Beschäftigung ausländischer Apotheker

Dokumente und Downloads Apotheker aus dem Ausland

Pharmazeutinnen und Pharmazeuten, die ihre Ausbildung zum Apotheker im Ausland abgeschlossen haben, müssen diese in Deutschland anerkennen lassen, um hier in ihrem erlernten Beruf arbeiten zu können. Aber auch schon vor Erhalt der deutschen Approbation gibt es für Pharmazeuten aus dem Ausland verschiedene Möglichkeiten in einer deutschen Apotheke Erfahrungen zu sammeln oder eine Beschäftigung auszuüben.

Ob überhaupt eine Beschäftigung in Deutschland aufgenommen werden darf ist davon abhängig, ob eine Aufenthaltsgenehmigung und eine Arbeitserlaubnis vorliegen.
Für Apotheker aus den EU-Mitgliedstaaten ist das unproblematisch: sie erhalten die Aufenthaltsgenehmigung im Rahmen der Freizügigkeit automatisch; ein gültiger Pass oder Personalausweis genügt.

Bei Pharmazeuten aus einem Drittstaat (nicht EU-, EWR-Staat oder Schweiz) muss eine Aufenthaltsgenehmigung und eine Arbeitserlaubnis vorliegen. Diese ist in der Regel auf dem Aufenthaltsdokument vermerkt. Fehlt eine Arbeitserlaubnis scheidet eine Beschäftigung und auch das Absolvieren eines Praktikums aus.

Berufserlaubnis

Mit der Berufserlaubnis (zeitlich befristet) darf der Pharmazeut in der Apotheke unter Aufsicht eines approbierten Apothekers arbeiten. Bei der Vergütung ist auf jeden Fall das Mindestlohngesetz zu beachten.

Ein Pharmazeut, der zwar eine Arbeitserlaubnis, aber noch nicht über eine Berufserlaubnis verfügt, kann in einer Apotheke auch als Arbeitnehmer für den nicht-pharmazeutischen Bereich eingestellt werden. Die Vorgaben des Mindestlohngesetzes sind zu beachten.

Hospitation

Die Hospitation in einer Apotheke ist auch ohne das Vorliegen einer Arbeitserlaubnis möglich. Die Hospitation ist zeitlich nicht definiert. Sie dient dazu, den Apothekenbetrieb durch Beobachtung kennen zu lernen. Der Hospitant hat keinerlei Arbeitspflichten und darf insbesondere nicht pharmazeutisch tätig werden. Er unterliegt nicht dem Weisungsrecht des Apothekenleiters. Er hat keinen Anspruch auf eine Vergütung oder Urlaub und ist grundsätzlich während seines Besuchs in der Apotheke nicht gesetzlich unfallversichert.

Vereinbarung über eine Hospitation

Praktikum

Im Gegensatz dazu handelt es sich bei einem Praktikum um eine auf eine bestimmte Dauer ausgelegte Vertiefung erworbener oder noch zu erwerbender Kenntnisse in praktischer Anwendung oder eine Mitarbeit für das Erlernen neuer Kenntnisse und Fähigkeiten in einem Betrieb. Der Praktikant unterliegt im Hinblick auf seine Tätigkeit dem umfassenden Weisungsrecht des Ausbilders und erhält eine Ausbildungsvergütung. Auch bei einem Praktikum darf der ausländische Pharmazeut nicht pharmazeutisch tätig werden. Bei der Vergütung des Praktikums muss das Mindestlohngesetz beachtet werden, da es sich weder um ein Orientierungs- noch um ein Pflichtpraktikum handelt. Der Praktikant ist während der Zeit des Praktikums gesetzlich unfallversichert, da es sich um ein Beschäftigungsverhältnis handelt.