursacht wurde. Sie richtet sich auch an Personen, bei denen eine Ernährungsumstellung die Therapie unterstützen kann. Hierzu zählen insbesondere Stoffwechselerkrankungen, zum Beispiel Diabetes, Erkrankungen der Verdauungsorgane, Herz- und Kreislauferkrankungen, Allergien, Osteoporose und Krebserkrankungen.
Darüber hinaus engagieren sich Apotheker als Ernährungsberater auch beim Thema Prävention: Zahlreiche weitergebildete Apotheker haben sich dem Projekt XUNDI angeschlossen. XUNDI ist eine Aktion der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns, an der sich niedergelassene Ärzte, Psychotherapeuten und Apotheker beteiligen. Das Projekt richtet sich an örtliche Kindergärten – mit dem Ziel, Kinder bereits in jungen Jahren über die Bedeutung einer gesunden Ernährungsweise aufzuklären. Falsche Ernährung, Bewegungsmangel, verpasste Vorsorgeuntersuchungen oder mangelnde Information der Eltern können bereits im Kindesalter den Grundstein für spätere gesundheitliche Probleme legen. Niedergelassene Ärzte, Psychotherapeuten und Apotheker möchten dem entgegenwirken. Sie bieten sich interessierten Kindergärten ihrer Umgebung kostenlos als Kooperationspartner an, um gemeinsam über gesundheitliche und medizinische Themen aufzuklären. Neben der gesundheitlichen Schulung von Kindergartenkindern, sind Erzieherinnen und Eltern nicht nur als Kooperationspartner, sondern auch als eine Zielgruppe der Aufklärungsarbeit gefragt. Weitere Informationen zu XUNDI finden Sie auch unter www.xundi.de.
Im Folgenden finden Sie eine Liste mit Namen von Kollegen, die sich schon weitergebildet haben und beim Thema Ernährungsberatung besonders aktiv sind. Damit können Sie sich bequem per Mausklick informieren, wer der jeweils nächstgelegene Apotheker ist, bei dem sie sich professionell beraten lassen können. Am Projekt Xundi interessierte Kindergärten bzw. Eltern können sich mithilfe der »Liste der Apotheken / Apotheker/innen in Bayern, die sich am Projekt Xundi beteiligen« informieren.