Informationen über das Coronavirus und seine Folgen Was Apothekerinnen und Apotheker über die aktuelle Situation wissen müssen

Die Ausbreitung des Coronavirus zeigt einschneidende Folgen - unter anderem hat der Freistaat Bayern den Katastrophenfall ausgerufen. Auf dieser Seite bündeln wir für Apothekerinnen und Apotheker die für sie relevanten Informationen über das Thema. Wir aktualisieren diese Seite fortlaufend, passen sie neuen Entwicklungen und bauen sie aus.

Das gilt auch für unser Merkblatt "FAQ - COVID-19 (Coronavirus SARS-CoV-2)", auf dem Sie die wichtigsten Informationen dieser Seite zum Herunterladen und Ausdrucken finden.

Die ABDA hat ebenfalls FAQ zum Thema zusammengestellt, die Sie auf der ABDA-Website im Mitgliederbereich - also nach einem Login - herunterladen können.

FAQ zum Coronavirus

Zu den FAQ der ABDA

Die Inhalte auf dieser Seite haben wir nach Rubriken geordnet. Per Klick auf den Namen der Rubrik springen Sie direkt dorthin.

Einen herzlichen Dank an unser bayerisches Apothekenpersonal!

Kompetente Beratung, Organisation des Apothekenbetriebs unter hohem Zeitdruck und dabei immer ein Lächeln für die Patientinnen und Patienten: Unsere BLAK-Köpfe auf dem Foto stehen stellvertretend für Sie alle, die die Apotheken im Freistaat stets zur wichtigen Anlaufstelle vor Ort machen. In diesen unbeschreiblich anstrengenden Zeiten gilt das noch mehr denn je. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren Apotheken leisten derzeit Unglaubliches. Das wissen wir alle hier in der Kammer.

Deshalb danken wir Ihnen herzlichst für Ihren unermüdlichen Einsatz. Bitte weiter so, denn die Apotheke vor Ort ist einfach unverzichtbar!

Aktuelle Informationen zur Coronakrise finden Sie auch auf unserer Facebook-Seite.

Apothekenbetrieb und Dienstbereitschaft

Die Politik hat klargestellt, dass versorgungsrelevante Unternehmen wie Lebensmittelgeschäfte und Apotheken auch in Zukunft geöffnet bleiben

Zuständig für die Beschaffung und Verteilung medizinischer Ausrüstung wie Schutzkleidung an medizinisches Personal ist der Krisenstab der bayerischen Staatsregierung in der Staatskanzlei als zentrale Koordinationsstelle Bayerns in der Corona-Bekämpfung. Die Verteilung der auf diesem Wege bezogenen Ausrüstung erfolgt derzeit lediglich an Krankenhäuser, Ärzte etc., nicht jedoch an Apotheken. Seitens der BLAK wurde bereits eine Aufnahme der Apotheken in den entsprechenden Verteiler gefordert.

Ministerpräsident Söder hat am 20. März 2020 für den Zeitraum ab 21. März 2020 für zunächst zwei Wochen für ganz Bayern weitreichende Ausgangsbeschränkungen verhängt. Am 30. März 2020 verlängerte die Staatsregierung diese Maßnahme bis 19. April 2020. Die Öffnung der Apotheken in Bayern ist naturgemäß weiterhin entsprechend der Allgemeinverfügung vom 16. März 2020 gewünscht, notwendig und möglich. Die Notdienstanordnungen bleiben unverändert gültig.

Das Aufsuchen des Arbeitsortes ist weiterhin gestattet. Empfehlenswert ist es unseres Erachtens, Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Bescheinigung auszustellen und auszuhändigen. Aus dieser sollte hervorgehen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Ihrer Apotheke beschäftigt sind und dass es sich bei Ihrer Apotheke um ein Unternehmen der kritischen Infrastruktur handelt.

Sinnvoll ist insbesondere die Aufnahme der Adresse der Arbeitnehmerin oder des Arbeitnehmers sowie der Anschrift Ihres Unternehmens. Wir haben für diesen Zweck ein Musterformular zum Herunterladen erstellt. Das Staatsministerium des Innern beantwortet auf seiner Website häufig gestellte Fragen zu den in Bayern geltenden Ausgangsbeschränkungen.

Mitarbeiterbescheinigung für Ausgangssperre

FAQ des Innenministeriums

Die Allgemeinverfügung der BLAK vom 16. März 2020 hat die Pflicht- beziehungsweise Mindestöffnungszeiten ebenso neu geregelt wie die maximal möglichen Öffnungszeiten. Diese Regelung gilt zunächst befristet: vom 17. März 2020 bis zum 20. April 2020.

Ist die Apotheke nicht zum Notdienst eingeteilt, ergeben sich aus dem Ladenschlussgesetz sowie der Allgemeinverfügung der Bayerischen Landesapothekerkammer vom 16. März 2020 folgende Vorgaben zu den Öffnungszeiten:

Pflicht- beziehungsweise Mindestöffnungszeiten
montags, dienstags, donnerstags, freitags09:00 bis 12:00 Uhr
16:00 bis 18:00 Uhr
mittwochs09:00 bis 12:00 Uhr
samstagskeine Pflichtöffnungszeiten
Maximal mögliche Öffnungszeiten
montags bis samstags06:00 bis 22:00 Uhr
sonntags und feiertags12:00 bis 18:00 Uhr

Diese Öffnungszeiten gelten zunächst befristet in der Zeit 17. März 2020 bis 20. April 2020. Die Notdienstanordnungen bleiben unverändert bestehen. Eine gesonderte Einzelbefreiung für Mittwochnachmittage und Samstagvormittage ist im Zeitraum 17. März 2020 bis 20. April 2020 nicht erforderlich.

Sollten Sie Ihre Apotheke aufgrund der aktuellen Situation (insbesondere aufgrund einer behördlichen Quarantäne-Anordnung beziehungsweise wegen akuten Personalmangels) vorübergehend komplett schließen müssen (also auch die oben genannten Mindestöffnungszeiten nicht einhalten können), bitten wir um Mitteilung dieser Schließung (ab wann bis voraussichtlich wann) an die BLAK per Fax unter 089 - 92 62 66 oder Email an notdienst@blak.de.

Allgemeinverfügung Coronavirus

Die zunächst befristet bis zum 20. April 2020 festgelegten neuen Pflichtöffnungszeiten sind in der Allgemeinverfügung vom 16. März 2020 einzusehen. Der dort gesteckte Rahmen ermöglicht eine der Situation angepasste Gestaltung der Öffnungszeiten.

Allgemeinverfügung Coronavirus

Nein. Die oben genannte Allgemeinverfügung vom 16. März 2020 gilt auch für diesen Fall. Die Allgemeinverfügung für den Pandemiefall vom 12. Juni 2012 wurde aufgehoben.

Welches Gesundheitsamt für Sie zuständig ist, können Sie auf der Seite des Robert Koch-Instituts (RKI) herausfinden:

RKI-Tool

Grundsätzlich sind im Bereich der kritischen Infrastruktur beschäftigte Personen gehalten, die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Wenn Sie die Pflichtöffnungszeiten aufgrund Personalmangels nicht mehr abdecken können, beantragen Sie bitte formlos per Fax 089-926266 oder Email notdienst@blak.de bei uns eine Dienstbefreiung. Bitte beachten Sie, dass Sie hierfür allein das Betriebsrisiko tragen und Ihren Angestellten weiterhin Gehalt zahlen müssen. 

Schicken Sie die betreffende Mitarbeiterin beziehungsweise den betreffenden Mitarbeiter nach Hause und informieren Sie das zuständige Gesundheitsamt. Diesem allein obliegt die Entscheidung, wer unter Quarantäne gestellt wird und wie lange diese andauert. Fordern Sie das Gesundheitsamt dazu auf, das gesamte Personal zu testen - mit dem Hinweis, dass Apotheken systemrelevant sind. Auch der Hausarzt der Mitarbeiterin oder des Mitarbeiters hat die Möglichkeit, eine Testung anzuordnen. Gegebenenfalls ist es nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt möglich, den Apothekenbetrieb mit negativ getestetem Personal aufrechtzuerhalten beziehungsweise den Betrieb wieder aufzunehmen.

Nach den neuen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) zum Umgang mit Kontaktpersonen darf in medizinischen Einrichtungen bei drohendem Personalmangel ausnahmsweise davon Abstand genommen werden, alle Kollegen der infizierten Person als Kontaktpersonen unter Quarantäne zu stellen. Die BLAK hat beim Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege bereits mehrfach angeregt, für Apotheken vergleichbare Regelungen vorzusehen.

Eine Apothekenschließung kann beispielsweise wegen Personalmangels oder behördlicher Anordnung einer Quarantäne erforderlich sein. Für den Fall, dass die Anwesenheit einer Apothekerin oder eines Apothekers in der Apotheke nicht mehr sichergestellt ist, gilt: Sie sollten für das Personal Anweisungen vorhalten, wie vorzugehen ist und welche Stellen zu informieren sind. In diesen Fällen sind insbesondere folgende Punkte zu berücksichtigen:

  • Nehmen Sie mit der Bayerischen Landesapothekerkammer am besten per E-Mail an notdienst@blak.de oder Fax an 089 / 92 62 66 Kontakt auf.
  • Bringen Sie am Eingang der Apotheke an sichtbarer Stelle einen Aushang an, der auf die Schließung und die nächsten dienstbereiten Apotheken hinweist. Hinterlassen Sie gegebenenfalls auf dem Anrufbeantworter der Apotheke eine entsprechende Ansage.
  • Empfehlenswert ist zudem eine kurze Information an den Pharmazierat und die für Sie zuständige Kreisverwaltungsbehörde - also das Landratsamt oder die kreisfreie Stadt.
  • Im Falle einer genehmigten Heimversorgung nehmen Sie Kontakt mit der Heimleitung auf, damit gegebenenfalls eine Lösung für die Versorgung der Patienten gefunden werden kann. Gleiches gilt für eine genehmigte Krankenhausversorgung
  • Stimmen Sie mit Ihrem Großhändler die Koordination der Belieferung ab.

Informationen zu den sozialversicherungsrechtlichen Folgen finden Sie hier in der Rubrik "Arbeitsrecht, Lohnfortzahlung und Kurzarbeit" unter der Frage "Welche Regelungen gelten für die Lohnfortzahlung".

Eventuell können Schäden durch einen pandemiebedingten Betriebsausfall von einer Betriebsausfallversicherung abgedeckt sein. Fragen hierzu richten Sie bitte direkt an Ihre Versicherung beziehungsweise Ihren Versicherungsmakler.

Der Tausch von Notdiensten ist weiterhin unter Beachtung der rechtlichen Vorgaben möglich. Ein „ungeregelter“ Tausch ohne Abstimmung mit der BLAK würde dazu führen, dass keine verlässliche Information der Bevölkerung über die jeweils dienstbereite Apotheke mehr möglich ist, da die BLAK in diesem Fall die entsprechenden Medien wie unser Notdienstportal nicht mehr zeitnah bedienen kann.

Merkblatt Notdiensttausch und -übernahme

Grundsätzlich ist dies zwar möglich - vergleichbar zur vom Bundesverwaltungsgericht erlaubten Abgabe durch den Autoschalter. Aber unter Arbeits- und Gesundheitsschutzgesichtspunkten kann dies im Einzelfall sogar risikobehafteter sein. Auch muss bei einer Bedienung über die Notdienstklappe die Vertraulichkeit der Beratung gewährleistet bleiben.

Nein! Die Apotheke muss auch und gerade in Krisenzeiten ordnungsgemäß besetzt sein, um die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung sicherzustellen.

Es kommt darauf an. Grundsätzlich besteht in Apotheken ein so genannter Kontrahierungszwang. Zugleich ist jedoch die ordnungsgemäße Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Daraus folgt, dass eine Abgabe unüblich großer Mengen - also Hamsterkäufe - im Allgemeinwohlinteresse nicht zu unterstützen ist.  Bei Vorlage einer oder mehrerer Verordnungen ist mit dem Verordner deswegen Kontakt aufzunehmen.

Auch das Bundesministerium für Gesundheit bittet um Sensibilisierung der Apotheken bezüglich der Abgabe von nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln und apothekenüblichen Waren in bedarfsgerechten Mengen. Dadurch kann auch bei diesen Produkten Versorgungsengpässen entgegengewirkt werden. Vergleichbare Hinweise wurden vom Ministerium auch der Ärzteschaft hinsichtlich einer bedarfsgerechten Verordnung verschreibungspflichtiger Arzneimittel übermittelt. Die Hinweise haben wir mit der Faxaussendung „Sicherstellung der Arzneimittelversorgung: Bedarfsgerechte Mengen“ vom 17. März kommuniziert. Die Aussendung steht Ihnen auch auf unserer Homepage im passwortgeschützten Mitgliederbereich zur Verfügung.

Erlaubt ist das, wenn Patientinnen und Patienten ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinde oder sonstige Personen als Boten für sich in die Apotheke schickt, um Arzneimittel oder sonstigen Bedarf in der Apotheke zu erwerben beziehungsweise abzuholen. Von der Apotheke eingesetzte Boten müssen jedoch zum Personal der Apotheke gehören.

Zur Erleichterung der Abläufe in den Apotheken hat die ABDA einen für Schaufenster gedachten Aushang erstellt, der hier zum Download bereit steht. Zum Herunterladen bitte einfach auf das Bild klicken.

Apotheken vor Ort sind gerade jetzt unverzichtbarer denn je. Um die aktuelle Situation so gut wie möglich zu meistern, benötigen sie indes die größtmögliche Flexibilität. Dafür haben wir am 16. März 2020 mit unserer Allgemeinverfügung den Weg frei gemacht: Die Verfügung verringert die Pflichtöffnungszeiten und schafft neue Spielräume bei den erlaubten Öffnungszeiten. Damit die öffentlichen Apotheken so lange für die Menschen da sein können, wie sie es jeweils stemmen können. Ein Klick auf das Bild führt zu unserer Nachricht vom Tag der Veröffentlichung, die die zunächst bis 20. April 2020 geltenden Regelungen erklärt. Über dem Link können Sie die Allgemeinverfügung selbst direkt herunterladen.

Allgemeinverfügung Coronavirus

Insbesondere für den Fall einer behördlich angeordneten Ausgangssperre haben wir ein Musterformular erstellt. Inhaberinnen und Inhaber können damit ihrem Personal die Tätigkeit "in einem Bereich der kritischen Infrastruktur" bescheinigen. Download via Klick auf das Bild.

Rezepturen, Desinfektionsmittel und Atemschutzmasken

Zunächst besteht der Kontrahierungszwang gemäß § 17 (4) Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) i. V. m. § 1 Apothekengesetz (ApoG). Gemäß Gefahrstoffverordnung und Arbeitsschutzgesetz ist der Arbeitgeber für die Gefährdungsbeurteilung und die Sicherstellung des Arbeitsschutzes der Beschäftigten verantwortlich und hat geeignete Schutzmaßnahmen zu treffen.

Können die im jeweiligen Einzelfall erforderlichen Schutzmaßnahmen nicht oder nicht mehr gewährleistet werden, kann beispielsweise festgelegt werden, dass der Arbeitgeber die entsprechenden Tätigkeiten selbst durchführt. Kann auch er die Durchführung der jeweiligen Tätigkeiten nicht vertreten, können diese Tätigkeiten nicht durchgeführt werden.

In diesen Fällen sind jedoch der Patientin oder dem Patienten Hilfestellungen anzubieten, um die Versorgung mit dem von ihm benötigten Arzneimittel zu gewährleisten.

Desinfektionsmittel für die Hände und für die Fläche unterliegen der EU-Verordnung Nr. 528/2012 über die Bereitstellung auf dem Markt und die Verwendung von Biozidprodukten (Biozid-VO). Seit dem 04. März 2020 gibt es von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) eine „Allgemeinverfügung zur Zulassung 2-Propanol-haltiger Biozidprodukte zur hygienischen Händedesinfektion aufgrund einer Gefahr für die öffentliche Gesundheit“.

Hinzu kamen am 16.03.2020, Update 20.03.2020 die „Aktualisierte Allgemeinverfügung zur Zulassung 2-Propanol-haltiger, 1-Propanol-haltiger und Ethanol-haltiger Biozidprodukte zur hygienischen Händedesinfektion zur Abgabe an berufsmäßige Verwender aufgrund einer Gefahr für die öffentliche Gesundheit“ und am 02.04.2020 die „Allgemeinverfügung zur Zulassung Ethanol-haltiger, Chloramin-T-haltiger und Natriumhypochlorit-haltiger Biozidprodukte zur Flächendesinfektion zur Abgabe an und Verwendung durch berufsmäßige Verwender aufgrund einer Gefahr für die öffentliche Gesundheit“.

Weiterführende Informationen hierzu finden Sie auf der Website der BAuA, im Mitgliederbereich der ABDA-Website - dort das Dokument „Herstellung von Desinfektionsmitteln für die Hände in der Apotheke“ - und auf der Website des Verbunds für Angewandte Hygiene e.V. (VAH).

Allgemeinverfügungen der BAuA

Informationen der ABDA

Informationen des VAH

Zudem möchten wir in diesem Zusammenhang auf die allgemeinen gültigen Regelungen zur Kennzeichnung und Lagerung von Gefahrstoffen in der Apotheke hinweisen:

Allgemeine Regelungen zu Gefahrstoffen

Gemäß einer Allgemeinverfügung des Bundesinstituts für Arzneimittel (BfArM) vom 20. März 2020 werden für die ausschließlich zur Händedesinfektion zugelassenen alkoholhaltigen Arzneimittel Abweichungen vom Inhalt der Zulassung mit folgender Maßgabe gestattet. Diese sind befristet bis zum 30. Juni 2020:

  • freie Wahl des Wirkstofflieferanten, unter Sicherstellung der Qualität bzw. pharmazeutischer Anforderungen
  • Substitution nicht wirksamkeitsrelevanter Hilfsstoffe durch geeignete Alternativen wie zum Beispiel Vergällungsmittel, sofern nach Risikobewertung die identische Wirksamkeit gewährt werden kann
  • freie Wahl der primären Packmittel und Packmittelfarben für Flaschen, Spender und Kappen unter Beibehaltung der Qualitätsspezifikation und Vorgaben zur Qualifizierung
  • Aussetzung der Spezifikationen zu Sporen in Arzneimitteln zur Beschleunigung der Freigabe
  • Gewährleistung der viruziden Wirkung und Unbedenklichkeit der Arzneimittel

Nutzer der unten genannten Standardzulassungen können somit aufgrund dieser Allgemeinverfügung des BfArM folgende Alkohol-Wasser-Mischungen unter erleichterten Bedingungen befristet bis zum 30. Juni 2020 herstellen:

  • Zulassungs-Nummer: 1999.98.99 Ethanol 80 % (V/V)
  • Zulassungs-Nummer: 2109.98.99 Ethanol 80 % (V/V), vergällt mit Butan-2-on
  • Zulassungs-Nummer: 1599.98.99 2-Propanol 70 % (V/V)
  • Zulassungs-Nummer: 1599.97.99 2-Propanol 80 % (V/V)

Voraussetzungen dafür sind allerdings, dass

  • die Indikation dieser Arzneimittel ausschließlich auf „hygienische Händedesinfektion“ begrenzt wird,
  • dies in der Kennzeichnung der Arzneimittel für den Anwender deutlich hervorgehoben wird und
  • bisher verwandte Markennamen bei einer Begrenzung der Indikation so abgeändert werden, dass keine Verwechslungsgefahr bei der Anwendung für andere Desinfektionszwecke gegeben ist.

Die vollständige Allgemeinverfügung finden Sie hier:

BfArM-Allgemeinverfügung

Im Dokument „Herstellung von Desinfektionsmitteln für die Hände in der Apotheke“ der ABDA heißt es auf Seite 10 unter „2. Qualität der Ausgangsstoffe, zur Herstellung und Dokumentation“:

„Desinfektionsmittel zur hygienischen Händedesinfektion sowie zur Flächendesinfektion sind Biozide, somit keine Arzneimittel. Die Ausgangsstoffe müssen somit nicht zwingend Arzneibuchqualität haben, auch wenn diese oder eine vergleichbare Qualität wünschenswert ist.

Zu beachten ist, dass für die Verwendung von 1-Propanol und 2-Propanol in Biozidprodukten eine Mindestreinheit von 98 % (V/V) gefordert wird. Die Rezeptur ist bei der Verwendung von 1-Propanol oder 2-Propanol einer geringeren Reinheit als 99,8 % (V/V) entsprechend anzupassen.

Die Mindestreinheit von Ethanol muss – unabhängig, ob unvergällt oder vergällt – mindestens 96 % (V/V) betragen.

Für die Herstellung von Flächendesinfektionsmitteln darf auch Rohalkohol/Destillat mit einer Mindestreinheit von 80 % (V/V) verwandt werden. Die Rezeptur ist so anzupassen, dass 80 % (V/V) des Wirkstoffs Ethanol im Desinfektionsmittel enthalten ist.

Weiterhin dürfen in allen Alkoholen keine gefährlichen Verunreinigungen enthalten sein, z. B. CMR-Stoffe oberhalb 0,1 % oder hautsensibilisierende Stoffe. Die Reinheit des Wirkstoffes ist über entsprechende Analysenzertifikate des Herstellers zu belegen.“

Das Dokument ist im Mitgliederbereich der ABDA-Website unter folgendem Link zu finden:

Zum ABDA-Dokument

Alkohol und alkoholhaltige Erzeugnisse (Alkoholerzeugnisse) unterliegen grundsätzlich der Steuerpflicht nach dem Alkoholsteuergesetz (AlkStG). Nach § 27 Abs. 1 Nr. 1 AlkStG sind Alkoholerzeugnisse von der Steuer befreit, sofern sie gewerblich zur Herstellung von Arzneimitteln durch dazu nach dem Arzneimittelrecht Befugte, also auch durch Apotheken, verwendet werden. Desinfektionsmittel, die in der Apotheke zur Abgabe an Dritte hergestellt werden, sind allerdings keine Arzneimittel. Sie unterliegen stattdessen dem Biozidrecht, einem Teilgebiet des Chemikalienrechts.

Unbeschadet dieser arzneimittel- und biozidrechtlichen Einstufung haben sich die zuständigen Zollbehörden auf Folgendes verständigt:

­Apotheken dürfen auch unvergällten Alkohol zur Herstellung von Desinfektionsmitteln als Biozide steuerfrei verwenden. Die hierfür erforderliche Erlaubnis nach § 28 i.V.m. § 27 Abs. 1 Nr. 3 AlkStG gilt als erteilt.

Vorbehaltlich der weiteren Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie gilt diese Regelung zunächst bis zum 31. Mai 2020. Bei Fortdauern der gegenwärtigen Krisensituation kann nach Einschätzung der Entwicklung eine Verlängerung dieser Ausnahmeregelung erwogen werden.

Hinsichtlich der nach § 60 Alkoholsteuerverordnung (AlkStV) geforderten Dokumentation ist in Abweichung von den zollrechtlichen Vorschriften die Führung eines Verwendungsbuchs nach amtlichem Vordruck nicht erforderlich. Eine geeignete betriebsinterne Dokumentation über bezogene und verarbeitete Alkoholmengen wird akzeptiert. Anhand dieser betriebsinternen Dokumentation werden Apotheken auch die später erforderliche Meldung an die Zollbehörden (jährliche Bestandsaufnahme gem. § 12 AlkStV) vornehmen können. Dies kann zum Beispiel durch die Rechnungen beziehungsweiseLieferscheine und die Herstellungsprotokolle erfolgen. Für weitere, allgemeine Fragen zum Umgang mit Ethanol in der Apotheke möchten wir auf unser Merkblatt „Ethanol in der Apotheke“.

Die Erlaubnis zur Herstellung von Arzneimitteln ist von der fiktiven Erlaubnis nicht umfasst. Apotheken, die über eine förmliche Erlaubnis zur steuerfreien Verwendung unvergällten Alkohols zur Herstellung von Arzneimitteln verfügen, dürfen dies freilich auch weiter.

Eine aktuelle Zusammenfassung (Stand: 26. März 2020) der Generalzolldirektion zur steuerfreien Verwendung von Alkohol zur Herstellung von Desinfektionsmitteln zur Bekämpfung des Coronavirus steht Ihnen auf unserer Website zur Verfügung. Zudem finden Sie die Informationen „Alkoholsteuerrechtliche Regelungen zur Herstellung von Desinfektionsmitteln“ auf der Homepage der Generalzolldirektion.

Merkblatt „Ethanol in der Apotheke“

Steuerfreie Alkoholverwendung

Steuerrechtliche Regelungen

Die oben genannte Allgemeinverfügung vom 04.03.2020 erlaubt zunächst die Herstellung abweichend der Vorgaben der Biozidverordnung für Apotheken und die pharmazeutische Industrie. In einer ergänzenden Erläuterung zur Allgemeinverfügung vom 06.03.2020 führt die BAuA mittlerweile aus, dass eine Lohnherstellung für Apotheken aufgrund der Allgemeinverfügung nur dann erfolgen kann, wenn ein Unternehmen der pharmazeutischen Industrie die Herstellung übernimmt.

Bezüglich der Lohnherstellung im Rahmen der Allgemeinverfügung vom 20. März 2020 schreibt die BAuA in ihren Antworten auf häufig gestellte Fragen zu den Allgemeinverfügungen zur Zulassung von Biozidprodukten zur hygienischen Händedesinfektion: Im Rahmen der Allgemeinverfügung vom 20. März 2020 ist die Lohnherstellung auch durch ein "Unternehmen der chemischen Industrie" möglich, allerdings nur im Rahmen dieser Allgemeinverfügung.

Ob die Voraussetzungen im Einzelfall zutreffen, ist gegebenenfalls direkt mit der BAuA zu klären.

Nein, der BLAK liegen grundsätzlich keine Informationen über die Verfügbarkeit entsprechender Waren vor. Allerdings steht nach unserer Information die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V. in engem Kontakt mit dem Bundesverband des pharmazeutischen Großhandels (PHAGRO). Dieser arbeitet mit seinen Mitgliedern intensiv daran, dass ausreichend Ausgangsstoffe für die Herstellung von Desinfektionsmitteln zur Verfügung stehen.

Ebenso wurde der dringende Bedarf an Schutzkleidung für Apotheken an die Bundesebene mit Nachdruck weitergegeben.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die BLAK keine zentral Beschaffung und Verteilung organisieren kann.

Ja! Grundsätzlich besteht bei OTC und apothekenüblicher Ware zwar keine Preisbindung. Gemäß § 1 Abs. 2 der Berufsordnung darf sich der Apotheker bei der Ausübung seines Berufes aber nicht von übermäßigem Gewinnstreben leiten lassen. Insbesondere darf der Vorrang der ordnungsgemäßen Arzneimittelversorgung nicht in Frage gestellt werden.

Eine abschließende Beantwortung der Frage ist leider nicht möglich. Allerdings empfehlen wir Ihnen ausdrücklich, die Bezugsquellen sowie Kaufmodalitäten kritisch zu hinterfragen beziehungsweise nur von Händlern Ihres Vertrauens zu beziehen.

Da es sich bei Mund-Nasen-Schutz um ein Medizinprodukt handelt, muss dieser zumindest eine CE-Kennzeichnung aufweisen.

So genannte Community-Masken“ - also DIY-Masken, Behelfs-Mund-Nasen-Masken - sind im weitesten Sinne Masken, die aus handelsüblichen Stoffen genäht und im Alltag getragen werden. Dies geschieht zum Beispiel in Eigenherstellung auf Basis von Anleitungen aus dem Internet. Entsprechende einfache Mund-Nasen-Masken genügen in der Regel nicht den für Medizinischen Mund-Nasen-Schutz oder persönliche Schutzausrüstung wie Filtrierende Halbmasken einschlägigen Normanforderungen beziehungsweise haben nicht die dafür gesetzlich vorgesehenen Nachweisverfahren durchlaufen.

Ein Medizinischer Mund-Nasen-Schutz ist ebenso wie eine Filtrierende Halbmaske (FFP2/FFP3-Maske) aufgrund seiner primären Zweckbestimmung als Medizinprodukt beziehungsweise als Gegenstand der persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu sehen. Somit müssen die rechtlichen Vorgaben nach Medizinproduktegesetz beziehungsweise PSA-Verordnung (EU) 2016/425 bei einer gewerblichen Abgabe eingehalten werden - inklusive Konformitätsbewertungsverfahren zur CE-Kennzeichnung.

Achtung: „Community-Masken“ - also DIY-Masken und Behelfs-Mund-Nasen-Masken - sind nach Auffassung des BfArM kein Medizinprodukt und dürfen nicht als Medizinprodukte oder Gegenstände persönlicher Schutzausrüstung in Verkehr gebracht und nicht mit entsprechenden Leistungen oder Schutzwirkungen ausgelobt werden. Eine Schutzwirkung dieser so genannten Community-Masken ist in der Regel nicht nachgewiesen: Durch das Tragen können Geschwindigkeit des Atemstroms oder Speichel-/Schleim-Tröpfchenauswurfs reduziert werden und die Masken können das Bewusstsein für „social distancing“ sowie gesundheitsbezogenen achtsamen Umgang mit sich und anderen unterstützen.

BfArM-Auffassung

Apothekenübliche Waren sind nach § 1a Abs. 10 Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) Gegenstände, die der Gesundheit von Menschen und Tieren unmittelbar dienen oder diese fördern. Der Gesundheit dienlich und förderlich ist jede Ware, die objektiv dazu beiträgt, den bestehenden Gesundheitszustand zu verbessern oder vor einer Verschlechterung zu bewahren. Das richtige Tragen einer Community-Maske stellt eine physische Barriere dar, die eine gewisse Schutzfunktion vor größeren Tröpfchen und Mund-/Nasen-Schleimhautkontakt mit kontaminierten Händen bietet. Daher können so genannte Community-Masken als apothekenübliche Ware in den Apothekenbetriebsräumen vertrieben werden. Träger der beschriebenen „Community-Masken“ können sich jedoch nicht darauf verlassen, dass diese sie oder andere vor einer Übertragung von SARS-CoV-2 schützen, da für diese Masken keine entsprechende Schutzwirkung nachgewiesen wurde.

Beim Vertrieb der sogenannten „Community-Masken“ sind zwingend folgende Punkte zu beachten:

  • Hinweise für Hersteller und abgebende Apotheken: Im Falle der Beschreibung/Bewerbung einer Mund-Nasen-Maske ist durch den Hersteller oder Anbieter darauf zu achten, dass nicht der Eindruck erweckt wird, es handele sich um ein Medizinprodukt oder Schutzausrüstung. Besondere Klarheit ist bei der Bezeichnung und Beschreibung der Maske geboten, die nicht auf eine nicht nachgewiesene Schutzfunktion hindeuten darf.
    Zwingend erforderlich ist der Hinweis auf die nicht nachgewiesene Schutzwirkung der Masken. Zudem muss darauf hingewiesen werden, dass es sich weder um ein Medizinprodukt, noch um persönliche Schutzausrüstung handelt. Eine Bezeichnung als „Mund-Nasen-Schutz“ oder „Schutzmaske“ sollte daher unbedingt unterbleiben.
  • Die Haftung für die abgegebenen Masken trägt die Apotheke, die diese in den Verkehr gebracht hat.
  • Die Vermittlung eines Fremdgeschäftes ist apothekenrechtlich nicht zulässig. Das bedeutet, dass Apotheken die Masken nur in eigenem Namen verkaufen dürfen. Eine Kasse für eine lokale Nähgruppe aufzustellen und die Masken für diese zu verkaufen, ist ebenso wenig möglich wie ein als „Abgabe gegen Spende“ deklarierter Verkauf. Denn eine Spende im rechtlichen Sinne ist nicht an eine Gegenleistung gekoppelt. Bitte beachten Sie auch, dass die Masken aufgrund der Herstellungskosten grundsätzlich nicht als Zugabe mitgegeben werden dürfen, da diese nicht als geringwertig - Wertigkeit über 1 Euro - eingestuft werden können.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) haben mit Blick auf diese Situation ein Verfahren vorgestellt, wie durch Wiederverwendung von Atemschutzmasken unter definierten Bedingungen ein Ressourcen schonender Einsatz gewährleistet werden kann. Das Dokument mit Stand: 31. März 2020, in dem die Verfahren detailliert beschrieben sind, ist auf der Website des BMAS verfügbar Das Dokument wird zudem auf der Homepage der ABDA unter der Rubrik Corona Virus zu finden sein.

BMAS-Dokument

ABDA-Rubrik

Gesundheitspersonal hat Priorität. Was aber sollen unerfahrene Menschen mit dem in der Apotheke erworbenen Händedesinfektionsmittel anstellen? Die WHO erklärt es. In englischer Sprache, darum liefern wir eine Übersetzung mit. Bei Klick auf das Bild des Posters gelangen Sie zur WHO-Website und können es in hoher Qualität herunterladen.

Händedesinfektion in 8 Schritten

1. Nehmen Sie ausreichend Desinfektionsmittel in die hohle Hand, so dass die Handflächen benetzt sind.
2. Reiben Sie beide Handflächen aneinander; gegebenenfalls auch die Handgelenke miteinschließen
3. Die rechte Handfläche über den linken Handrücken legen und dabei mit gekreuzten Fingern über den Handrücken reiben – genauso umgekehrt.
4. Jetzt wieder die Handflächen aneinander reiben – ebenfalls mit gekreuzten Fingern.
5. Nun die Rückseiten der Finger in die Fläche der jeweils anderen Hand legen, ineinandergreifen und reiben.
6. Mit der rechten Hand den linken Daumen in einer Drehbewegung reiben und nochmals anders herum.
7. Mit den geschlossenen Fingerkuppen der rechten Hand kreisendes Reiben in der linken Handfläche und umgekehrt.
8. Ihre Hände sind sicher, sobald sie trocken sind.

Wiederholen Sie die Bewegungen der Schritte 2 bis 7 jeweils fünfmal – insgesamt dauert der Vorgang über 30 Sekunden.

Diesen rund 30-sekündige Aufklärungsclip hat das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege am 11. März 2020 auf YouTube eingestellt.

Dieses von uns Anfang März via Facebook geteilte Erklärvideo der KG Media Factory informiert in vier Minuten über das Coronavirus. Es basiert auf Informationen der BZgA.

Schutzmaßnahmen für Apothekenpersonal, Kundinnen und Kunden

Diese Möglichkeit muss der jeweilige Apothekenleiter für sich und seinen jeweiligen Apothekenbetrieb im Einzelfall entscheiden. Ein Verbot hierfür gibt es nicht, so dass je nach Apothekenbetrieb eine Einlassbeschränkung erwogen werden kann - beispielsweise in Abhängigkeit von der Größe der Offizin oder von der Anzahl an HV-Plätzen.

Grundsätzlich sollten Patientinnen und Patienten unnötige Kontakte zu weiteren Personen meiden und nach Möglichkeit zu Hausen bleiben, wenn

  • sie sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben,
  • bei ihnen innerhalb von 14 Tagen die typischen Krankheitszeichen wie Husten, Schnupfen, Halskratzen, Fieber, manchmal auch Durchfall auftreten,
  • sie Kontakt mit einem positiv getesteten Corona-Patienten hatten.

Eine akutelle Übersicht über Risikogebiete pflegt das Robert Koch-Institut (RKI) auf seiner Website.

Zur RKI-Übersicht Risikogebiete

Wir empfehlen, entsprechende Informationen an den Eingängen der Apotheke anzubringen - zum Beispiel als Plakat in Gehwegstoppern. Für diesen Zweck geeignet sind unter anderem

Weitere Informationen:

Zu den Empfehlungen der BAK zu Arbeitsschutzmaßnahmen

Gemäß § 1 Abs. 1 der CoronaVMeldeV i. V. m. § 8 Abs. 1 Nr. 5 sowie § 6 Abs. 1. Satz 1 Nr. 1 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) haben neben Ärzten unter anderem Angehörige eines anderen Heil- oder Pflegeberufs und somit auch Apotheker eine Meldepflicht. Dabei ist sowohl die Corona-Erkrankung als auch der bloße Verdacht meldepflichtig.

Laut Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zur Meldung von Verdachtsfällen von COVID-19 liegt ein begründeter Verdacht auf COVID-19 unter anderem dann vor, wenn Personen akute respiratorische Symptome jeder Schwere aufweisen UND Kontakt mit einem bestätigten Fall von COVID-19 hatten.

RKI-Empfehlungen

Die Meldung hat dabei unverzüglich (innerhalb von 24 Stunden) gegenüber dem Gesundheitsamt zu erfolgen. Eine Meldepflicht der Apotheke besteht aber nur, wenn in solchen Fällen ein Arzt nicht hinzugezogen wurde (§ 8 Abs. 2 Satz 2 IfSG).

Es gelten die allgemeinen Vorschriften zum Arbeitsschutz und zum Hygienemanagement gemäß § 4 ApBetrO und die entsprechend einzuhaltenden Hygienemaßnahmen. Folglich sollten die Standardvorgehensweisen für Infektionsrisiken in der Apotheke wie zum Beispiel Hygieneplan und Gefährdungsbeurteilung sowieso erstellt sein. Diese sind gegebenenfalls an sich ändernde Gegebenheiten anzupassen.

Eine Hilfestellung hierzu finden Sie in den Empfehlungen der Bundesapothekerkammer (BAK) zu Arbeitsschutzmaßnahmen auf der Homepage der ABDA, wo Sie sich diese beiden Dokumente herunterladen können:

  • "Tätigkeiten in der Apotheke während einer Covid-19-Pandemie“ (vorhanden als Word- und als PDF-Datei)
  • „Ergänzungen zu Reinigungs-, Desinfektions-, Haut- und Händedesinfektionsplänen im Falle einer Covid-19-Pandemie“

Zudem empfiehlt es sich, Risikogruppen und bei Verdachtsfällen auf eine telefonische Kontaktaufnahme mit der Apotheke hinzuweisen. In der oben erwähnten ABDA-Datei „Tätigkeiten in der Apotheke während einer Covid-19-Pandemie“ finden Sie - beginnend auf Seite 8 - auch einen „Standard für die Arzneimittelabgabe im Botendienst während einer Covid-19-Pandemie“.

Zu den Empfehlungen der BAK zu Arbeitsschutzmaßnahmen

Den Arbeitgeber trifft eine Fürsorgepflicht gegenüber der Arbeitnehmerin oder dem Arbeitnehmer. Dies beinhaltet insbesondere die Pflicht, über Gesundheitsgefahren und entsprechende Maßnahmen und Verhaltensregeln zur Prävention zu informieren und entsprechende objektiv gebotene Maßnahmen zu ergreifen. Mehr zur Gefährdungsbeurteilung erfahren Sie bei der Frage "Dürfen Schwangere noch in der Offizin beschäftigt werden?" unter "Arbeitsrecht, Lohnfortzahlung und Kurzarbeit".

Besteht Grund zur Annahme, dass von einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter ein besonderes Gesundheitsrisiko ausgeht - beispielsweise nach einem Aufenthalt in einem Risikogebiet -, hat der Arbeitgeber entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Eine solche Maßnahme ist etwa die Freistellung von der Arbeit. In diesem Fall behält die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer seinen Vergütungsanspruch.

Bei gravierenden Verstößen gegen die Fürsorgepflicht, die trotz Aufforderung nicht abgestellt wurden, kann die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer ein Leistungsverweigerungsrecht haben.

Laut Robert Koch-Institut (RKI) gilt, dass Tests bei asymptomatischen Personen nicht empfohlen werden. Dieser Hinweis ist den FAQ des RKI unter der Frage „Wann ist eine Laboruntersuchung notwendig?“ zu entnehmen:

Zu den FAQ des RKI

Eine  bevorzugte Testung von Apothekenmitarbeiterinnen und -mitarbeitern ist uns bis zum aktuellen Zeitpunkt nicht bekannt. Im Einzelfall ist das mit dem zuständigen Gesundheitsamt zu klären. Welches Gesundheitsamt zuständig ist, lässt sich über eine Suchmaschine des RKI herausfinden.

Zum Gesundheitsamt-Tool des RKI

Für einen vom Gesundheitsamt angeordneten Test sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freizustellen. Auch aus Gründen des Arbeitsschutzes von Kolleginnen und Kollegen sowie Kundinnen und Kunden empfiehlt sich eine Freistellung der Mitarbeiterin oder des Mitarbeiters für die Zeit, in der eine Corona-Erkrankung nicht ausgeschlossen werden kann.

Bei den Schnelltests handelt es sich um In-vitro-Diagnostika (IVD) zum qualitativen Nachweis von lgG- und lgM Antikörpern gegen SARS-CoV-2 in menschlichen Vollblutproben aus der Fingerbeere. IVD sind Medizinprodukte und müssen somit ein CE-Kennzeichen aufweisen.

Die aktuell verfügbaren Tests sind nur für die Durchführung durch medizinisches Fachpersonal beziehungsweise für die professionelle ln-vitro-Diagnostik bestimmt. Die Anwendung durch medizinische Laien ist somit nicht vorgesehen. Ein Verkauf zur Selbsttestung scheidet damit aus.

Das RKI positioniert sich zu den Schnelltests wie folgt - Stand 30. März 2020:

„Ein Test auf SARS-CoV-2 spezifische Antikörper im Blut/Serum kann für epidemiologische Fragestellungen sinnvoll sein. Aktuell sind diese Tests noch in der Zulassungsphase. Unabhängig davon spielen sie für die Akutdiagnostik keine Rolle, da zwischen Beginn der Symptomatik und der Nachweisbarkeit spezifischer Antikörper ca. 7 Tage vergehen (in Einzelfällen auch mehr).“

FAQ des RKI

Die Schnelltests sind grundsätzlich zunächst zur Anwendung durch Fachkreise bestimmt. Sofern Apotheken derartige Schnelltests anbieten, müssen sie die erforderlichen Arbeitsschutzmaßnahmen gemäß Gefährdungsbeurteilung einhalten. Bei Vorliegen eines positiven Testergebnisses besteht eine Meldepflicht gegenüber dem jeweils zuständigen Gesundheitsamt. Damit ist grundsätzlich auch die Möglichkeit weitreichenderer Maßnahmen des jeweiligen Gesundheitsamtes gegenüber der meldenden beziehungsweise testenden Apotheke gegeben - inklusive der Möglichkeit entsprechender Quarantäneanordnungen für das Apothekenpersonal.

Gemäß § 4 Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) gilt:

„Erlaubt die Anwendung eines verschreibungspflichtigen Arzneimittels keinen Aufschub, kann die verschreibende Person den Apotheker in geeigneter Weise, insbesondere fernmündlich, über die Verschreibung und deren Inhalt unterrichten. Der Apotheker hat sich über die Identität der verschreibenden Person Gewissheit zu verschaffen. Die verschreibende Person hat dem Apotheker die Verschreibung in schriftlicher oder elektronischer Form unverzüglich nachzureichen.“

Diese Ausnahmeregelung ist eng auszulegen und darf somit nicht pauschal angewandt werden.

Bei Betäubungsmitteln gilt folgendes: Nach § 13 Abs. 2 Betäubungsmittelgesetz (BtMG) dürfen die in Anlage III BtMG bezeichneten und von einem Arzt, Zahnarzt oder Tierarzt verschriebenen Betäubungsmittel nur im Rahmen des Betriebs einer Apotheke und gegen Vorlage der Verschreibung abgegeben werden. Weder nach den Vorgaben des BtMG noch der Betäubungsmittelverschreibungsverordnung (BtMVV) sind diesbezüglich Ausnahmen erlaubt.

Damit ist die Vorlage der Originalverschreibung für die Belieferung durch die Apotheke zwingend erforderlich. Kopien, Faxe oder ähnliches können lediglich für die gegebenenfalls erforderliche Bestellung des Betäubungsmittels verwendet, jedoch nicht beliefert werden.

Das Merkblatt können Sie über einen Klick auf das Bild von der Website des Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege herunterladen.

Covid-19, die Verbreitung der Krankheit und die Angst vor einer Ansteckung bringen die Gesellschaft an Belastungsgrenzen - die Bevölkerung insgesamt und in besonderem Maße auch das Gesundheitspersonal. Die Apotheken vor Ort sind selbstverständlich für alle da, die sie brauchen - im Laden genauso wie über Botendienste. Das Gebot der Stunde lautet aber vor allem Abstand halten. Diese vom Bundesministerium für Gesundheit am 21. März 2020 auf Facebook gepostete Grafik veranschaulicht das auf eindringliche Weise. Ein Klick auf das Bild führt auf die Facebook-Seite des Ministeriums.

Das Bundesministerium für Gesundheit und die BZgA stellen dieses Plakat bereit. Zum Download genügt ein Klick auf das Bild.

Kinderbetreuung in Zeiten von Schul- und Kita-Schließungen

Sollte eine anderweitige Betreuung nicht gewährleistet sein, werden Sie von der Arbeit freigestellt. Jedoch wird unter definierten Voraussetzungen eine Notfallbetreuung für Kinder eingerichtet, deren Erziehungsberechtigte im Bereich der kritischen Infrastruktur arbeiten.

Hierzu hat uns das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales Folgendes mitgeteilt:

„Das in Apotheken beschäftigte Personal ist in einem Bereich der kritischen Infrastruktur beschäftigt. Wenn der einzelne Mitarbeiter aufgrund dienstlicher oder betrieblicher Notwendigkeiten an einer Betreuung seiner Kinder gehindert ist und die weiteren Voraussetzungen gegeben sind, muss die Kindertageseinrichtung, Kindertagespflegestelle oder Heilpädagogische Tagesstätte ein Betreuungsangebot zur Verfügung zu stellen."

Näheres zu den Voraussetzungen hat das Staatsministerium als Informationen an die Eltern auf seine Website gestellt. Das auszufüllende Formular "Erklärung zur Berechtigung einer Kinderbetreuung im Ausnahmefall (Notbetreuung)" finden Sie ebenfalls auf den Seiten des Ministeriums.

Informationen an die Eltern

Formular Notbetreuung

Wenn ein Arbeitnehmer für eine verhältnismäßige Zeit durch einen in seiner Person liegenden Grund ohne sein Verschulden an der Arbeitsleistung gehindert ist, hat er laut § 616 BGB dennoch grundsätzlich einen Anspruch auf Vergütung. Der Anspruch aus § 616 BGB kann jedoch durch arbeits- oder tarifvertragliche Vereinbarungen eingeschränkt oder sogar vollständig ausgeschlossen sein.

Gemäß § 10a Bundesrahmentarifvertrag (BRTV) besteht nur in bestimmten Fällen Anspruch auf Freistellung unter Fortzahlung des Gehaltes. Der Fall einer behördlich angeordneten Schul- bzw. Kitaschließung ist nicht erfasst. Damit besteht grundsätzlich kein Anspruch auf eine Vergütung, wenn Arbeitsverträge tarifgebunden sind oder wenn in den Arbeitsverträgen auf den BRTV Bezug genommen wird.

Bitte beachten Sie, dass die BLAK keinen Einfluss auf die Inhalte des BRTV hat. Bitte wenden Sie sich bei weitergehende Fragen hierzu direkt an die Tarifparteien ADA und ADEXA.

Wenn nur einer der beiden Erziehungsberechtigten im Bereich der kritischen Infrastruktur beschäftigt ist, muss der andere Elternteil die Betreuung übernehmen. Der Elternteil, der im Bereich der kritischen Infrastruktur arbeitet, hat grundsätzlich die Pflicht seiner Arbeit auch nachzugehen. Das geht aus den Elterninformationen des Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales hervor:

Elterninformationen des Familienministeriums

Arbeitsrecht, Lohnfortzahlung und Kurzarbeit

Einen Überblick bietet die Seite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, wobei für Apotheken unter Umständen abweichende tarifrechtliche Regelungen greifen. Ansonsten können Sie sich auch bei den Tarifparteien Arbeitgeberverband Deutscher Apotheken e. V. (ADA) und ADEXA – Die Apothekengewerkschaft informieren.

Zu den Informationen des Bundesarbeitsministeriums

Zu den Informationen der ADEXA

Die Einteilung des Personals in zwei Teams, die jeweils keinen persönlichen Kontakt zum anderen Team haben, kann zur Vermeidung des Risikos einer Quarantäne-bedingten Komplettschließung Sinn machen. Sollte ein Arbeitnehmer aus einem Team an Corona erkranken, ist es wahrscheinlich, dass nur die Kollegen des einen Teams von den Behörden unter Quarantäne gestellt werden. Das andere Team könnte dann den Apothekenbetrieb aufrechterhalten. Die Entscheidung über die Ausmaße der Quarantäne trifft alleine die zuständige Behörde, in der Regel das Gesundheitsamt.

Grundsätzlich hat der Arbeitgeber den Arbeitnehmer im Umfang der im Arbeitsvertrag vereinbarten Wochenstundenzahl zu beschäftigen. Beim Wechseldienst wird die Arbeitszeit in der Regel unterschritten. Der Arbeitgeber befindet sich bezüglich der von ihm nicht in Anspruch genommenen Arbeitsleistung im so genannten Annahmeverzug. Eine entsprechende Kürzung des Gehaltes ist in der Regel ebenso wenig möglich wie der Aufbau von Minusstunden.  Bei einem Arbeitszeitkonto ergeben sich gegebenenfalls abweichende Regelungen - nachzulesen in §4 des Bundesrahmentarifvertrags (BRTV).

Ist der Arbeitnehmer tatsächlich erkrankt, gelten die allgemeinen Regelungen für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Dies gilt auch wenn sich der Arbeitnehmer zunächst symptomfrei in Quarantäne befindet und dann arbeitsunfähig erkrankt.

Ebenso besteht bei einer tatsächlichen Erkrankung des Kindes - gegebenenfalls durch Attest nachzuweisen - grundsätzlich Anspruch auf Fortzahlung des Gehaltes (vgl. § 45 SGB V) gegenüber gesetzlicher Krankenkasse oder Arbeitgeber. Zudem greifen die entsprechenden Regelungen des BRTV (§ 10a Nr. 2).

Auch im Falle einer behördlich angeordneten Quarantäne erhält der Arbeitnehmer weiterhin Lohn von seinem Arbeitgeber. Für die Zeit einer behördlich angeordneten Apothekenschließung trägt der Freistaat Bayern die weiterhin verpflichtenden Beiträge für die Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Bezüglich einer Entschädigung des Arbeitgebers greift dann das Infektionsschutzgesetz.

Zur Entschädigungsregelung im Infektionsschutzgesetz

Gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse zur Gefährdung der Schwangeren liegen noch nicht vor. Allgemeine Informationen finden Sie auf den Seiten des Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales (StMAS), des Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege (StMGP), der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG).

Informationen Arbeitsministerium

Infoseite Gesundheitsministerium

Zur Infoseite der BZgA

Zur Infoseite der DGGG

Grundsätzlich hat der Arbeitgeber eine Gefährdungsbeurteilung vorzunehmen und dabei den Mutterschutz zu berücksichtigen. Die Verantwortung für die Einhaltung der Vorgaben des Mutterschutzgesetzes (MuSchG) liegt immer beim jeweiligen Arbeitgeber. Bei einer Freistellung durch den Arbeitgeber ist dieser zur Lohnfortzahlung verpflichtet.

Wenn Sie eingeloggt sind, finden Sie an dieser Stelle unser Merkblatt "Mutterschutz, Elternzeit und Elterngeld".

Wenn für eine Region eine Ausgangsperre oder Ausgangsbeschränkung verhängt wird, muss dies auch bei der Beschäftigung einer schwangeren Frau berücksichtigt werden. In Bayern besteht derzeit eine Ausgangsbeschränkung.

Das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales (StMAS) hat seine Einschätzung erneut überarbeitet und präzisiert - Stand 27. März 2020.

Einschätzung StMAS

Dazu teilte uns das Ministerium auf Nachfrage Folgendes mit:

„(…) trotz des mit der Ausgangsbeschränkung deutlich erhöhten Schutzniveaus für die Allgemeinbevölkerung [kann] dann auf ein betriebliches Beschäftigungsverbot für schwangere Frauen verzichtet werden (…), wenn das erhöhte Schutzniveau am Arbeitsplatz dieser Frau gewährleistet werden kann. Dies erfordert die weitmögliche Minimierung von Personenkontakten und u. a. in Apotheken zudem einen patientenfernen Arbeitsplatz, bzw. einen Arbeitsplatz, für den eine z. B. von Patienten ausgehende Infektionsgefährdung für die schwangere Frau vermieden werden kann. Bei der von Ihnen beschriebenen Verfahrensweise bzw. Arbeitsorganisation dürfte das erhöhte Schutzniveau für die schwangere Frau aus unserer Sicht nur unter Berücksichtigung aller Umstände erreicht werden, die die Gesundheit der schwangeren Frau und ihres Kindes beeinflussen, wozu unter anderem die räumlichen, technischen und organisatorischen Gegebenheiten zählen.

Auch bei entsprechender Berücksichtigung aller Umstände muss sichergestellt sein, dass die dafür zugrundeliegende Gefährdungsbeurteilung nicht nur inhaltlich schlüssig sein muss, sondern die darin aufgeführten Schutzmaßnahmen müssen im Lichte des “normalen“ Apothekenalltags auch realistisch und praktikabel sein. Aufgrund der hohen Anforderungen der mutterschutzrechtlichen Vorgaben wird die Weiterbeschäftigung einer schwangeren Frau im hinteren Bereich einer Apotheke daher allenfalls im Einzelfall möglich sein.“

Das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales hat seine Einschätzung dergestalt ergänzt, dass auch im Falle einer Ausgangsbeschränkung vom Arbeitgeber ein betriebliches Beschäftigungsverbot gegenüber der Schwangeren ausgesprochen werden muss!

Online abrufbar ist die Ergänzung seit 26.03.2020:

Ergänzung StMAS

Wegen der unvermeidlichen Kontakte mit Kolleginnen und Kollegen, betriebsfremden Personen oder Publikum wird es in keiner Apotheke möglich sein, im Fall einer Ausgangssperre oder Ausgangsbeschränkung eine schwangere Frau weiter zu beschäftigen. Nur durch eine Beschäftigung über einen Tele- oder Homeoffice-Arbeitsplatz könnten betriebliche Beschäftigungsverbote vermieden werden.

Eine Aufhebung des betrieblichen Beschäftigungsverbotes kann frühestens dann erfolgen, wenn die Ausgangssperre oder die Ausgangsbeschränkung aufgehoben wurde. Die derzeitige Ausgangsbeschränkung endet am 19. April 2020, 24:00 Uhr. Uns liegen aktuell keine Informationen über eine mögliche Verlängerung vor. 

Hinweis für den jeweiligen Arbeitgeber

Wenn eine Beschäftigung an einem Tele- oder Homeoffice-Arbeitsplatz bei Ihnen ausscheidet, was regelmäßig der Fall sein wird, wenden Sie sich wegen einer möglichen Kostenerstattung bitte vor Ausspruch des Beschäftigungsverbotes an die Krankenkasse der schwangeren Mitarbeiterin. Weisen Sie die Krankenkasse auf die oben genannte Mitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales hin. Bei einem solchen betrieblichen Beschäftigungsverbot erfolgt dann in der Regel eine Erstattung über die Umlage U2.

Beim Auftreten einer COVID-19-Erkrankung im Betrieb dauert das betriebliche Beschäftigungsverbot für Schwangere 14 vollendete Tage nach dem letzten Erkrankungsfall. Vor einer Freistellung von der Arbeit ist zu prüfen, ob eine schwangere Frau auf einen Arbeitsplatz ohne Infektionsgefährdung umgesetzt werden kann.

Je mehr die Ausbreitung von COVID-19 voranschreitet, desto häufiger wird ein vorsorgliches betriebliches Beschäftigungsverbot für schwangere Frauen notwendig werden, die wie in Apotheken Tätigkeiten mit Personenkontakt durchführen. Dabei sind Art und Häufigkeit der Kontakte sowie die Zusammensetzung der Personengruppe zu berücksichtigen. Insbesondere bei der Gefährdungsbeurteilung für Apotheken sind folgende Fragen zu beantworten:

  • Kann zu anderen Personen ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden?
  • Sind Lage, Größe und Lüftungsverhältnisse am Arbeitsplatz eher ungünstig?
  • Besteht Kontakt zu ständig wechselndem Publikum beziehungsweise wechselnden Personen in großer Zahl?
  • Ist ein Gesichtskontakt („face-to-face“) etwa im Rahmen eines persönlichen Gesprächs unvermeidbar und dauert länger als 15 Minuten?
  • Besteht Umgang mit an den Atemwegen erkrankten oder krankheitsverdächtigen Personen?
  • Ist eine hohe Zahl von COVID-19-Infizierten in der Region anzunehmen?

Handlungsbedarf herrscht spätestens dann, wenn sich die Ausbreitung von COVID-19 zu einer regionalen Epidemie größeren Ausmaßes entwickelt. Dann sollte unabhängig vom Auftreten einer Erkrankung oder eines Verdachtsfalls im Betrieb ein bis zum Abklingen der epidemischen Welle dauerndes betriebliches Beschäftigungsverbot für alle schwangeren Frauen im Betrieb ausgesprochen werden - in Absprache mit dem behandelnden Arzt.

Von einer regionalen COVID-19-Epidemie größeren Ausmaßes sollte vorsorglich bereits dann ausgegangen werden, wenn die Region vom Robert Koch-Institut (RKI) als „besonders betroffenes Gebiet in Deutschland“ eingestuft wurde. Die aktuelle Einstufung kann auf der RKI-Website der Fallzahlen-Darstellung  sowie dem täglichen Situationsbericht entnommen werden.

Fallzahlen laut RKI

Situationsberichte des RKI

Auch bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die als so genannte Risikopatienten eingestuft werden und ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf von COVID-19 haben, hat der Arbeitgeber eine Gefährdungsbeurteilung vorzunehmen und entsprechende Maßnahmen hieraus einzuleiten. Dies kann bedeuten, dass der Arbeitnehmer nur noch im Backoffice oder im Homeoffice beschäftigt werden kann beziehungsweise unter Fortzahlung des Gehaltes von der Arbeit freizustellen ist. Eine Auflistung von Personengruppen mit einem erhöhten Risiko finden Sie hier:

RKI zu Risikogruppen

Das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales teilte uns hierzu auf Nachfrage genaueres mit. Demnach müsse der Arbeitgeber in der Gefährdungsbeurteilung gemäß Arbeitsschutzgesetz auch individuelle Merkmale von Beschäftigten berücksichtigen, die insofern für die Tätigkeit am Arbeitsplatz relevant sind, als dass sich hieraus Gefährdungen beispielsweise für den Beschäftigten selbst ergeben. Naturgemäß könne ein Arbeitgeber nur Merkmale berücksichtigen, die offensichtlich sind oder ihm vom Beschäftigten oder zum Beispiel dem Betriebsarzt mitgeteilt wurden. Im Zusammenhang mit SARS-CoV-2/COVID-19 sollte ein Arbeitgeber im Rahmen seiner Gefährdungsbeurteilung zum Schluss kommen, dass Beschäftigte, die einer „Risikogruppen für schwere Verläufe“ angehören, möglichst an einem Arbeitsplatz eingesetzt werden, an dem Personen- und Patientenkontakte weitmöglich minimiert sind. Sofern dies nicht möglich ist, müsse der Arbeitgeber die erforderlichen Schutzmaßnahmen wie eventuell Atem- und Spuckschutz im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung festlegen.

RKI zu Risikogruppen für schwere Verläufe

Unseres Erachtens sind hierfür mindestens FFP2-Masken erforderlich. Wir haben das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales bereits darauf hingewiesen, dass sich der Bezug entsprechender Masken derzeit äußerst schwierig gestaltet. Zuständig für die Beschaffung und Verteilung medizinischer Ausrüstung wie Schutzkleidung ist der Krisenstab der bayerischen Staatsregierung in der Staatskanzlei als zentrale Koordinationsstelle Bayerns in der Corona-Bekämpfung. Die Verteilung der auf diesem Wege bezogenen Ausrüstung erfolgt derzeit lediglich an Krankenhäuser, Ärzte etc., nicht jedoch an Apotheken. Seitens der BLAK wurde bereits eine Aufnahme der Apotheken in den entsprechenden Verteiler gefordert.

Auf Nachfrage teilte uns das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales zudem mit, dass als geeignete Schutzmaßnahme für Risikopatienten auch ein betriebliches Beschäftigungsverbot in Frage kommt. Bitte beachten Sie hierzu, dass die mit einer Freistellung eines Risikopatienten verbundenen Kosten vom Arbeitgeber zu tragen wären, wenn die Gefährdungsbeurteilung ergibt, dass eine Weiterbeschäftigung – auch auf einem anderen Arbeitsplatz – nicht möglich ist

Informationen finden Sie auf der Seite der Arbeitsagentur. Es ist in diesem Fall unter Angabe der Gründe zudem ein Antrag auf stundenweise Dienstbefreiung bei der BLAK zu stellen, sofern die stundenweise Schließung innerhalb der Pflichtöffnungszeiten der Apotheke liegt. Bitte beachten Sie dabei die Allgemeinverfügung vom 16. März 2020 und die darin zunächst befristet bis zum 20.04.2020 festgelegten neuen Pflichtöffnungszeiten.

Pflichtöffnungszeiten laut Allgemeinverfügung vom 16. März

Zu den Informationen der Arbeitsagentur

In besonderen Notfällen kann der Arbeitgeber Überstunden einseitig anordnen. Ein solcher Notfall liegt in der Regel bei außergewöhnlichen Fällen vpr, die unabhängig vom Willen der Betroffenen eintreten und deren Folgen nicht auf andere Weise zu beseitigen sind. Dies ist im jeweiligen Einzelfall zu entscheiden. Bei Geltung des BRTV sind diese Überstunden nach Wahl der Apothekenleiterin oder des Apothekenleiters in Freizeit oder Geld zu vergüten - siehe § 8 BRTV.

Grundsätzlich hat die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer einen Anspruch auf Beschäftigung in der vertraglich vereinbarten Höhe der Wochenstunden. Zwar kann der Arbeitgeber die Arbeitnehmerin oder den Arbeitnehmer jederzeit nach Hause schicken. Aber er kann nicht verlangen, dass die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer „wegen Corona“ Urlaub nimmt. Vielmehr besteht der Gehaltsanspruch unverändert weiter.

Sollte die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer einen Urlaub beantragt haben, der aber vom Arbeitgeber noch nicht genehmigt wurde, ist die Apothekeninhaberin oder der Apothekeninhaber berechtigt, den Urlaub wegen dringender betrieblicher Gründe abzulehnen. Bereits genehmigter Urlaub kann vom Arbeitgeber grundsätzlich nicht einseitig widerrufen werden.

Erscheint ein Arbeitnehmer eigenmächtig ohne einen hinreichenden Entschuldigungsgrund nicht in der Apotheke, entfällt in der Regel sein Vergütungsanspruch. Weitere arbeitsrechtliche Maßnahmen wie etwa eine Abmahnung bleiben dem Arbeitgeber vorbehalten.

Hinreichende Entschuldigungsgründe sind zum Beispiel das Vorliegen einer Erkrankung beziehungsweise die behördliche Anordnung einer Quarantäne.

Auswirkungen einer Quarantäne auf Apotheken

Wenn das Gesundheitsamt für Ihr gesamtes Apothekenpersonal Quarantäne anordnet, greift das Infektionsschutzgesetz. Apothekeninhaber erhalten dann eine Entschädigung. Beachten Sie insbesondere die Dreimonatsfrist für die Beantragung der Entschädigung. Falls die Inhaberin oder der Inhaber der Apotheke oder die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen unter eine nach dem Infektionsschutzgesetz behördlich angeordnete Quarantäne gestellt werden, finden Sie die entsprechenden Regelungen zu Entschädigungszahlungen ebenfalls im § 56 Infektionsschutzgesetz.

Nützliche Informationen bietet überdies der am 2. März 2020 auf DAZ.online veröffentlichte Artikel "Lohnersatz: Was gilt für Apothekeninhaber und -mitarbeiter im Quarantänefall?".

Zur Entschädigungsregelung im Infektionsschutzgesetz

Zum DAZ-Artikel

Grundsätzlich kann die BLAK behördlich angeordnete Quarantänemaßnahmen weder aufheben noch abmildern. Das obliegt im Einzelfall der Beurteilung der zuständigen Behörde und ist mit ihr abzustimmen. Zudem gilt es die Regelungen im jeweiligen Heimversorgungsvertrag zu prüfen. Es empfiehlt sich rechtzeitig mit dem jeweiligen Alten- oder Pflegeheim Kontakt aufzunehmen. Gegebenenfalls sind entsprechende Maßnahmen wie etwa das Stellen der Arzneimittel durch das Heim selbst zu vereinbaren.

Praktika, Ausbildung und Famulatur

Dies ist aus Arbeits- und Gesundheitsschutzaspekten im Moment nicht empfehlenswert, zumal mit der angeordneten Schulschließung der allgemeinbildenden Schulen auch verpflichtende Schulpraktika entfallen. Zur Famulatur lesen Sie bitte die folgende Frage.

Der Aufnahme und Fortsetzung dieser Ausbildungsverhältnisse, die wichtig für Prüfungszulassungen sind, stehen derzeit grundsätzlich keine Bedenken entgegen.

Nach gegenwärtigem Stand sind die Berufsschulen in Bayern im Zeitraum vom 16.3.2020 bis einschließlich 19.4.2020 geschlossen.
Weil im oben genannten Zeitraum zum Berufsschulunterricht nicht freigestellt werden kann, findet die Ausbildung von PKA ausschließlich in der Apotheke statt.

Nach derzeitigem Stand findet die Abschlussprüfung im Sommer 2020 wie geplant statt. Die Bayerische Landesapothekerkammer bittet alle Auszubildenden, sich auf die anstehende Abschlussprüfung für PKA vorzubereiten.

Sollten jedoch Umstände eintreten, die eine Durchführung der Abschlussprüfung für PKA unmöglich machen, wird die Bayerische Landesapothekerkammer rechtzeitig informieren.

Der Bundesverband der Pharmaziestudierenden e. V. (BPhD) hat in der Corona-Krise die Initiative #ApothekenHelfen gestartet – wohl wissend, dass die Studierenden noch keine fertig ausgebildeten Apotheker sind und nur entsprechend ihrer Kenntnisse und Fertigkeiten eingesetzt werden dürfen.

Der BPhD hat dafür eine Webseite eingerichtet, auf der Apotheken Jobangebote beziehungsweise Pharmaziestudierende Jobgesuche einstellen können. Wir unterstützen diese Initiative des BPhD ebenso wie die Bundesapothekerkammer.

Beachten Sie bitte, dass hierfür der Abschluss eines Arbeitsvertrages unter Zahlung zumindest des Mindestlohnes erforderlich ist.

Zur Website

Das Landesprüfungsamt für Medizin, Pharmazie und Psychotherapie bei der Regierung von Oberbayern hat uns mitgeteilt, dass „bei Nichtantritt oder Fehlzeiten bei Nachweis eines Corona-bedingten Grundes eher großzügig umgegangen werden soll, im Übrigen auch bei Abweichungen von Vorgaben zu Inhalt und Ablauf. Studierende sollen durch die aktuelle Krise möglichst keine Nachteile im Studienfortschritt erleiden.“

Bei Rückfragen hierzu wenden Sie sich bitte direkt an das für Sie zuständige Landesprüfungsamt.

Der Begleitende Unterricht in München in der Zeit von 16. bis 27. März 2020 wird als Webinar abgehalten.

#ApothekenHelfen: Pharmaziestudierende bieten Apotheken ihre Hilfe an

Der Bundesverband der Pharmaziestudierenden e. V. (BPhD) hat in der Corona-Krise die Initiative #ApothekenHelfen gestartet – wohl wissend, dass die Studierenden noch keine fertig ausgebildeten Apotheker sind und nur entsprechend ihrer Kenntnisse und Fertigkeiten eingesetzt werden dürfen.

Der BPhD hat dafür eine Webseite eingerichtet, auf der Apotheken Jobangebote beziehungsweise Pharmaziestudierende Jobgesuche einstellen können. Wir unterstützen diese Initiative des BPhD ebenso wie die Bundesapothekerkammer.

Termine und Veranstaltungen der BLAK

Auch der Bayerische Apothekertag fällt heuer wegen der Corona-Pandemie aus.

Gravierend. Wir haben mit Beginn am Montag, 16. März, vorerst alle Präsenzveranstaltungen der Kammer abgesagt - Stand jetzt bis Ende Juni. Alle angemeldeten Teilnehmer wurden darüber auch per Email informiert.

Die Fortbildungsabteilung arbeitet mit Hochdruck daran, einen Teil der ausgefallenen Veranstaltungen nach Möglichkeit als Webinar anzubieten. Über diese geplanten neuen Angebote werden wir Sie rechtzeitig auf den uns zur Verfügung stehenden Kanälen informieren - selbstverständlich auch hier auf unserer Website.

Basis der Entscheidung ist ein Beschluss, den der BLAK-Vorstand in seiner Sitzung am 12. März gefasst hat.

Thomas Benkert, Präsident der Bayerischen Landesapothekerkammer, begründete die Absage der Präsenzveranstaltungen im Anschluss an diese Sitzung so: „Als Apothekerinnen und Apotheker sind wir nicht nur für unsere eigene Gesundheit verantwortlich, sondern leisten einen essentiellen Beitrag für die flächendeckende Versorgung der Patienten in unserem Land. Deshalb dürfen wir nicht riskieren, dass sich Apothekerinnen und Apotheker und das gesamte Fachpersonal bei berufsinternen Veranstaltungen anstecken."

Der BLAK-Präsident weiter: "Wir sehen in Italien, dass die Apotheken vor Ort gerade jetzt eine der lebenswichtigsten Anlaufstellen für die Bevölkerung sind. Wir werden alles daransetzen, dass auch die bayerischen Apotheken weiterhin für die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung bestmöglich einsatzbereit bleiben. Der Kammervorstand hat deshalb einstimmig beschlossen, alle BLAK-Veranstaltungen ab 16. März abzusagen, um das Infektionsrisiko bei unseren Mitgliedern so gering wie möglich zu halten.“

Ja, leider. Der Bayerische Apothekertag (BAT) sollte als ein Höhepunkt im Kalender in diesem Jahr am 26. und 27. Juni stattfinden - wie immer Hand in Hand mit dem Bayerischen Apothekerverband e.V. (BAV) ausgerichtet.

Auf dem Plan standen die Politische Eröffnung in der Residenz München und ein Fortbildungstag auf dem Campus Martinsried in Planegg.

In Kammer und Verband haben sich alle schon sehr auf diese Veranstaltungen gefreut. Das gilt ebenso für die kompetenten Referenten, die engagierten Gesundheitspolitiker und Moderator Ralph Erdenberger, die uns ihre Teilnahme zugesagt hatten. Just  jetzt wollten wir die Werbemaschinerie für den BAT mit aller Kraft in Schwung bringen.

Schweren Herzen muss das jetzt ins Wasser fallen. Sobald es die Lage zulässt, machen wir uns mit neuem Elan an die Organisation des BAT 2021 - versprochen!

In besonderem Maße schlägt sich die Absage der Präsenzveranstaltungen in den beiden Abteilungen Fortbildung und Weiterbildung nieder. Ebenfalls betroffen sind die Veranstaltungen unseres Qualitätsmanagementsystems (QMS).

Unsere Fortbildungsabteilung bietet als Ersatz für ausgefallene Veranstaltungen acht zusätzliche Webinare an. Einen Überblick über dieses Ersatzangebot finden Sie hier:

Zusätzliche Webinare

Über die Veranstaltungen der Fortbildung und der Weiterbildung informieren wir üblicherweise auch  auf den jeweiligen Unterseiten der beiden Abteilungen. Wir arbeiten daran, diese Seiten auf dem aktuellen Stand der Dinge zu halten.

Angebot der Fortbildung

Angebot der Weiterbildung

Der Begleitende Unterricht in München in der Zeit von 16. bis 27. März 2020 wird als Webinar abgehalten.

Ja, in der Tat. Die Fachsprachenprüfungen bei uns im Haus sind Veranstaltungen in einem sehr kleinen Kreis. Bis auf weiteres sollen diese Termine wie geplant stattfinden.

Weitere Fragen

Hierzu möchten wir auf die FAQ des Robert Koch-Instituts (RKI) „Was bringt die Pneumokokken-Impfung in der aktuellen COVID-19-Pandemie?“ mit Stand 24. März 2020 verweisen:

„Die Pneumokokken-Impfung schützt nicht vor COVID-19. Allerdings können Pneumokokken-Infektionen zu schweren Lungenentzündungen und Sepsis führen und die Versorgung der Patienten auf einer Intensivstation ggf. mit Beatmung erfordern. Dies gilt es gerade bei einem ohnehin schon über die Maßen belasteten Gesundheitssystem zu vermeiden. Die STIKO empfiehlt – unabhängig von der COVID-19-Pandemie - für alle Personen, die ein erhöhtes Risiko für Pneumokokken-Erkrankungen haben, eine entsprechende Impfung. Es ist zudem plausibel, dass die Pneumokokken-Impfung eine bakterielle Superinfektion durch Pneumokokken bei Patienten mit COVID-19 verhindern kann. Bei Influenza-Erkrankungen sind bakterielle Superinfektionen durch Pneumokokken eine bekannte Komplikation. Die aktuelle Datenlage ist jedoch unzureichend um einzuschätzen, wie häufig solche Superinfektionen bei COVID-19 Patienten vorkommen.“

FAQ des RKI

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat hierzu die folgende Priorisierungsempfehlung herausgegeben:

„Pneumovax® 23 und Prevenar® 13

Bis auf weiteres sind beide Pneumokokkenimpfstoffe nur eingeschränkt lieferbar.

Um besonders vulnerable Personengruppen möglichst effektiv und entsprechend ihrem Risiko zu schützen, soll wie folgt vorgegangen werden:

Prevenar®13 soll ausschließlich für die Grundimmunisierung im Säuglingsalter bis zu einem Alter von 2 Jahren verwendet werden. Sollte Prevenar®13 nicht verfügbar sein, kann auf Synflorix® (10-valenter Pneumokokkenkonjugatimpfstoff) ausgewichen werden.

Pneumovax®23 soll prioritär für folgende Personengruppen verwendet werden:

  • Patienten mit Immundefizienz
  • Senioren ab dem Alter von 70 Jahren
  • Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen

Auch bei Wiederverfügbarkeit der Impfstoffe sollten Pneumokokken-Impfungen ausschließlich dem Personenkreis vorbehalten bleiben, der in den gültigen Impfempfehlungen der STIKO benannt ist (die aktuellen STIKO-Empfehlungen finden Sie hier:  www.rki.de/stiko-empfehlungen).“

Weitere Informationen hierzu finden Sie auf den Websites der STIKO und des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI).

Zu den Informationen der STIKO

Zu den Informationen des PEI

Pneumokokken-Impfstoff Pneumovax 23 aus Japan

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat darüber informiert, dass voraussichtlich ab 03. April 2020 der Impfstoff Pneumovax 23 wieder zur Verfügung stehen wird. Es handelt sich hierbei um aus Japan eingeführte Impfstoffdosen von Pneumovax 23 der folgenden Chargen:

  • Pneumovax NP, Charge: R033352, verwendbar bis 11.06.2020
  • Pneumovax NP, Charge: R033353, verwendbar bis 13.06.2020

Die Verpackung und die Gebinde werden in japanischer Kennzeichnung auf den Markt gebracht werden. Auch die Klebeetiketten mit der Charge für den Impfpass sind in japanischen Schriftzeichen. Es wird daher notwendig werden, handschriftlich zu notieren, dass es sich um Pneumovax 23 handelt. Eine Chargenprüfung durch das PEI ist in diesem Fall formal nicht erforderlich. Nichtsdestotrotz hat das PEI Qualität und Echtheit der Chargen überprüft. Auf der Webseite des PEI finden Sie ausführliche Informationen zu den Chargen und der Verpackung.

Informationen des PEI

Unter anderem in Sozialen Netzwerken kursieren viele Falschmeldungen. Das in vielen Massenmedien verbreitete Statement von WHO-Sprecher Christian Lindmeier zur Ibuprofen-Einnahme ist auf der WHO-Website in dieser Form nicht zu finden. Unter folgendem Link finden Sie eine aktuelle Einschätzung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Frage „Gibt es gesicherte Erkenntnisse zur Wirkung von Ibuprofen auf die Erkrankung mit dem Coronavirus?“ samt Antwort steht dort am Seitenende.

Überdies äußert sich auch die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) auf der ABDA-Website zum Zusammenhang von COVID-19 und einer Therapie mit Ibuprofen beziehungsweise ACE-Hemmern/Sartanen. Auch zu diesem Statement finden Sie hier einen Link.

Einschätzung des BfArM

Information der AMK

Die am 12. März 2020 veröffentlichten „Empfehlungen zur intensivmedizinischen Therapie von Patienten mit COVID-19“ führt zur „Medikamentösen Therapie“ Folgendes aus (verfügbar unter https://www.dgiin.de/  bzw. https://link.springer.com/article/10.1007/s00063-020-00674-3):

„Für eine spezifische antivirale Therapie liegen bislang noch keine ausreichenden Daten vor. Es gibt Therapieversuche mit einer Reihe von Substanzen (Hydroxychloroquin, Lopinavir/Ritonavir, Camostat, Remdesivir etc.). Ein Einsatz kann unter Umständen nach einer Benefit-Risiko-Abwägung als Einzelfallentscheidung erwogen werden. Therapieversuche sollten, wenn möglich, im Rahmen von „Compassionate-Use“-Programmen oder Studienprotokollen durchgeführt werden […].“

Dem Dokument „Hinweise zu Erkennung, Diagnostik und Therapie von Patienten mit COVID-19“ auf der Homepage des Robert Koch Instituts (RKI) mit Stand 13. März 2020 ist ab Seite 4 zu entnehmen:

„Zahlreiche  antivirale  Therapien  werden  im  Kontext  mit  SARS-CoV2  unter  anderem  von  der  WHO  diskutiert.  Aktuell  sind  noch  zu  wenige  Daten  verfügbar,  um  eine  Therapieempfehlung  in  Deutschland  auszusprechen.  Der  Einsatz  ist  daher  erst  bei  schweren  Verlaufsformen  im  Rahmen  einer  Einzelfallentscheidung  zu  erwägen.  Auch  für  schwere  Verlaufsformen  von  COVID-19 liegt keine ausreichende Evidenz für eine Therapieempfehlung vor. Es muss daher vor  antiviraler  Therapie  als  individueller  Heilversuch  eine  sehr  sorgfältige  Abwägung  des  Nutzen-/Risiko-Verhältnisses  erfolgen.  Vorzugsweise  sollten  Patienten  im  Rahmen  klinischer  Studien behandelt werden. […]“

Dokument des RKI

Weiterführende Informationen finden Sie in den Dokumenten beziehungsweise auf den Seiten der WHO und des BfArM:

„Clinical management of severe acute respiratory infectionwhen novelcoronavirus (2019-nCoV) infection is suspected (Interim guidance, 28 January 2020) auf der WHO-Website.

WHO-Information

Fragestellungen „Kann das BfArM Aussagen zur Wirksamkeit bereits zugelassener Arzneimittel bei COVID-19 treffen?“ beziehungsweise „Hinweise zu individuellen Heilversuchen mit Hydroxychloroquin bei COVID-19“ verfügbar auf der BfArM-Website.

BfArM-Dossier

Listen der WHO mit allen potenziellen Therapeutika und die derzeit damit durchgeführten Studien:

Therapeutika-Liste

Studien-Liste

Hydroxychloroquin - Sicherstellung der Versorgung von chronisch kranken Patientinnen und Patienten in den zugelassenen Indikationen

Das BfArM informiert darüber, dass Hydroxychloroquin-haltige Arzneimittel ambulant ab sofort nur noch unter Angabe einer der zugelassenen Indikationen:

  • ­  rheumatoide Arthritis
  • ­   juvenile idiopathische Arthritis
  • ­   systemischer Lupus erythematodes
  • ­   Malariaprophylaxe und -therapie

verordnet werden sollen. Eine Verordnung auf Privatrezept ohne Angabe der Indikation soll nicht erfolgen; gleiches gilt für den Eigengebrauch nach Vorlage des Arztausweises. Sollte die Angabe der Indikation fehlen, kann die Apotheke nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt und Bestätigung einer zulassungskonformen Indikation, diese auf der Verschreibung nachtragen.

Die Verordnung soll jeweils auf maximal 100 Tabletten à 200 mg beschränkt werden, was einer üblichen Dosierung im Rahmen der Dauertherapie (2 x täglich 200 mg für eine Dauer von 50 Tagen) entspricht. Für die ambulante Malariatherapie ist eine Verordnung von maximal 12 Tabletten erlaubt.

Diese Maßnahme gilt der Sicherstellung der medikamentösen Versorgung von Patienten mit den oben genannten chronischen Erkrankungen. Derzeit häufen sich Hinweise, dass Hydroxychloroquin-haltige Arzneimittel verstärkt Off-Label zur (potentiellen) Behandlung von Covid-19 verordnet werden. Der Off-Label-Einsatz außerhalb von klinischen Prüfungen sollte jedoch nur im Rahmen eines individuellen Heilversuchs bei stationär überwachten Verläufen von mit SARS-CoV-2 infizierten Patienten erfolgen.

Die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) bittet Apothekerinnen und Apotheker, betroffene Patienten angemessen zu informieren und verschreibende Ärzte auf die geänderten Vorgaben der Verordnung hinzuweisen.

Die entsprechenden Informationen finden Sie auf den Seiten des BfArM und der AMK:

Auf der Seite des BfArM finden Sie die entsprechenden Informationen unter:

BfArM-Information

BfArM-Übersicht

AMK-Information

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