Allgemeinpharmazie - Durchführungsempfehlungen

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1. Einleitung

Die Weiterbildung zum Fachapotheker1 für Allgemeinpharmazie soll dem Apotheker die Möglichkeit geben, spezielle, weitergehende Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertig­keiten in diesem Gebiet zu erlangen. Rechtliche Grundlage sind die Weiterbildungs­ordnungen der Apothekerkammern.

Um Weiterzubildenden, Ermächtigten und den Apothekerkammern einen Leitfaden zur Durchführung der Weiterbildung zu geben und ein qualitativ hohes, ein­heitliches Niveau der Weiterbildung in Deutschland zu gewährleisten, hat die Fachkommission Allgemeinpharmazie der Bundesapothekerkammer nachfolgende Empfehlungen erarbeitet. Diese beschreiben die Ziele der Weiterbildung in Form von Kompetenzen, die während der Weiterbildung erworben werden müssen. Sie legen außerdem den Ablauf der theoretischen und praktischen Weiterbildung, die Anforderungen an theoretische Weiterbildungsseminare, Weiterbildungsermächtigte und Weiterbil­dungsstätten sowie Maßnahmen zur Qualitätssicherung der Weiterbildung fest.

2. Ziele der Weiterbildung

Die Weiterbildung zum Fachapotheker für Allgemeinpharmazie vermittelt dem Apotheker weiterführende Kompetenzen für die pharmazeutische Praxis, Management- und persönliche Kompetenzen.
Ziel der Weiterbildung ist der Ausbau der fachlichen Kompetenzen, der vor allem die fundierte pharmazeutische Beratung und Betreuung der Patienten umfasst. Dabei wird der Fokus der Weiterbildung auch auf besondere Patientengruppen – wie geriatrische Patienten, Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder – gerichtet. Zudem ist der weitergebildete Apotheker Spezialist für das effektive Medikations- und Inter­aktionsmanagement in der Apotheke und verfügt über vertiefte Fertigkeiten in der Beschaffung und Bewertung von Arzneimittelinformationen, in der Arzneimittelher­stellung in der Apotheke und der Durchführung von Screening-Maßnahmen.

Weiteres Ziel der Weiterbildung ist die Stärkung persönlicher Kompetenzen: im Bereich der Mitarbeiterführung, der verbesserten Kommunikation mit Kunden, Ärzten und Angehörigen anderer Gesundheitsberufe und der Motivierenden Gesprächsführung.
Durch den Ausbau von Managementkompetenzen für Betriebsführung und Marketing in der Apotheke, Qualitätsmanagement und Heimversorgung wird der Fachapotheker optimal auf die Leitung einer Apotheke vorbereitet und in der Lage versetzt, Verant­wortung für den wirtschaftlichen Erfolg der Apotheke zu übernehmen.

3. Ablauf der Weiterbildung

Die Weiterbildung im Gebiet Allgemeinpharmazie erfolgt in praktischer Tätigkeit an einer von der Apothekerkammer zugelassenen Weiterbildungsstätte unter Anleitung eines zur Weiterbildung ermächtigten Apothekers. Bei Vollzeit­tätigkeit beträgt die Weiterbildungszeit 36 Monate. Die Weiterbildung bei Teilzeittätigkeit ist möglich, wobei sich die Weiterbil­dungszeit entsprechend verlängert.
Während der Weiterbildungszeit erwirbt der Weiterzubildende die im Kompetenzka­talog beschriebenen pharma­zeutischen, persönlichen und Management­kompeten­zen. Diese Kompetenzen erarbeitet sich der Weiterzubildende selbständig mit fachlicher und organisatorischer Unterstützung des Weiterbildungs­ermächtigten. Er nutzt dazu die unter Punkt 4 beschriebenen Instrumente zum Kompetenzerwerb. Die in den theoretischen Weiterbildungs­seminaren und Fortbildungs­veranstaltungen erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten sollen im Rahmen der praktischen Weiter­bildung an der Weiterbildungsstätte fortlaufend umgesetzt und geübt werden.
Der zeitliche Ablauf des Kompetenzerwerbs wird im Weiterbildungsplan festgelegt.

3.1 Weiterbildungsplan

Der Weiterbildungsplan wird zu Beginn der Weiterbildungszeit von dem Ermächtigten und dem Weiterzubildenden gemeinsam erstellt (vgl. dazu die Vorlage in Anhang 4). Der Weiterbildungsplan dient der Orientierung und kontinuierlichen Kontrolle über den fortschreitenden Kompetenzerwerb. Es empfiehlt sich, den Weiterbildungsplan in regelmäßigen Abständen auf seine Aktualität zu überprüfen und ggf. anzupassen. Der Weiterbildungsplan soll mit dem Ermächtigten mindestens einmal jährlich im Rahmen des Fachgespräches überprüft und ggf. angepasst werden.

Um im Falle der Verbundermächtigung, bei der Weiterzubildender und Ermächtigter nicht in derselben Apotheke arbeiten, evtl. auftretende arbeitsrechtliche Probleme auszuräumen, sollte der Arbeitgeber des Weiterzubildenden sein Einver­ständnis erklären, dass dem Weiterzubildenden nach Maßgabe des Weiterbildungs­planes Gelegenheit gegeben wird, die geforderten Kompetenzen zu erlangen.

3.2 Fachgespräch

Zwischen Ermächtigtem und Weiterzubildendem muss mindestens zweimal jährlich ein Fachgespräch stattfinden. Dabei sollte der zurückliegende Weiterbildungs­ab­schnitt besprochen und von beiden beurteilt, anstehende Defizite aufgezeigt und der Erwerb neuer Kompetenzen festgelegt oder erarbeitet werden. Die Fachgespräche müssen protokolliert werden (vgl. die Dokumentationsvorlage in Anhang 4).

4. Instrumente zum Kompetenzerwerb

Der Weiterzubildende nutzt für den Kompetenzerwerb verschiedene Instrumente:

  • Weiterbildungsseminare der Apothekerkammern,
  • Zertifikatfortbildungen nach Curricula der Bundesapothekerkammer,
  • Austausch mit anderen Weiterzubildenden in Weiterbildungszirkeln,
  • Fortbildung in Form von Selbststudium, E-Learning oder Fortbildungs-veranstaltungen
  • Durchführung praktischer Aufgaben an der Weiterbildungsstätte,
  • Projektarbeit.

4.1 Weiterbildungsseminare

Der Weiterzubildende muss während der Weiterbildungszeit spezielle Weiterbil­dungs­seminare besuchen, die von den Apotheker­kammern angeboten werden. Damit wird ein Teil der 120 Stunden umfassenden theoretischen Weiterbildung abgedeckt. Zur genauen Aufteilung vgl. Anhang 2.
Die Weiterbildungs­seminare müssen vor ihrer Durchführung durch die Weiterbil­dungs­akademie der Bundes­apotheker­kammer anerkannt sein und haben eine entsprechende Akkreditierungs­nummer.

4.2 Zertifikatfortbildungen nach Curricula der Bundesapothekerkammer

Für den Erwerb der erforderlichen Kompetenzen kann der Weiterzubildende Zertifi­katfortbildungen besuchen, die von den Landes­apotheker­kammern nach den Curricula der Bundes­apotheker­kammer durchgeführt werden. Die folgenden Zertifi­kat­fortbildungen sind auf die theoretische Weiterbildung anrechenbar:

NrTitel der Zertifikatfortbildunganrechenbar auf Modulmax. Umfang
1Pharmazeutische Betreuung von Diabetes-PatientenA136 h
2Pharmazeutische Betreuung von Asthma-PatientenA19 h
3Pharmazeutische Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit AsthmaA1 oder A220 h
4Wundversorgung durch den ApothekerA114 h
5Pharmazeutische Betreuung von Patienten mit Herz-Kreislauf-ErkrankungenA130 h
5.1Pharmazeutische Betreuung von Hypertonie-PatientenA110 h
5.2Pharmazeutische Betreuung von Patienten mit Koronarer Herzerkrankung (KHK) oder HerzinsuffizienzA120 h
6InteraktionenA44 h
7Palliativpharmazie – Der Apotheker als Teil des Palliative Care TeamsA140 h
8Pharmazeutisches QualitätsmanagementB1Teil 1: 16 h
Teil 2: 32 h
Teil 3: 24 h

4.3 Weiterbildungszirkel

Weiterbildungszirkel sind regionale Arbeitsgruppen von Apothekern in der Weiterbil­dung. Sie bestehen im Regelfall aus bis zu 15 Weiterzubildenden. Die Teilnahme an mindestens zwei Weiterbildungszirkeltreffen pro Jahr ist verpflichtend. Der zeitliche Umfang der Zirkelarbeit soll mindestens 6 Zeitstunden pro Jahr umfassen.
Die Weiterbildungszirkel können von den Weiterzubildenden selbst oder von der Apothekerkammer organisiert werden. Die Treffen der Weiterbildungs­zirkel sollten moderiert werden. Die Moderation kann von den Weiterzubildenden, einem Weiter­bildungsermächtigten oder einem Vertreter der Apothekerkammer, z. B. einem Mitglied des Weiterbildungs- oder Prüfungsausschusses, übernommen werden.
Die zu bearbeitenden Themen ergeben sich aus dem Kompetenzkatalog für den Fachapotheker für Allgemeinpharmazie, wobei die Schwerpunkte der Zirkelarbeit von den Weiterzubildenden selbst festgelegt werden können. Auch die Ergebnisse der praktischen Aufgaben oder der Projektarbeiten, die die Weiterzubildenden zu erfüllen haben, können in den Weiterbildungszirkeln vorgestellt und diskutiert werden.
Themen, Zielstellung und Ergebnisse der Weiterbildungszirkel sind zu dokumentieren (vgl. dazu den Dokumentationsbogen in Anhang 4). Der Dokumentationsbogen ist innerhalb von 2 Wochen nach Durchführung des Zirkels bei der Apotheker­kammer einzureichen.

4.4 Fortbildung

Um die geforderten Kompetenzen des Fachapothekers zu erreichen, kann der Weiterzubildende auch auf Instrumente der Fortbildung zurückgreifen. Diese reichen vom Besuch von entsprechenden Fortbildungsveranstaltungen über E-Learning-Angebote bis hin zum Studium entsprechender Fachliteratur (Fachzeitschriften, Fachbücher etc.). Der notwendige Umfang richtet sich nach den individuellen Kenntnissen und vorhandenen Kompetenzen des Weiterzubildenden.

4.5 Praktische Aufgaben

Während der dreijährigen Weiterbildungszeit sind mindestens drei praktische Aufgaben zu bearbeiten. Dabei muss jeweils eine praktische Aufgabe aus den Kompetenzbereichen A, B und C ausgewählt werden. Die Auswahl der praktischen Aufgaben erfolgt in Abstimmung mit der Apothekenleitung, da die Weiterbildungs­stätte durch die Bearbeitung der praktischen Aufgaben größtmöglich profitieren soll. Vorschläge für konkrete praktische Aufgaben sind in Anhang 3 beschrieben.
Die Erarbeitung und praktische Umsetzung der Aufgaben ist zu dokumentieren. Der Umfang der Dokumentation umfasst mindestens 2, maximal 5 Seiten. Spätestens bei der Anmeldung zur Fachapothekerprüfung ist die Dokumentation bei der Apotheker­kammer einzureichen.
Die praktischen Aufgaben können auch im Rahmen der Weiterbildungszirkel vorge­stellt und diskutiert werden.

4.6 Projektarbeit

Während der Weiterbildungszeit erstellt der Weiterzubildende im Rahmen der prakti­schen Weiterbildung an der Weiterbildungs­stätte eine Projektarbeit. Die Projektarbeit muss einen unmittelbaren Bezug zu den Weiterbildungs­inhalten des Gebietes Allge­mein­pharmazie haben und die Anforderungen an eine Projektarbeit gemäß dem „Leitfaden der Bundes­apotheker­kammer zur Erstellung der Projektarbeiten“ erfüllen.

5. Prüfung

Am Ende der Weiterbildungszeit weist der Weiterzubildende die erworbenen Kompetenzen bei der abschließenden Prüfung vor dem Prüfungsausschuss der Landes­apotheker­kammer nach. (Vgl. dazu die „Empfehlungen der Bundes­apothe­ker­kammer zur Durchführung der Prüfungen in der Weiterbildung“.)

6. Der Weiterbildungsermächtigte

Der Ermächtigte ist weitergebildeter Fachapotheker für Allgemeinpharmazie (bzw. Offizin-Pharmazie) und hat damit die erforderlichen Kompetenzen, um die Weiter­bildung des Apothekers zu leiten. Der Ermächtigte sollte ein aktuelles Fortbildungs­­zertifikat einer Apothekerkammer vorweisen können. Der Ermächtigte ist idealer­weise selbst an der Weiterbildungs­stätte des Weiterzubildenden tätig.

Der Ermächtigte trägt mit fachlicher und organisatorischer Unterstützung dazu bei, dass der Weiterzubildende die vorgeschriebenen Kompetenzen eines Fach­apothekers für Allgemein­pharmazie erwirbt. Dazu zählt, dass:

  1. der Weiterzubildende Zugang zu allen wissenschaftlichen und sonstigen Hilfs­mitteln der Apotheke und zum Internet erhält,
  2. dem Weiterzubildenden die Teilnahme an den erforderlichen Weiter- bzw. Fortbil­dungs­veranstaltungen durch entsprechende Arbeitszeit­planung in der Apotheke in gegenseitigem Einvernehmen ermöglicht wird,
  3. Ermächtigter und Weiterzubildender gemeinsam einen Weiterbildungsplan festlegen, um sicherzustellen, dass die Weiterbildung planmäßig, zeitlich und sachlich angemessen gegliedert und das Weiterbildungsziel in der vorgesehenen Zeit erreicht wird,
  4. der Ermächtigte mit dem Weiterzubildenden mindestens zwei Fachgespräche pro Jahr führt, um die Einhaltung des Weiterbildungsplans zu überprüfen und ggf. geeignete Maßnahmen zu dessen Einhaltung oder Korrektur festzulegen.

7. Die Weiterbildungsstätte

Als Weiterbildungs­stätten für die Weiterbildung zum Fachapotheker für Allgemein­­pharmazie können öffentliche Apotheken, auch Filialapotheken, zugelassen werden. Die Zulassung erfolgt auf Antrag des Inhabers der Betriebserlaubnis, der dabei gegenüber der Apothekerkammer erklärt, dass die folgenden Anforderungen an die Weiterbildungs­stätte erfüllt sind und er bereit ist, diese ggf. auch nachzuweisen:

  1. Die Apotheke ist in einem einwandfrei geführten Zustand. Bei Betriebs­besichtigungen durch die Behörden wurden keine Beanstandungen mit größerer Tragweite festgestellt.
  2. In der Apotheke sind aktuelle wissenschaftliche Literatur und sonstige Hilfs­mittel über die in der Apothekenbetriebsordnung definierten Anforderungen hinaus, inklusive einem EDV-Programm zur Pharmazeutischen Betreuung der Patienten, vorhanden.
  3. Die Apotheke hat einen Internetanschluss, den der Weiterzubildende nutzen kann.
  4. Die Apotheke hat einen Arbeitsplatz, den der Weiterzubildende für die schrift­liche Bearbeitung der praktischen Aufgaben nutzen kann.
  5. In der Apotheke werden regelmäßig Arzneimittel hergestellt.

8. Anforderungen an Weiterbildungsseminare

8.1 Teilnehmerzahl

Um die aktive Mitarbeit der Weiterzubildenden zu gewährleisten, darf die maximale Teilnehmerzahl pro Weiterbildungs­seminar 25 Personen nicht übersteigen.

8.2 Räumlichkeiten

Die Sitzordnung im Seminarraum sollte so gewählt sein, dass die Teilnehmenden Blickkontakt zueinander und zum Referenten haben. Geeignet ist beispielsweise eine U- oder kreisförmige Sitzordnung. Nicht geeignet sind Hörsaal- oder Kinobestuhlung. Für die Arbeit in Kleingruppen sollten weitere geeignete Räume zur Verfügung stehen, die eine ungestörte Arbeits­atmosphäre ermöglichen.

8.3 Durchführung der Seminare

Um den Erwartungen der Weiterzubildenden während des Seminars soweit wie möglich entgegen­zukommen, sollte zu Beginn jedes Seminars eine Abfrage der Erwartungen und Interessen der Teilnehmenden erfolgen. Diese sind von den Referenten in den weiteren Ablauf des Seminars mit einzubeziehen.
Ebenso sollte am Ende jedes Seminars ein mündliches Feedback durch die Teil­nehmenden zur Reflexion und Evaluation erfolgen. Zusätzlich füllen die Teil­nehmenden die von den Apothekerkammern ausgegebenen Evaluationsbögen schriftlich aus.
Der Lernprozess während der Weiterbildungs­seminare soll teilnehmer­orientiert erfolgen, d. h. aktive Lernmethoden stehen im Vordergrund. Dazu sollte das Referententeam ein breites methodisches Repertoire anwenden, wie Kursreferate der Teilnehmer, Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit, Diskussion, Brainstorming, Selbst­studien­material, Rollenspiel etc. Der Mindestumfang der aktivierenden Teil­nehmer­methoden soll in jedem Seminar 50 Prozent betragen. Um einen hohen Praxis­bezug der Seminare zu gewährleisten, soll das Lernen und Üben – wo immer möglich – an konkreten Patientenfällen erfolgen; dabei kann es sich sowohl um Patientenfälle auf dem Papier als auch um „reale“ Patienten handeln.
Zur Vorbereitung der Seminare können den Weiterzubildenden bereits im Vorfeld Aufgaben übermittelt werden. Sie gewährleisten einen einheitlichen Wissensstand der Teilnehmenden, beispielsweise durch die Bearbeitung eines Fragenkatalogs zum Thema oder konkreter Aufgabenstellungen, deren Lösung im Rahmen des Seminars besprochen wird.

8.4 Qualifikation der Referenten

Die Referenten müssen fachlich durch mehrjährige Berufserfahrung und praktische Kenntnisse qualifiziert sein. Neben der fachlichen Qualifikation ist die methodische Qualifikation der Referenten wesentliche Voraussetzung für den Erfolg des Seminars.
Der Referent soll seine Rolle weniger als Dozent oder Experte im üblichen Sinne verstehen, sondern sich eher als Coach sehen, der die Weiter­zubildenden durch entsprechende Zielvorgaben, Aufgaben- und Fragestellungen zu selbständigen Lernprozessen anleitet. Der Referent soll dabei an die bisherigen beruflichen Erfah­rungen der Weiter­zubildenden anknüpfen und durch entsprechende Methodenwahl den Transfer des neu erworbenen Wissens in den Berufsalltag ermöglichen. Dabei steht nicht die reine Wissens-, sondern vor allem die Kompetenz­vermittlung während der Seminare im Vordergrund.

9. Qualitätssicherung der Weiterbildung

Qualitätssicherung der Weiterbildung ist die andauernde und institutionalisierte Erfolgskontrolle der Qualität und Wirksamkeit der Weiterbildung. Sie dient sowohl den Verantwortlichen für das Curriculum auf Ebene der Bundesapothekerkammer und der Landes­apotheker­kammern als auch den Referenten der Weiter­bildungs­seminare zur Überprüfung und weiteren Verbesserung der Qualität.

9.1 Qualitätssicherung des Weiterbildungscurriculums

Das Curriculum der Weiterbildung ist periodisch zu evaluieren. Die Evaluierung erfolgt durch standardisierte Fragebögen der Bundes­apotheker­kammer, die von den weitergebildeten Apothekerinnen und Apothekern am Ende ihrer Weiterbildung auszufüllen sind. Die Übermittlung der Fragebögen erfolgt durch die Landes­apothe­ker­kammern.
Zudem erfolgt eine regelmäßige Befragung der Weiterbildungs- und / oder Prüfungs­­ausschüsse der Apotheker­kammern, deren Ergebnisse an die Bundes­apotheker­­kammer weitergeleitet werden.
Auf Ebene der Bundes­apotheker­kammer werden die Evaluierungs­ergebnisse jährlich ausgewertet. Bei Bedarf wird die Fachkommission für Allgemein­pharmazie einberufen, um die notwendigen Maßnahmen zur Überarbeitung des Curriculums abzuleiten. Die Fachkommission tagt mindestens im Abstand von drei Jahren. Ggf. können weitere externe Experten hinzugezogen werden.

9.2 Qualitätssicherung der Weiterbildungsseminare

Die Qualität der Weiterbildungs­seminare wird von den Teilnehmenden mittels schrift­licher Evaluierungs­bögen oder elektronischer Erfassung beurteilt. Die Evaluation sollte hinsichtlich folgender Parameter erfolgen:

  • a) Organisation der Veranstaltung,
  • b) Eignung der Räumlichkeiten,
  • c) fachliche, methodische, didaktische Qualifikation der Referenten,
  • d) Nutzen des neu erworbenen Wissens für die berufliche Praxis,
  • e) Änderungs- und Verbesserungsvorschläge.

Die Apotheker­kammern legen die Konsequenzen der Evaluierung selbstständig fest. Bei Bedarf stellen die Landes­apotheker­kammern die Evaluierungs­ergebnisse der Parameter d) und e) der Bundes­apotheker­kammer zur Verfügung, um die Überprü­fung des Weiterbildungs­curriculums zu unterstützen.

Anhang 1: Kompetenzkatalog
und Lernziele der theoretischen Weiterbildungsseminare

A) Kompetenzen für die pharmazeutische Praxis

A.1 Arzneimitteltherapie, pharmazeutische Beratung und Betreuung bei wichtigen und häufig vorkommenden Krankheitsbildern

Kompetenzen

Der Fachapotheker

  • kennt die wichtigen und häufig vorkommenden Krankheitsbilder der ärztlichen Praxis, deren Symptome und Arzneimitteltherapie. Er setzt diese Kenntnisse bei der Information und Beratung der Patienten bei der Abgabe von Arznei­mitteln im Rahmen der ärztlichen Verordnung und der Selbstmedikation um. Wichtige und häufig vorkommende Krankheitsbilder sind:
    • Herz-Kreislauferkrankungen
    • Stoffwechselerkrankungen
    • Schmerzen und rheumatische Erkrankungen
    • Erkrankungen des Respirations- und Gastrointestinaltraktes
    • Erkrankungen der Haut
    • Erkrankungen des Nervensystems
    • Infektionskrankheiten
    • Maligne Erkrankungen
    • Blutgerinnungsstörungen
    • Osteoporose
  • kann Arzneimittel aufgrund ihrer Wirkungsweise, Neben- und Wechsel­wirkungen und Arzneimittelrisiken beurteilen, UAW erkennen, lösen und vermeiden und damit zur Optimierung der Arzneimitteltherapie hinsichtlich Erfolg, Sicherheit und Compliance / Konkordanz beitragen
  • kann die Fähigkeiten von Patienten mit chronischen Erkrankungen zum Selbst­management ihrer Erkrankung stärken
  • kann Patienten über präventive, unterstützende und alternative Therapie­maßnahmen informieren und beraten

Qualifikationsformen und -nachweis

  • Weiterbildungsseminare und / oder Zertifikatfortbildungen gemäß BAK-Curricula (Wahlpflicht)
    • Der Umfang der besuchten Seminare bzw. Zertifikatfortbildung(en) mindestens 32 Zeitstunden betragen. Der Umfang der einzelnen Weiter­bildungsseminare sollte mindestens 8 Stunden umfassen. Welche Seminare besucht werden, entscheidet der Weiterzubildende nach Vergleich seiner vorhandenen Kompetenzen mit den oben beschrie­benen Kompetenzen.
    • Vertiefung durch Weiterbildungszirkel, praktische Aufgaben Fortbildung

A.1.1 Pharmazeutische Betreuung von Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Kompetenzen

Der Fachapotheker kann

  • die Krankheitsbilder Hypertonie, koronare Herzkrankheit, Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen erläutern sowie Risikofaktoren, Komplikationen und Folge- und Begleiterkrankungen beschreiben
  • Screening-Untersuchungen zur Identifikation von Risikopatienten in der Apotheke durchführen
  • die leitliniengerechte Therapie dieser Krankheitsbilder und dabei eingesetzten Wirkstoffgruppen und Arzneistoffe erläutern
  • typische arzneimittelbezogene Probleme von Herz-Kreislaufpatienten erkennen und Strategien zu deren Lösung entwickeln
  • unterschiedliche Messgeräte für die Blutdruckbestimmung bewerten und typische Fehlerquellen der Messungen erklären
  • die Selbstmessung des Patienten überprüfen und beurteilen
  • die psychologischen Probleme und Aspekte der Arzneimitteltherapie erkennen und durch gezielte Beratung der Patienten das Selbstmanagement und die Compliance fördern
  • Patienten über nicht-medikamentöse Maßnahmen zur Begleitung der Arznei­mitteltherapie beraten

Inhalte der Weiterbildungsseminare

  • Krankheitsbilder, Risikofaktoren
    • Hypertonie
    • Koronare Herzkrankheit
    • Herzinsuffizienz
    • Herzrhythmusstörungen
  • Komplikationen, Folge- und Begleiterkrankungen
  • Screening-Möglichkeiten in der Apotheke
    • Blutdruckmessung
    • kardiovaskuläre Risikostratifikation (Framingham, PROCAM-Test)
  • medikamentöse Therapie unter Berücksichtigung aktueller Leitlinien
    • relevante Wirkstoffklassen (Wirkung, UAW, KI, WW)
  • Pharmazeutische Betreuung des Herz-Kreislaufpatienten
    • Monitoring von Blutdruck, Medikation, Gewicht
    • typische arzneimittelbezogene Probleme und Lösungsstrategien
    • Beratung zur Patientenselbstmessung
    • psychologische Aspekte und Maßnahmen zur Förderung der Compliance
    • Bedeutung nicht-medikamentöser Maßnahmen (Rauchstopp, Gewichts­reduktion, Ernährung, körperliche Aktivität, Stressbewältigungsverfahren)

A.1.2 Pharmazeutische Betreuung von Patienten mit Diabetes mellitus

Kompetenzen

Der Fachapotheker kann

  • das Krankheitsbild Diabetes mellitus erläutern sowie Risikofaktoren, Kompli­kationen und Folge- und Begleiterkrankungen erläutern
  • Screening-Untersuchungen zur Identifikation von Risikopatienten in der Apotheke durchführen
  • die leitliniengerechte Therapie des Diabetes mellitus unter Berücksichtigung der vaskulären Risikofaktoren erläutern
  • die eingesetzten Wirkstoffgruppen und Arzneistoffe erläutern
  • typische arzneimittelbezogene Probleme von Diabetes-Patienten erkennen und Strategien zu deren Lösung entwickeln
  • Patienten über die korrekte Anwendung von Spritzen und Injektionshilfen für die Insulinapplikation aufklären und schulen
  • unterschiedliche Messgeräte für die Blutzuckermessung bewerten und typische Fehlerquellen der Messungen erklären
  • die Selbstmessung des Patienten überprüfen und beurteilen
  • die psychologischen Probleme und Aspekte der Arzneimitteltherapie erkennen und durch gezielte Beratung der Patienten das Selbstmanagement und die Compliance fördern
  • Patienten über nicht-medikamentöse Maßnahmen zur Begleitung der Arznei­mitteltherapie beraten

Inhalte der Weiterbildungsseminare

  • Therapieschemata bei Diabetes mellitus
    • orale Antidiabetika: Wirkung, UAW, KI, WW
    • Insulintherapie: Wirkung, Insulinarten, Umstellung auf Humaninsulin, intensivierte Insulintherapie, Insulinpumpen (Prinzip, Indikation, Kontra­indikationen), Insulinallergie, Insulinresistenz
  • Betreuung des diabetischen Patienten
    • typische arzneimittelbezogene Probleme des Diabetes-Patienten und Entwicklung von Lösungsstrategien – Fallbeispiele
    • Bedeutung der Blutparameter (HbA1c, Blutdruck, Cholesterin u. a.)
    • Maßnahmen bei Veränderung des Blutzuckerspiegel
  • Spritzen und Injektionshilfen zur Insulinapplikation (mit Übungen zur Anwendung)
    • korrekte Insulinapplikation: Auswahl geeigneter Nadeln, Wahl des Injektionsortes, Fehlerquellen, Hygiene, Lagerung, Komplikationen
    • Applikation mittels konventioneller Spritzen, Fertigspritzen und Pens
    • Pens: Technik, Wartung, Fehlerquellen, Patronenwechsel, kritische Bewertung aktueller Pens, Auswahlkriterien
    • nadelfreie Injektion von Insulin: Technik, Indikation, Vor- und Nachteile
    • Insulinpumpen: Technik, Vor- und Nachteile
    • Schulung des Patienten zur richtigen Handhabung
  • Screening-Möglichkeiten in der Apotheke
  • Blutzuckerselbstkontrolle
    • Anleitung des Patienten zur Selbstmessung
    • Interpretation durch den Patiente
  • Diabetes und Schwangerschaft
    • Gestationsdiabetes
    • präkonzeptionelle Beratung
    • Therapie des Diabetes in der Schwangerschaft
    • Mögliche Komplikationen

A.1.3 Pharmazeutische Betreuung von Schmerzpatienten

Kompetenzen

Der Fachapotheker kann

  • Schmerzarten unterscheiden
  • Prinzipien der medikamentösen Schmerztherapie erläutern
  • Analgetika in das WHO-Stufenschema einordnen und den Einsatz von Co-Analgetika erläutern
  • Krankheitsbilder von Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie rheumatoider Arthritis erläutern
  • die leitliniengerechte Therapie der o. g. Krankheitsbilder sowie die einge­setzten Wirkstoffgruppen und Arzneistoffe erläutern
  • typische arzneimittelbezogene Probleme erkennen und Lösungsstrategien entwickeln
  • nicht-medikamentöse Verfahren bewerten und den Patienten darüber beraten
  • den Patienten über geeignete Instrumente des Selbstmonitorings beraten

Inhalte der Weiterbildungsseminare

  • Pathogenese des Schmerzes
  • Schmerzarten
    • nozizeptiver/somatischer, viszeraler, neuropathischer/neurogener Schmerz
    • akute und chronische Schmerzen
  • Prinzipien der medikamentösen Schmerztherapie
  • Analgetika gemäß WHO-Stufenschema
    • Analgetika der Stufen I, II, III
    • Nebenwirkungsmanagement unter NSAR und Opioiden
    • galenische Formulierungen und Abgabehinweise
    • Applikation über PCA-Pumpen
    • Co-Analgetika bei der Therapie chronischer Schmerzen
  • Kopfschmerzen
    • Kopfschmerzarten (Spannungskopfschmerz, Migräne, Mischformen, Cluster-Kopfschmerz, arzneimittelinduzierter Kopfschmerz) und deren Ursachen
    • medikamentöse und nicht-medikamentöse Therapie und Prophylaxe akuter und chronischer Kopfschmerzen
    • leitliniengemäße Selbstmedikation von Kopfschmerzen
    • typische arzneimittelbezogene Probleme und Entwicklung von Lösungs­strategien – Fallbeispiele
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
    • Rückenschmerzen: Krankheitsbilder und Behandlungsstrategien
    • Degenerative Gelenkerkrankungen (Arthrosen): Krankheitsbild und Behandlungsstrategien
    • medikamentöse Therapie akuter und chronischer Muskel- und Gelenk­schmerzen
    • typische arzneimittelbezogene Probleme und Entwicklung von Lösungs­strategien – Fallbeispiele
    • nicht-medikamentöse Maßnahmen
  • Rheumatoide Arthritis
    • Krankheitsbild, Stadien der RA
    • medikamentöse Therapie akuter und chronischer rheumatoider Arthritis
    • typische arzneimittelbezogene Probleme und Entwicklung von Lösungs­strategien – Fallbeispiele
    • Bewertung anderer Therapieformen, z. B. "Rheuma-Diät", Enzym­präparate, Organextrakte, homöopathische Arzneimittel, Physiotherapie, Neuraltherapie, Akupunktur, Chiropraxis
    • Hilfsmittel für Rheumapatienten
  • Tumorschmerzen
    • Schmerzursachen bei Tumorerkrankungen
    • Ziele der Tumorschmerztherapie
    • Therapieansätze, WHO-Empfehlungen zur Schmerztherapie
    • Bedarfsmedikation und Co-Analgetika
    • galenische Formulierungen, Austauschbarkeit von Darreichungsformen und pharmazeutische Bedenken
  • Instrumente des Selbstmonitorings (Schmerztagebücher, Schmerzskala)

A.1.4 Pharmazeutische Betreuung von Patienten mit Asthma bronchiale und COPD

Kompetenzen

Der Fachapotheker kann

  • die Krankheitsbilder Asthma bronchiale und COPD erläutern und voneinander abgrenzen
  • die leitliniengerechte Therapie des Asthma bronchiale und der COPD sowie die eingesetzten Wirkstoffgruppen und Arzneistoffe erläutern
  • typische arzneimittelbezogene Probleme von Asthma- und COPD-Patienten erkennen und Strategien zur Lösung entwickeln
  • die unterschiedlichen Darreichungsformen und deren Handhabung erläutern, die Handhabung durch den Patienten beurteilen und den Patienten bei Bedarf schulen
  • den Patienten über Instrumente des Selbstmonitoring (Peak flow-Messung, Asthma-Tagebuch) beraten
  • die psychologischen Probleme und Aspekte der Arzneimitteltherapie (v. a. Cortison-Angst) erkennen und durch gezielte Beratung der Patienten die Compliance fördern

Inhalte der Weiterbildungsseminare

  • Symptome und Verlauf der Erkrankungen Asthma bronchiale und COPD und deren Abgrenzung
  • Therapieziele und Behandlungsschemata
  • Arzneistoffgruppen und Arzneistoffe (Wirkung, UAW, WW, KI)
  • typische arzneimittelbezogene Probleme und Entwicklung von Lösungs­strategien – Fallbeispiele
  • weitere Probleme
    • mangelndes Selbstmanagement
    • eingeschränkte Lebensqualität
    • psychische Aspekte
  • Darreichungsformen: Dosieraerosole, Pulverinhalatoren, Vernebler (Praktikum)
    • Vor- und Nachteile
    • Inhalationstechnik
    • Reinigung
  • Nutzen und Einsatz von Inhalationshilfen (Spacer)
  • Schulung und Beurteilung der Inhalationstechnik des Patienten
  • Instrumente des Selbstmanagements
    • Peak-Flow-Messung
    • Asthma-Tagebuch
  • Förderung der Compliance bei Glukocorticoid-Angst des Patienten

A.1.5 Pharmazeutische Betreuung von Patienten mit Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Kompetenzen

Der Fachapotheker kann

  • die Krankheitsbilder wichtiger Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes erläutern
  • die leitliniengerechte Therapie dieser Krankheitsbilder und die dabei einge­setzten Wirkstoffgruppen und Arzneistoffe erläutern
  • typische arzneimittelbezogene Probleme von Patienten mit Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes erkennen und Strategien zu deren Lösung entwickeln
  • die psychologischen Probleme und Aspekte der Arzneimitteltherapie erkennen und durch gezielte Beratung der Patienten die Compliance fördern
  • die Patienten auch über nicht-medikamentöse Maßnahmen zur Begleitung der Arzneimitteltherapie beraten

Inhalte der Weiterbildungsseminare

  • Refluxerkrankung, Ulkuskrankheiten, Reizmagen, Gastritis, Erbrechen
    • Krankheitsbilder
    • Säurebildung im Magen
    • leitliniengerechte medikamentöse und nicht-medikamentöse Therapie
    • Eradikation von Helicobacter pylori
    • typische arzneimittelbezogene Probleme und Entwicklung von Lösungs­strategien – Fallbeispiele
  • Morbus Crohn, Colitis ulcerosa
    • Krankheitsbilder, Risikofaktoren, extraintestinale Manifestationen
    • leitliniengerechte medikamentöse Therapie (akuter Schub, Remissions­erhaltung)
    • Arzneistoffgruppen und Arzneistoffe (Wirkung, UAW, WW, KI)
    • typische arzneimittelbezogene Probleme und Entwicklung von Lösungs­strategien – Fallbeispiele
    • Einfluss von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen auf den Ernäh­rungszustand und Empfehlungen zur Ernährung
    • psychologische Probleme und Aspekte der Arzneimitteltherapie
    • komplementäre und alternative Therapien
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • Krankheitsbilder und Therapie
    • Leberschädigende Arzneistoffe
    • Leberschäden und deren Einfluss auf den Arzneistoff-Metabolismus

A.1.6 Pharmazeutische Betreuung von Patienten mit Hauterkrankungen

Kompetenzen

Der Fachapotheker kann

  • die Krankheitsbilder typischer Hauterkrankungen beschreiben
  • die leitliniengerechte Therapie typischer Hauterkrankungen sowie die einge­setzten Wirkstoffgruppen und Arzneistoffe erläutern
  • geeignete Dermatikagrundlagen empfehlen, die bei der Behandlung der häufigsten Hautzustände und Krankheitsbilder sinnvoll eingesetzt werden
  • den Patienten mit Hauterkrankungen hinsichtlich der medizinischen Haut­pflege und adjuvanter nicht-medikamentöser Maßnahmen beraten

Inhalte der Weiterbildungsseminare

  • Atopisches Ekzem (Neurodermitis)
    • Ätiologie
    • Erkennen von Major-Kriterien und Minor-Kriterien
    • Therapiekonzepte des Atopischen Ekzems (Basispflege, lokale Therapie, systemische Therapie, alternative und adjuvante Therapien)
  • Akne
    • klinisches Bild, Pathogenese
    • Therapieziele
    • lokale (keratolytisch, antibakteriell) und systemische Therapie
    • Hinweise zur Anwendungsdauer, Einnahme, Resistenzentwicklung, Kombi­nationsmöglichkeiten, Therapieerfolg
    • nicht-medikamentöse Therapie
    • Hautreinigung und -pflege
    • Bewertung des Einflusses der Ernährung
  • Psoriasis
    • Ätiologie, Pathogenese, klinisches Bild, Lokalisation, Triggerfaktoren
      Psoriasis-Typen
    • Therapiekonzepte (Basistherapie, Rotationstherapie, leitliniengerechte lokale und systemische Therapie)
    • nicht-medikamentöse Therapie (Phototherapie, Klima- / Balneotherapie, psychosoziale Therapie) einschließlich Hautpflege
  • Systematik und Kriterien für die Auswahl der Dermatika
    • Auswahl offizineller flüssiger und halbfester Zubereitungen zur kutanen Anwendung bei verschiedenen Indikationen anhand des Phasendreiecks (praktische Übungen)
    • Besonderheiten bei der Auswahl der Dermatika für Kinder (Wirkstoffe, Wirkstoffkonzentration, Emulgatoren)
    • Kritische Beurteilung der Zusammensetzung von Hautpflegemitteln anhand von Produktbeispielen
  • Aspekte der pharmazeutischen Betreuung - Messverfahren zur Bestimmung physiologischer Hautparameter
    • Corneometrie (Messungsprinzip, Aussagekraft, Empfehlungen für standar­disierte Bedingungen, Verlaufsbeobachtung bei der Testung verschiedener Externa)
    • Sebumetrie (Messungsprinzip, Aussagekraft, Empfehlungen für standardi­sierte Bedingungen)

A.1.7 Pharmazeutische Beratung von Patienten mit Infektionskrankheiten

Kompetenzen

Der Fachapotheker kann

  • häufige Anwendungsgebiete von Antiinfektiva und Grundsätze der Antiinfektiva-Therapie erläutern
  • die leitliniengerechte Therapie wichtiger bakterieller und viraler Infektionen sowie Mykosen und die dabei eingesetzten Wirkstoffgruppen und Arzneistoffe erläutern
  • typische arzneimittelbezogene Probleme der Antiinfektiva-Therapie erkennen und Strategien zu deren Lösung entwickeln
  • Patienten notwendige Beratungshinweise vor allem bei der Erstverordnung von Antiinfektiva geben

Inhalte der Weiterbildungsseminare

  • häufige Anwendungsgebiete der Antiinfektiva
  • Erreger von Infektionskrankheiten
  • Grundsätze der Antiinfektiva-Therapie
    • Wirkmechanismen
    • Applikationsarten
    • Empfehlungen zur rationalen Antibiotika-Therapie
    • Beratungshinweise bei der Erstverordnung
    • Antibiotikaeinsatz zur Prophylaxe
    • Antibiotika-Einsatz in Schwangerschaft und Stillzeit
    • Antibiotika-Einsatz bei Neugeborenen
  • Bakterielle Infektionen
    • Einteilung der Wirkstoffe
    • Klinische Pharmakologie nach Krankheitsbildern, insbesondere Bronchitis, Angina, Sinusitis, Otitis media, Harnwegsinfekte
    • Typische arzneimittelbezogene Probleme, insbesondere Interaktionen mit der Co-Medikation, und Entwicklung von Lösungsstrategien – Fall­beispiele
  • Infektionen im Kindesalter
    • Symptome, Inkubationszeiten, Ansteckungsgefahr bei Mumps, Masern, Röteln, Windpocken, Scharlach
    • Medikamentöse Therapie
  • Virale Infektionen
    • Einteilung der Wirkstoffe
    • Klinische Pharmakologie nach Krankheitsbildern, insbesondere Gürtel­rose, Herpes, ,AIDS
    • typische arzneimittelbezogene Probleme und Entwicklung von Lösungs­strategien – Fallbeispiele
  • Impfungen
    • Impfrichtlinien
    • Herstellungsprinzipien und Zusammensetzung der Impfstoffe, einschließlich UAW
    • Impfrisiken
    • Prophylaxeplan bei Fernreisen

A.1.8 Pharmazeutische Betreuung bei Erkrankungen des Nervensystems

Kompetenzen

Der Fachapotheker kann

  • die Krankheitsbilder wichtiger psychischer Störungen und neurologischer Erkrankungen beschreiben
  • die leitliniengerechte Therapie dieser Krankheitsbilder und die dabei einge­setzten Wirkstoffgruppen und Arzneistoffe erläutern
  • typische arzneimittelbezogene Probleme von Patienten mit Erkrankungen des Nervensystems erkennen und Strategien zu deren Lösung entwickeln
  • die psychologischen Probleme und Aspekte der Arzneimitteltherapie erkennen und durch gezielte Beratung der Patienten das Selbstmanagement und die Compliance fördern
  • geeignete Kommunikationsstrategien für den Umgang mit Patienten psychischen Störungen und neurologischen Erkrankungen einsetzen
  • Patienten über nicht-medikamentöse Maßnahmen zur Begleitung der Arznei­mitteltherapie beraten

Inhalte der Weiterbildungsseminare

  • Überblick psychische Störungen und neurologische Erkrankungen
    • Gemeinsamkeiten, Unterschiede
    • Entstehungsmodelle
  • Depressionen
    • Krankheitsbild, Risikofaktoren
    • Depressionen als Sekundärerkrankung
    • Erkennen von depressiven Patienten in der Apotheke
    • Umgang mit depressiven Patienten in der Apotheke (Kommunikations­strategien)
    • medikamentöse Therapie (Wirkung, UAW, WW, KI)
    • typische arzneimittelbezogene Probleme und Entwicklung von Lösungs­strategien – Fallbeispiele
    • nicht-medikamentöse Therapie
    • Unterstützung des Selbstmanagements (Notfallplan, Stimmungstage­buch)
  • Schizophrenie
    • Krankheitsbilder
    • medikamentöse Therapie (Wirkung, UAW, WW, KI)
    • typische arzneimittelbezogene Probleme und Entwicklung von Lösungs­strategien – Fallbeispiele
  • Beratung in der Apotheke bei sonstigen psychischen Störungen wie Schlaf­störungen, Medikamentenabhängigkeit, Suizidalität
  • Neurologische Störungen, z. B. Demenzerkrankungen, Morbus Parkinson, Epilepsie
    • neurologische Symptome und Probleme im Umgang mit den Betroffenen
  • Demenzerkrankungen
    • Krankheitsbilder, Risikofaktoren
    • Verhaltensstörungen dementer Patienten
    • medikamentöse Therapie: Antidementiva
    • typische arzneimittelbezogene Probleme und Entwicklung von Lösungs­strategien – Fallbeispiele
    • nicht-medikamentöse Therapieansätze
    • Hinweise für Angehörige
  • Morbus Parkinson
    • Krankheitsbild (Hauptsymptome, Begleitsymptome) und Auswirkung auf die Lebensqualität
    • Arzneimittelgruppen und Wirkstoffe (Wirkung, UAW, KI, WW)
    • typische arzneimittelbezogene Probleme und Entwicklung von Lösungs­strategien – Fallbeispiele
    • nicht-medikamentöse Maßnahmen
  • Epilepsie
    • Krankheitsbild
    • Antiepileptika (Wirkung, UAW, KI, WW)
    • typische arzneimittelbezogene Probleme und Entwicklung von Lösungs­strategien – Fallbeispiele

A.1.9 Pharmazeutische Betreuung von Antikoagulanz-Patienten

Kompetenzen

Der Fachapotheker kann

  • die physiologischen Grundlagen der Blutgerinnung erläutern
  • die leitliniengerechte Antikoagulanz-Therapie und die dabei eingesetzten Wirk­stoffgruppen und Arzneistoffe erläutern
  • typische arzneimittelbezogene Probleme von Antikoagulanz-Patienten erkennen und Strategien zu deren Lösung entwickeln
  • unterschiedliche Messgeräte für die Bestimmung der Blutgerinnung bewerten, typische Fehlerquellen der Messungen erklären und die Bedeutung der Messwerte einschätzen
  • die Selbstmessung des Patienten überprüfen und beurteilen
  • psychologische Probleme und Aspekte der Arzneimitteltherapie erkennen und durch gezielte Beratung der Patienten das Selbstmanagement und die Compliance fördern
  • Patienten hinsichtlich des Vorgehens beim Auftreten von Komplikationen, vor chirurgischen und diagnostischen Eingriffen und bei bevorstehenden Reisen beraten

Inhalte der Weiterbildungsseminare

  • physiologische Grundlagen der Blutgerinnung
  • thromboembolische Ereignisse und Blutungskomplikationen
  • medikamentöse Therapie und Prophylaxe (Wirkungsweise, Dosierung, UAW, Interaktionen, Kontraindikationen)
    • Heparin
    • Hirudin und -derivate
    • orale Antikoagulanzien
    • Thrombozytenfunktionshemmer
    • Fibrinolytika
    • orale Thrombinhemmer
  • typische arzneimittelbezogene Probleme von Antikoagulanz-Patienten und Entwicklung von Lösungsstrategien – Fallbeispiele
  • Messung der Blutgerinnung
    • Thromboplastinzeit, Quick- und INR-Wert
    • Bedeutung und Messprinzipien
    • Geräte und korrekte Gerätehandhabung
    • typische Fehlerquellen
    • Bedeutung der Messwerte
  • Schulung des Patienten zur Selbstbestimmung des Gerinnungswertes
    • Ziele, Vorteile, Voraussetzungen
  • Dosiskorrektur: Übungen zur Dosisanpassung
  • Vorgehensweisen bei Komplikationen
  • psychische Probleme von Antikoagulanz-Patienten
  • Vorgehen bei chirurgischen und diagnostischen Eingriffen sowie Zahnextrak­tionen unter Antikoagulanztherapie
  • Probleme von Antikoagulanz-Patienten auf Reisen
  • Ernährung von Antikoagulanz-Patienten

A.1.10 Pharmazeutische Betreuung von Osteoporose-Patienten

Kompetenzen

Der Fachapotheker kann

  • das Krankheitsbild Osteoporose erläutern
  • Screening-Methoden zur Identifikation von Osteoporose-Risikopatienten bewerten
  • Ziele und Messmethode der Knochendichtebestimmung beschreiben
  • die leitliniengerechte Therapie der Osteoporose und die dabei eingesetzten Wirkstoffgruppen und Arzneistoffe erläutern
  • typische arzneimittelbezogene Probleme von Osteoporose-Patienten erkennen und Strategien zu deren Lösung entwickeln
  • die psychologischen Probleme und Aspekte der Arzneimitteltherapie erkennen und durch gezielte Beratung der Patienten die Compliance fördern
  • Patienten über nicht-medikamentöse Maßnahmen zur Prophylaxe von Osteo­porose und Frakturen beraten

Inhalte der Weiterbildungsseminare

  • Knochenaufbau und Knochenabbau
  • klinisches Bild, Häufigkeit und Risikofaktoren von Frakturen, Ursachen für primäre und sekundäre Osteoporose
  • Vergleich von Tests zur Bestimmung des Osteoporose-Risikos
  • Knochendichtemessung (Ziele, Messverfahren)
  • medikamentöse Therapie und Prävention der Osteoporose (jeweils Wirk­mechanismus, Evidenzgrad, Dosierung, UAW, KI, WW, Darreichungsform, Einnahmehinweise für den Patienten)
    • Basistherapie mit Calcium / Vitamin D3 (Tagesbedarf, Supplementierung, Bewertung unterschiedlicher Calcium-Salze und Kombinationspräparate)
    • Bisphosphonate
    • selektive Estrogenrezeptor-Modulatoren (SERM)
    • Hormontherapie bei Frauen
    • Parathormon
    • monoklonale Antikörper (Denosumab)
    • Strontiumranelat
    • Fluorid
    • Vitamin-D-Metabolite
  • typische arzneimittelbezogene Probleme von Osteoporose-Patienten und Lösungsstrategien – Fallbeispiele
  • nicht-medikamentöse Osteoporose- und Frakturprophylaxe
    • körperliche Aktivität
    • Ernährung und Lebensstil
    • sturz- bzw. osteoporosefördernde Arzneistoffe
    • Beginn und Dauer der Wirkung prophylaktischer Maßnahmen

A.1.11 Betreuung von Tumorpatienten

Kompetenzen

Der Fachapotheker kann

  • typische Beschwerden von Tumorpatienten und Nebenwirkungen von Tumor­therapeutika und erläutern und davon ausgehend Maßnahmen zur Verbesse­rung der Lebensqualität ableiten
  • Supportivmaßnahmen der Tumortherapie bewerten und entsprechende Empfehlungen ableiten sowie Empfehlungen für die Ernährung von Krebs­patienten entwickeln

Inhalte der Weiterbildungsseminare

  • Typische Beschwerden von Tumorpatienten (Mundtrockenheit, Hautzustand, Fatigue, Appetitlosigkeit, Schmerz, Psyche etc.) und Maßnahmen zur Ver­besserung der Lebensqualität
  • Typische Nebenwirkungen von Zytostatika und deren Linderung
  • Bewertung möglicher Supportivmaßnahmen
    • Mistel, Antioxidantien, Mikronährstoffe, Vitamine, Weihrauch, Melatonin etc.
    • Sport- und Bewegungstherapie
    • Psychoonkologie
  • Ernährung von Krebspatienten: therapiebedingte Ernährungsprobleme, enterale und parenterale Ernährung, therapiebegleitende Ernährung bei Operation, Bestrahlung und Chemotherapie
  • Besonderheiten der Kommunikation mit Krebspatienten und deren Angehö­rigen in der Apotheke
  • Netzwerk- und Schnittstellenproblematik

Vorschläge für praktische Aufgaben

  • Vortrag vor einer Patienten- oder Selbsthilfegruppe zu einem der o. g. häufigen Krankheitsbilder, über deren Arzneimitteltherapie und unterstützende Maßnahmen
  • Dokumentation von 3 Beratungsgesprächen gemäß den Anforderungen der Leitlinie der Bundesapothekerkammer zur Qualitätssicherung „Information und Beratung des Patienten bei der Abgabe von Arzneimitteln – Erst- und Wiederholungsverordnung“, insbesondere folgender Punkte
    • Ergebnis der formalen und inhaltlichen Prüfung der Verordnung und der Verordnungsart (v. a. Interaktionscheck)
    • Informationsinhalte bei der Abgabe der Arzneimittel (v. a. Anwendungsart und -dauer, Dosierung, Wirkung und Nutzen des Arzneimittels, häufige und relevante UAW)
    • unterstützende Maßnahmen

A.2 Arzneimitteltherapie und pharmazeutische Beratung bei besonderen Patientengruppen

Kompetenzen

Der Fachapotheker kann

  • die pharmakokinetischen Unterschiede besonderer Patientengruppen und die ihnen zugrunde liegenden physiologischen Faktoren erläutern
  • die Besonderheiten der Pharmakotherapie bei geriatrischen Patienten erklären und daraus Vorschläge für Strategien zur Therapieoptimierung, z. B Dosisanpassung, ableiten
  • Vorschläge für therapeutische Konsequenzen für die Pharmakotherapie bei Kindern, Schwangeren und Stillenden entwickeln, die durch fehlende Zulassungen und / oder fehlende klinische Studien von Arzneistoffen begingt sind
  • Probleme der Arzneimittelauswahl bei Kindern erkennen und lösen

Qualifikationsformen und -nachweis

  • Weiterbildungsseminare (Wahlpflicht)
    • Der Umfang der besuchten Seminare muss mindestens 8 Zeitstunden betragen. Welche Seminare besucht werden, entscheidet der Weiter­zubildende nach Vergleich seiner vorhandenen Kompetenzen mit den oben beschriebenen Kompetenzen
  • Vertiefung durch Weiterbildungszirkel, praktische Aufgaben Fortbildung

Inhalte der Weiterbildungsseminare

A.2.1 Besonderheiten der Pharmakotherapie bei Säuglingen, Kleinkindern und Kindern

  • Pharmakokinetische Besonderheiten
  • Richtige Arzneistoffauswahl und -dosierung (Dosisberechnung anhand von Fallbeispielen)
  • Zulassungsstatus von Arzneimitteln / off Label use: rechtliche Situation und Empfehlungen für die Praxis
  • Herstellung und Anwendung kindgerechter Arzneiformen
  • Problematische Hilfsstoffe
  • Informationsquellen für die Apothekenpraxis

A.2.2 Besonderheiten der Pharmakotherapie bei Schwangeren und Stillenden

  • Pharmakokinetische Besonderheiten, Placenta- und Muttermilchgängigkeit von Arzneistoffen
  • Besonderheiten der Arzneistoffauswahl in Schwangerschaft und Stillzeit bei bestimmten Indikationen (Fallbeispiele)
    • z. B. Pharmakotherapie bei Schwangeren mit den Grunderkrankungen Rheuma, Epilepsie, Depressionen, bakteriellen Infektionen
  • Besondere Schwangerschaftskomplikationen und deren Pharmakotherapie
    • Ödeme
    • Bluthochdruck
    • Gestationsdiabetes
  • Informationsquellen / Hilfsmittel in der Apotheke zur Risikoabschätzung

A.2.3 Besonderheiten der Pharmakotherapie bei geriatrischen Patienten

  • Physiologische Veränderungen im Alter / Änderungen der Pharmakokinetik
  • Geriatrische Syndrome: Sturz, Verwirrtheitszustände und Delir, Depressionen, gerontopsychiatrische Syndrome (Alzheimer, Parkinson-Syndrom, Schwindel, Schlafstörungen)
  • Arzneimittel mit hohem Risiko für UAW im Alter / Beers-Liste, PRISCUS-Liste
  • Auswahl seniorengerechter Applikationsformen und Dosierungsschemata
  • Ernährungs- und Flüssigkeitszustand
  • Dosisanpassung von Arzneistoffen bei Niereninsuffizienz

Vorschläge für praktische Aufgaben

  • Vortrag vor einer Patienten- oder Selbsthilfegruppe, z. B. zum Thema Arznei­mitteltherapie und -anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit, bei geriatri­schen Patienten, bei Säuglingen und Kleinkindern
  • Dokumentation von 3 Beratungsgesprächen für Angehörige dieser besonderen Patientengruppen gemäß den Anforderungen der Leitlinie der Bundesapothekerkammer zur Qualitätssicherung „Information und Beratung des Patienten bei der Abgabe von Arzneimitteln – Erst- und Wiederholungs­verordnung“, insbesondere folgender Punkte
    • Ergebnis der formalen und inhaltlichen Prüfung der Verordnung und der Verordnungsart (v. a. Interaktionscheck)
    • Informationsinhalte bei der Abgabe der Arzneimittel (v. a. Anwendungsart und -dauer, Dosierung, Wirkung und Nutzen des Arzneimittels, häufige und relevante UAW)
    • unterstützende Maßnahmen

A.3 Medikationsmanagement in der Apotheke

Kompetenzen

Der Fachapotheker kann

  • die Ziele und Kernelemente des Medikationsmanagements definieren
  • Patientendaten erheben und diese dokumentieren
  • verschiedene Typen von arzneimittelbezogenen Problemen definieren und diese von Medikationsfehlern unterscheiden
  • häufige arzneimittelbezogene Probleme und Medikationsfehler erkennen, bewerten und Maßnahmen zu deren Lösung und Prävention ableiten und diese gegenüber Patienten, Arzt, Pflegekräften oder anderen Heilberuflern in geeigneter Form kommunizieren und richtig dokumentieren
  • Maßnahmen zur Verbesserung der Compliance / Konkordanz ableiten

Qualifikationsformen und -nachweis

  • Weiterbildungsseminar (Pflicht):
    • Umfang mindestens 6 Zeitstunden
  • Vertiefung durch Weiterbildungszirkel, praktische Aufgaben Fortbildung

Inhalte des Weiterbildungsseminars

  • Einführung: Medikationsmanagement / Pharmazeutische Betreuung
    • Definition / Zielstellung
    • Kernelemente des Medikationsmanagements
  • Erhebung und Dokumentation der Patientendaten
    • Stammdaten, Arzneimitteldaten, klinische Daten
    • Instrumente / Arbeitsmaterialien, z. B. Software (u. a. CAVE-Modul, Inter­aktionsdatei der ABDA-Datenbank), Fragebogen, Checklisten, Leitlinien, SOP, Messgeräte
  • Praktische Umsetzung
    • Datenmanagement anhand von Fallbeispielen
    • Medikationshistorie
    • Medikationsprofil
    • Dokumentation arzneimittelbezogener Probleme
    • Verlaufskontrolle
  • Arzneimittelbezogene Probleme anhand von Fallbeispielen (Schwerpunkt 4 h)
    • Definition, Erkennung, Klassifizierung, Lösung arzneimittelbezogener Probleme
    • unerwünschte Arzneimittelwirkungen (Klassifikation, klinische Relevanz, Beispiele für Arzneimittelgruppen mit besonderen Risiken
    • Einschätzung, Einflussfaktoren und Maßnahmen zur Förderung der Compliance / Konkordanz

Vorschläge für praktische Aufgaben

  • Durchführung des Medikationsmanagements bei zwei Patienten

A.4 Interaktionsmanagement in der Apotheke

Kompetenzen

Der Fachapotheker kann

  • erläutern, bei welchen Arzneistoffen bzw. Arzneistoffgruppen häufig klinisch relevante Interaktionen auftreten,
  • Informationsquellen in der Apotheke benennen und diese für Interaktions­checks einsetzen,
  • erläutern, wie das Klassifikationssystem für Interaktionen der ABDA-Daten­bank aufgebaut ist
  • Interaktionsmeldungen in der Apotheke managen und Maßnahmen im Einzelfall ergreifen,
  • mit dem Arzt erfolgreich über die Bedeutung, Lösung und Vermeidung von Arzneimittelinteraktionen kommunizieren

Qualifikationsformen und -nachweis

  • Weiterbildungsseminar / Zertifikatfortbildung „Interaktionen“ nach BAK-Curriculum (Pflicht)
    • Weiterbildungsseminar mit Umfang von mindestens 4 Zeitstunden oder
    • Zertifikatfortbildung „Interaktionen“ mit Umfang von mindestens 4 Zeitstunden
  • Vertiefung durch Weiterbildungszirkel, praktische Aufgaben, Fortbildung

Inhalte des Weiterbildungsseminars

  • Informationsquellen in der Apotheke
    • insbesondere ABDA-Datenbank und deren Klassifikation der Inter­aktionen
  • Softwareeinstellungen für den Interaktionscheck
  • Interaktionsmanagement in der Apotheke:
    • Erkennen von potenziellen Interaktionen
    • Abschätzung der individuellen Relevanz für den Patienten
    • Maßnahmen zur Vermeidung bzw. Lösung von Interaktionen
    • Herausforderungen der Kommunikation mit dem Arzt und Entwicklung von Lösungsstrategien für schwierige Gesprächssituationen
    • Dokumentation
  • Interaktionscheck in der Apotheke: Management von häufigen klinisch relevanten Interaktionen anhand von Fallbeispielen

Vorschläge für praktische Aufgaben

  • Interne Schulung des Apothekenteams anhand von zwei Fallbeispielen, um das Team mit der eigenen Software und den Einstellungen des Interaktions-Checks vertraut zu machen
  • Management von 3 realen Interaktionsmeldungen in der Apotheke und Dokumentation folgender Punkte
    • Interagierende Arzneistoffe / Arzneimittel
    • falls relevant: Medikationshistorie
    • Bewertung der klinischen Relevanz
    • Durchgeführte / eingeleitete Maßnahmen
    • Dokumentation und ggf. Nachkontrolle (Follow-up)

A.5 Arzneimittelinformation in der Apotheke

Kompetenzen

Der Fachapotheker kann

  • Anfragen von Patienten, Ärzten u.a. Heilberuflern zu Arzneimitteln und deren Einsatz erfassen und analysieren, Informationsquellen recherchieren und bewerten sowie deren Ergebnisse dokumentieren und evaluieren
  • verschiedene Quellen wissenschaftlicher Informationen bewerten
  • zielgerichtete Recherchestrategien zur Bearbeitung der Anfragen anwenden
  • die Aussagefähigkeit von Informationen (z.B. Primär-, Sekundär- und Tertiärliteratur) kritisch bewerten
  • gewonnene Informationen auf die jeweilige Fragestellung anwenden und geeignete Empfehlungen für Patient oder Arzt ableiten

Qualifikationsformen und -nachweis

  • Weiterbildungsseminar (Pflicht):
    • Umfang mindestens 8 Zeitstunden
  • Vertiefung durch Weiterbildungszirkel, praktische Aufgaben, Fortbildung

Inhalte des Weiterbildungsseminars

  • Arzneimittelinformation als Prozess / Leitlinie der BAK „Arzneimittelinformation in der Apotheke“
  • Analyse von Anfragen und Entwicklung geeigneter Suchstrategien
  • Möglichkeiten der Literaturrecherche, insbesondere Fachinformationen, (elektronische) Datenbanken, Internet
  • Kritische Beurteilung von Informationsquellen: Primär-, Sekundär-, Tertiärliteratur
  • an konkreten Fragestellungen
    • Datenrecherche durch die Teilnehmer
    • kritische Bewertung der Aussagekraft der gewonnenen Informationen
    • Anwendung auf die konkrete Fragestellung
    • Möglichkeiten der Dokumentation
    • Kriterien für die Erarbeitung von Patienteninformationen, Arztinfor­mationen, für Gespräche mit Vertretern der Pharmaindustrie

Vorschläge für praktische Aufgaben

  • Strukturierte Bearbeitung einer Patientenanfrage oder ärztlichen Anfrage

A.6 Arzneimittelherstellung in der Apotheke

Kompetenzen

Der Fachapotheker kann

  • geeignete Informationsquellen für die Herstellung von Rezepturarzneimitteln nutzen
  • Rezeptur- und Defekturarzneimittel qualitätsgesichert herstellen
  • häufige Herstellungsprobleme (Konservierung, Haltbarkeit, Inkompatibilitäten, Wirkstoffdosierung, Wirkstoffkombinationen, bedenkliche Rezepturen) erkennen, diese in der Praxis lösen und an den Arzt kommunizieren
  • notwendige Hygiene- und Arbeitsschutzmaßnahmen festlegen und in der Praxis umsetzen

Qualifikationsformen und -nachweis

  • Weiterbildungsseminar (Pflicht):
    • Umfang mindestens 8 Zeitstunden
  • Vertiefung durch Selbststudium, Weiterbildungszirkel, praktische Aufgaben, Fortbildungsveranstaltungen

Inhalte des Weiterbildungsseminars

  • Praktische Umsetzung der Leitlinie der Bundesapothekerkammer zur „Herstellung und Prüfung der nicht zur parenteralen Anwendung bestimmten Rezeptur- und Defekturarzneimittel“
  • Indikations- und Plausibilitätsprüfung ärztlicher Verordnungen anhand von Fallbeispielen
  • Bedenkliche Rezepturen
  • Auswahl und Charakteristik üblicher Konservierungsstoffe und Aufbrauch­fristen von Rezepturen
  • Auswahl von geeigneter Herstellungstechnik, z. B. Rührsysteme und Rezeptur­waage (Feinwaage, Präzisionswaage)
  • Kennzeichnung und Besonderheiten bei der Abgabe von Rezepturen
  • Erstellung von Hygieneplänen
  • Arbeitsschutz: Aufbau und Anwendung von Gefährdungsbeurteilungen anhand praktischer Beispiele

Vorschläge für praktische Aufgaben

  • Beurteilung und Validierung von (1 bis 3) häufigen ärztlich verordneten Rezepturen
  • Beurteilung des Einsatzes von alternativen Prüfmethoden bei der Prüfung von Ausgangsstoffen für die eigenen Apotheke
  • Erstellung von Gefährdungsbeurteilungen und Betriebsanweisungen
  • Teilnahme an ZL-Ringversuch und Ableitung notwendiger Interventionen

A.7 Prävention und Gesundheitsförderung

Kompetenzen

Der Fachapotheker kann

  • die Ziele der Krankheitsprävention und Gesundheitsförderung erläutern
  • Maßnahmen und Möglichkeiten beschreiben, mit denen sich Apotheker als Anbieter von Maßnahmen zur Krankheitsprävention und Gesundheits­förderung etablieren können
  • den Nutzen von Präventions- und Screeningmaßnahmen kritisch beurteilen
  • Screeningmaßnahmen qualitätsgesichert durchführen und Laborwerte richtig interpretieren

Qualifikationsformen und -nachweis

  • Weiterbildungsseminar (Pflicht)
    • Umfang mindestens 4 Zeitstunden
  • Vertiefung durch Weiterbildungszirkel, praktische Aufgaben, Fortbildung

Inhalte des Weiterbildungsseminars

  • Messgeräte, Messmethoden und Handhabung einzelner Geräte einschließlich Geräte zur Selbstkontrolle der Patienten (mindestens für Blutdruck-, Blutzucker- und Blutfettmessung)
  • Maßnahmen zur Qualitätssicherung (Präzision und Richtigkeit der Mess­methoden und Geräte, Probenentnahme, Referenzbereiche, Kalibrierung, Eichpflicht, Gerätehandbuch, Handlungsanweisungen, Ringversuche)
  • juristische und berufsrechtliche Aspekte (Abgrenzung Screening – Diagnose, Werbung, Grenzen der Beratung)
  • Betriebsorganisatorische Aspekte (Preisgestaltung, Akquise, Kommunikation mit den Ärzten)
  • Interpretation der Messergebnisse (Referenzbereiche, Fehlerquellen)
  • Praktische Übungen in mehreren Kleingruppen an verschiedenen Mess-geräten

Vorschläge für praktische Aufgaben

  • Implementierung einer Screening-Methode als neue Dienstleistung der Apotheke
  • Planung, Durchführung und Auswertung einer Präventionsmaßnahme in der Apotheke
  • Mitarbeit in einer regionalen Gesundheitskonferenz

A.8 Bewertung klinischer Studien / Evidenzbasierte Medizin

Kompetenzen

Der Fachapotheker kann

  • wichtige Typen klinischer Studien beschreiben
  • Qualitätskriterien für klinische Studien erklären und die Relevanz und Qualität klinischer Studien beurteilen
  • aus den Ergebnissen einer klinischen Studie Empfehlungen für die Praxis formulieren
  • die Grundpfeiler der Evidenzbasierten Medizin beschreiben
  • Quellen für Therapieleitlinien nutzen
  • aufgrund evidenzbasierter Kriterien das Nutzen-Risiko-Verhältnis einer Arznei­mitteltherapie abschätzen

Qualifikationsformen und -nachweis

  • Weiterbildungsseminar (optional)
    • Ein Umfang von 4 bis 8 Zeitstunden wird empfohlen.
  • und / oder Weiterbildungszirkel, praktische Aufgaben, Fortbildung

Inhalte des Weiterbildungsseminars

  • Bewertung klinischer Studien
    • Studienarten (Therapie- und Wirksamkeitsstudien, Diagnose- und Prognosestudien, epidemiologische Studien)
    • Studiendesign
    • Kenntnisse relevanter Messgrößen
    • Messung klinischer, subjektiver, ökonomischer Outcomes
    • Biometrische Grundlagen klinischer Studien
    • Kriterien zur Beurteilung klinischer Studien: interne und externe Validität
  • Grundlagen der Evidenzbasierten Medizin
    • Evidenzkriterien / -hierarchie
    • (Systematic) Reviews und Metaanalysen
    • Cochrane Collaboration
    • Bewertung des Nutzen-Risikoverhältnisses einer Arzneimitteltherapie anhand einer Metaanalyse

Vorschläge für praktische Aufgaben

  • Kritische Beurteilung einer Firmenbroschüre mit Aussagen zur Wirksamkeit und Sicherheit eines Arzneimittels

A.9 Pharmakoökonomie / Pharmakoepidemiologie

Kompetenzen

Der Fachapotheker kann

  • Ziele und Prinzipien der Pharmakoökonomie und -epidemiologie verstehen
  • unterschiedliche pharmako­ökonomische und -epidemiologische Studien­formen und deren Kenngrößen unterscheiden
  • zwischen qualitativ hoch- und minderwertigen Studien differenzieren
  • Stellenwert, Möglichkeiten und Grenzen dieser Studien kennen
  • die konkrete Bedeutung pharmako­ökonomischer und -epidemiologischer Studien für die Beratung und Information in der Apotheke ableiten

Qualifikationsformen und -nachweis

  • Weiterbildungsseminar (optional)
    • Ein Umfang von 4 Zeitstunden wird empfohlen.
  • und / oder Weiterbildungszirkel, Fortbildung

Inhalte des Weiterbildungsseminars

  • Pharmakoökonomische Analysen: Krankheitskostenanalyse, Kostenminimie­rungsanalyse, Kosten-Effektivitätsanalyse, Kosten-Nutzwertanalyse, Kosten-Nutzenanalyse
  • Konkrete Studien auf ihre Bedeutung für die Beratungspraxis in der Apotheke hin analysieren, z. B. zur Beurteilung verschiedener therapeutischer Alternativen

B) Management-Kompetenzen

B.1 Projektmanagement

Kompetenzen

Der Fachapotheker kann

  • den Planungszyklus für Projekte erläutern und anhand eigener Projekte umsetzen
  • häufige Ursachen für Erfolge und Misserfolge erläutern
  • die Umsetzung des Projektplans in die Praxis koordinieren, prüfen und notwendige Maßnahmen ableiten

Qualifikationsformen und -nachweis

  • Weiterbildungsseminar (Pflicht)
    • Umfang mindestens 4 Zeitstunden
  • Vertiefung durch Weiterbildungszirkel, Projektarbeit, Fortbildung

Inhalte des Weiterbildungsseminars

  • Ablauf einer Projektplanung anhand eines konkreten Beispiels:
    • Projektdefinition (Idee, Ziele, Definition)
    • Projektplanung (Strukturplan, Ablaufplan, Kostenplan, mögliche Risiken und deren Lösung)
    • Projektdurchführung und Dokumentation
    • Abschluss und Projektevaluation
  • Evaluationsmechanismen: Prozess- und Ergebnisevaluation

B.2 Qualitätsmanagement in der Apotheke

Kompetenzen

Der Fachapotheker kann

  • den Nutzen des Qualitätsmanagements in der Apotheke erläutern
  • unterschiedliche Modelle von Qualitätsmanagementsystemen beschreiben
  • Hilfsmittel zum qualitätsgesicherten Arbeiten in der Apotheke erläutern
  • Instrumente des QM beschreiben und diese anhand konkreter Prozesse anwenden
  • Maßnahmen zur Implementierung und Weiterentwicklung des QM in der Apotheke erläutern und umsetzen

Qualifikationsformen und -nachweis

Für die Module B.2 bis B.5 muss der Besuch von Weiterbildungsseminaren mit einem Umfang von mindestens 14 Zeitstunden nachgewiesen werden. Auf welche und wie viele Module diese 14 Zeitstunden aufgeteilt werden, entscheidet der Weiterzubildende nach eigenem Ermessen.

 

  • Weiterbildungsseminar oder Zertifikatfortbildung „Pharmazeutisches Qualitäts­management“ nach BAK-Curriculum (Wahlpflicht)
    • Weiterbildungsseminar: Umfang von 4 bis 8 Stunden empfehlenswert
    • Statt des Weiterbildungsseminars kann die Zertifikatfortbildung „Pharma­zeutisches Qualitätsmanagement“ angerechnet werden.
  • Vertiefung durch Weiterbildungszirkel, Qualitätszirkel, praktische Aufgaben, Fortbildung

Inhalte des Weiterbildungsseminars

  • QM-Modell und Aufbau
    • Nutzen von QM in der Apotheke
    • Begriffe Qualität, QM, QMS
    • Qualitätssicherung in der Apotheke (LL der BAK, Ringversuche)
  • QM-Dokumentation (Handbuch)
  • Prozessorientierter Ansatz
    • Festlegung, Einführung, Optimierung von Prozessen
    • Beschreibung von Prozessen anhand konkreter Beispiele, z. B.
      • Rezepturannahme
      • Information und Beratung
      • Informationsfluss an alle Apothekenmitarbeiter
      • Beschwerdemanagement
    • Instrumente des QM: Hinweise zur Erstellung von Dokumenten, Arbeits­anweisungen, Formblättern, Checklisten
    • Die Teilnehmer erarbeiten selbst beispielshafte Prozessabläufe und erproben Instrumente des QM wie Flussdiagramme, Arbeitsblätter, Checkliste usw.
  • Implementierung von QM in der Apotheke: Einbeziehung und Motivation des Apothekenteams

Vorschläge für praktische Aufgaben

  • Qualitätssicherung eines Arbeitsprozesses in der Apotheke
    • Auswahl eines Themas mittels einer Leitlinie zur Qualitätssicherung der Bundesapothekerkammer
    • Besprechung des Themas mit dem Apothekenteam
    • Erstellung eines Arbeitsprozesses
    • Ggf. Entwicklung einer Arbeitshilfe

B.3 Betriebswirtschaftliche Grundlagen der Apothekenführung

Kompetenzen

Der Fachapotheker kann

  • wirtschaftliche Kennzahlen der Apotheke interpretieren und Maßnahmen zur Optimierung ableiten (Controlling)
  • Einflussfaktoren auf die Rentabilität erklären
  • Instrumente der Preiskalkulation erläutern

Qualifikationsformen und –nachweis

Für die Module B.2 bis B.5 muss der Besuch von Weiterbildungsseminaren mit einem Umfang von mindestens 14 Zeitstunden nachgewiesen werden. Auf welche und wie viele Module diese 14 Zeitstunden aufgeteilt werden, entscheidet der Weiterzubildende nach eigenem Ermessen.

  • Weiterbildungsseminar (Wahlpflicht)
    • Weiterbildungsseminar: Umfang von 4 bis 8 Stunden empfehlenswert
  • Vertiefung durch Weiterbildungszirkel, praktische Aufgaben, Fortbildung

Inhalte des Weiterbildungsseminars

  • Rentabilität und Kostenstruktur der Apotheke
    • Grundzüge der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung
    • Arten von Betriebskosten
    • Rentabilität / Kostenstruktur bei unterschiedlichen Eigentums­verhältnissen
    • Kostenrechnung und Controlling-Ansätze
  • Kennzahlen von Apotheken am praktischen Beispiel / Auswirkung unter­schiedlicher Kostenarten auf die BWA
  • Einkauf und Warenlager(optimierung)
    • Einkauf bei Großhandel / Konditionenvereinbarung
    • Strategien bei Direktbezug
    • Maßnahmen zur Verbesserung der Lieferfähigkeit
    • Einflussfaktoren auf Wareneinsatz und Rohgewinn
    • Maßnahmen zur Minimierung der Lagerkosten und -risiken
  • Instrumente der Preiskalkulation in der Apotheke
    • Kalkulationsverfahren, Ermittlung der Deckungsbeiträge, Preisglättung, Preispflege

Vorschläge für praktische Aufgaben

  • Bewertung (Kosten-Nutzen-Analyse) einer Apothekenaktion
  • Kosten-Nutzenrechnung eines Direktbezuges vs. Großhandelsbezug

B.4 Marketing in der Apotheke

Kompetenzen

Der Fachapotheker kann

  • unterschiedliche Konzepte der Positionierung der Apotheke am Markt beschreiben
  • Methoden zur Analyse der Marktbedingungen erläutern
  • Instrumente zur Umsetzung des Marketingkonzeptes in die Praxis erläutern

Qualifikationsformen und -nachweis

Für die Module B.2 bis B.5 muss der Besuch von Weiterbildungsseminaren mit einem Umfang von mindestens 14 Zeitstunden nachgewiesen werden. Auf welche und wie viele Module diese 14 Zeitstunden aufgeteilt werden, entscheidet der Weiterzubildende nach eigenem Ermessen.

  • Weiterbildungsseminar (Wahlpflicht)
    • Weiterbildungsseminar: Umfang von 4 bis 8 Stunden empfehlenswert
  • Vertiefung durch Weiterbildungszirkel, praktische Aufgaben, Fortbildung

Inhalte des Weiterbildungsseminars

  • Situationsanalyse der Marktbedingungen am Apothekenstandort:
    • Umsatzanalyse
    • Kundenanalyse
    • Mitbewerberanalyse
    • Image-Analyse
    • Selbstanalyse
  • Marketingkonzept in der Praxis
    • Leitbild der Apotheke
    • Unternehmensgrundsätze
    • Corporate Identity / Corporate Design
    • Sortiments- und Dienstleistungspolitik (Sortimentsbreite und –tiefe)
    • Präsentation in Sicht- und Freiwahl
    • Innen- und Außengestaltung der Apotheke
    • Serviceleistungen
    • Preispolitik als Marketinginstrument
    • Kundenwerbung: Flyer, Mailings, Anzeigen, Internetauftritt, Kunden­anschreiben, Plakate, Displays,
    • Fernsehen, Radio, Schaufenster
    • Apothekenkooperationen

Vorschläge für praktische Aufgaben

  • Aktion / Aktionswoche selbst gestalten
  • Konzeptionierung, Durchführung und Auswertung einer Kundenbefragung
  • Umsetzung von Instrumenten zur Kundenwerbung und deren Auswertung
  • Analyse der Sicht- und Freiwahl der Apotheke und Ableitung von Maßnahmen zu deren Optimierung

B.5 Heimversorgung

Kompetenzen

Der Fachapotheker

  • ist vertraut mit den rechtlichen Grundlagen der Heimversorgung
  • kennt notwendige Maßnahmen zur Qualitätssicherung und Optimierung der Arzneimittelversorgungsprozesse in Alten- und Pflegeheimen zur Erhöhung der Arzneimitteltherapiesicherheit
  • kennt Risiken der Arzneimittelversorgung und typische Fehlerquellen im Medikationsprozess
  • kennt wirtschaftliche Aspekte für eine rentable Heimversorgung und kann diese gezielt einsetzen

Qualifikationsformen und -nachweis

Für die Module B.2 bis B.5 muss der Besuch von Weiterbildungsseminaren mit einem Umfang von mindestens 14 Zeitstunden nachgewiesen werden. Auf welche und wie viele Module diese 14 Zeitstunden aufgeteilt werden, entscheidet der Weiterzubildende nach eigenem Ermessen.

  • Weiterbildungsseminar (Wahlpflicht)
    • Weiterbildungsseminar: Umfang von 4 bis 8 Stunden empfehlenswert
  • Vertiefung durch Weiterbildungszirkel, praktische Aufgaben, Fortbildung

Inhalte des Weiterbildungsseminars

  • Rechtsgrundlagen: Heimgesetz, Rechte und Pflichten bei der Belieferung von Heimen, Versorgungsverträge, Leitlinie der BAK zur Heimversorgung
  • Wirtschaftliche Betrachtung und Rentabilität
  • Qualitätssicherung der Arzneimittelversorgung von Alten- und Pflegeheimen:
    • Risiken der Arzneimittelversorgung
    • Fehlerquellen im Medikationsprozess
    • Rolle des Apothekers im multidisziplinären Versorgungsprozess
  • Leitlinienerstellung für eine Einrichtung
  • Spezielle Hygieneprobleme im Heim

Vorschläge für praktische Aufgaben

  • Durchführung einer Stationsbegehung, Ableitung von Maßnahmen zur Lösung und Prävention von Fehlern im Arzneimittelversorgungsprozess und Ableitung des Schulungsbedarfs für das Pflegepersonal
  • Durchführung einer Schulung des Pflegepersonals

C) Persönliche Kompetenzen

C.1 Personalführung

Kompetenzen

Der Fachapotheker kann

  • sein Arbeits- und Führungsverhalten verstehen und analysieren, wie es auf andere wirkt
  • Strategien entwickeln, um die Zusammenarbeit des Apothekenteams und die Mitarbeiterführung zu optimieren
  • die wichtigsten Methoden der kooperativen Mitarbeiterführung erläutern
  • Teamsitzungen selbst effektiv planen und durchführen
  • Maßnahmen der Personaleinsatzplanung durchführen
  • Maßnahmen zur Aus-, Fort- und Weiterbildung des Apothekenteams entwickeln und in die Praxis umsetzen

Qualifikationsformen und -nachweis

  • Weiterbildungsseminar (Pflicht)
    • Umfang mindestens 6 Zeitstunden
  • Vertiefung durch Weiterbildungszirkel, praktische Aufgaben, Fortbildung

Inhalte des Weiterbildungsseminars

  • Weiterbildungsseminar (Pflicht)
    • Umfang mindestens 6 Zeitstunden
  • Vertiefung durch Weiterbildungszirkel, praktische Aufgaben, Fortbildung

Inhalte des Weiterbildungsseminars

  • Grundlagen der kooperativen Mitarbeiterführung:
    • Motivation als Führungsaufgabe
    • Aufgabendelegation
    • Zielvereinbarungen
    • Mitarbeitergespräche
  • Teambesprechungen effektiv planen und durchführen
    • Teambesprechung als Organisations- und Führungsinstrument
    • Grundregeln für erfolgreiche Teambesprechungen
    • Erfolgreiche und effektive Planung und Durchführung
  • Personalplanung
    • Planung des Personaleinsatzes
  • Ausbildung von PKA, Pharmazeuten im Praktikum, PTA-Praktikanten in der Apotheke erfolgreich planen und organisieren
    • Erstellung von betrieblichen Ausbildungsplänen mit Lernzielen
    • Einarbeitungspläne
    • Kontrolle und Leistungsbewertung
  • Personalentwicklung: Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für das Apotheken­team planen und umsetzen
    • Bedarfsfeststellung
    • Maßnahmen konkret planen und umsetzen

Vorschläge für praktische Aufgaben

  • Dokumentation der Planung, Durchführung, Ergebnisse und Bewertung einer Teambesprechung
  • Planung und Durchführung einer Teamfortbildung
  • Anleitung und Betreuung eines PKA-Auszubildenden oder einer PTA-Praktikantin oder eines Pharmazeuten im Praktikum

C.2 Kommunikation (mit Patienten, Ärzten und Pflegekräften)

Kompetenzen

Der Fachapotheker kann

  • die Grundlagen der Kommunikation erklären und die verschiedenen Kommuni­kationskanäle beschreiben
  • unterschiedliche Kommunikationstechniken für Gespräche mit Patienten, Ärzten, Pflegekräften und Angehörigen weiterer Heilberufe zielgruppengerecht anwenden
  • „Werkzeuge“ für eine erfolgreiche Kommunikation anwenden und damit auch „schwierige“ Gesprächssituationen sicher meistern

Qualifikationsformen und -nachweis

  • Weiterbildungsseminar (Pflicht)
    • Umfang mindestens 8 Zeitstunden
  • Vertiefung durch Weiterbildungszirkel, praktische Aufgaben, Fortbildung

Inhalte des Weiterbildungsseminars

  • Grundlagen der Kommunikation
    • Prozess der Kommunikation (Sender-Empfänger-Modell, Kommunikations­regeln, 4-Seiten-einer Nachricht))
    • Ursachen von Kommunikationsstörungen
  • Beratungsgespräche in der Apotheke
    • Ziele und Merkmaler guter Beratung
    • Phasen des Beratungsgespräches
    • Umgang mit Missverständnissen
    • Umgang mit „schwierigen“ Kunden: Einwände, Beschwerden, Liefer­schwierigkeiten etc.
    • Umgang mit kognitiv eingeschränkten Patienten wie Schmerzpatienten
  • Nonverbale Kommunikation
    • Reflexion der eigenen Körpersprache
  • Werkzeuge Übungen / Praxisbeispiele zu den verschiedenen Phasen des Beratungsgesprächs
    • Gesprächsstile
    • Aktives Zuhören
    • Fragen und ihre Wirkung
    • Kundenmotivation

Vorschläge für praktische Aufgaben

  • Erfassung, Analyse und Reflexion von 3 typischen Kommunikationsproblemen (z. B. mit Patient, Arzt, Pflegepersonal)

C.3 Motivierende Gesprächsführung zur Förderung der Compliance / Konkordanz

Kompetenzen

Der Fachapotheker kann

  • Formen und Faktoren der Non-Compliance erläutern
  • die Compliance / Konkordanz eines Patienten unter Verwendung verschiedener Methoden beurteilen
  • den Einfluss der Kommunikation auf Compliance / Konkordanz abzuschätzen
  • die Technik der motivierenden Gesprächsführung anwenden, um Patienten zu einer Verbesserung der Compliance / Konkordanz zu motivieren

Qualifikationsformen und -nachweis

  • Weiterbildungsseminar (Pflicht)
    • Umfang mindestens 8 Zeitstunden
  • Vertiefung durch Weiterbildungszirkel, praktische Aufgaben, Fortbildung

Inhalte des Weiterbildungsseminars

  • Formen und Faktoren von Non-Compliance
  • Bewertung der Compliance / Konkordanz
  • Strategien zur Förderung der Compliance / Konkordanz bei chronisch Kranken
  • Einfluss der Kommunikation auf die Compliance / Konkordanz
    • Psychologie und chronische Erkrankungen
    • Psychologie der Veränderung
    • Anwendung des Konzeptes der motivierenden Gesprächsführung zur Förderung der Compliance /
    • Konkordanz
    • Techniken zur Stabilisierung von Veränderungsprozessen
  • Kurzinterventionen auf Grundlage von Motivierender Gesprächsführung in der Apotheke zur Förderung der Compliance / Konkordanz der Arzneimittel­therapie
    • Bestandteile wirksamer Kurzinterventionen
    • Patientenidentifizierung
    • Patientenansprache
    • Patientenzentrierte, motivationsfördernde Gesprächsführung (MI)
    • Systematische Zielabklärung und Zielübereinkunft
    • Entscheidung über weitere Schritte
    • Integration in den Apothekenalltag

Vorschläge für praktische Aufgaben

  • Bewertung der Compliance / Konkordanz eines Patienten und Förderung der Compliance / Konkordanz durch Anwendung der Motivierenden Gesprächs­führung, anschließende Analyse und Reflexion der Gesprächssituation

Anhang 2: Übersicht über die theoretische Weiterbildung

Für die theoretische Weiterbildung sind Weiterbildungsseminare bzw. Fortbildungs­veranstaltungen in einem Umfang von 120 Zeitstunden zu besuchen.

A: Kompetenzen für die Pharmazeutische Praxis

 ModulModultitelStunden
Pflichtmodul1Arzneimitteltherapie, pharmazeutische Beratung und Betreuung bei wichtigen und häufigen Krankheitsbildern32
2Arzneimitteltherapie und pharmazeutische Beratung bei besonderen Patientengruppen8
3Medikationsmanagement in der Apotheke6
4Interaktionsmanagement in der Apotheke4
5Arzneimittelinformation in der Apotheke8
6Arzneimittelherstellung in der Apotheke8
7Prävention und Gesundheitsförderung in der Apotheke4
Wahlmodul8Bewertung klinischer Studien / EBM1)
9Pharmakoökonomie und -epidemiologie1)
 Vertiefung von Modul 1 oder 21)
  Summe80

B: Management-Kompetenzen

 ModulModultitelStunden
Pflichtmodul1Projektmanagement4
Wahlmodul2Qualitätsmanagement in der Apotheke1)
3Betriebswirtschaftliche Grundlagen der Apothekenführung1)
4Marketing in der Apotheke1)
5Heimversorgung1)
  Summe18

C: Persönliche Kompetenzen

 ModulModultitelStunden
Pflichtmodul1Personalführung6
2Kommunikation8
3Motivierende Gesprächsführung zur Förderung der Compliance / Konkordanz8
  Summe22

1) frei wählbar, bis die notwendige Gesamtstundenzahl pro Kompetenzbereich erreicht ist.

Anhang 3: Übersicht über die praktische Weiterbildung

Die praktische Weiterbildung umfasst drei praktische Aufgaben und die Projektarbeit.

1. Praktische Aufgaben

Der Weiterzubildende wählt aus den Kompetenzbereichen A, B und C jeweils eine praktische Aufgabe aus. Die Auswahl der praktischen Aufgaben erfolgt idealerweise in Absprache mit der Apothekenleitung der Weiterbildungsstätte, so dass Weiter­zubildender und Apothekenleitung durch die Bearbeitung der praktischen Aufgaben beide größtmöglich profitieren. Alternative praktische Aufgaben sind möglich.
Die praktischen Aufgaben sollen theoretisch erarbeitet, praktisch umgesetzt und dokumentiert werden. Der Umfang der Dokumentation sollte mindestens 2 Seiten, max. 5 Seiten umfassen. Spätestens bei der Anmeldung zur Fachapothekerprüfung ist die Dokumentation bei der Apothekerkammer einzureichen.
Die praktischen Aufgaben können auch im Rahmen der Weiterbildungszirkel vor­gestellt und diskutiert werden. Die Anforderungen an die Dokumentation und Einrei­chung bei der Apothekerkammer entfallen dadurch nicht.

Kompetenzbereich A: Kompetenzen für die pharmazeutischen Praxis

  • Vortrag vor einer Patienten- oder Selbsthilfegruppe zu einem der in Modul A 1 beschriebenen häufigen Krankheitsbilder, über deren Arzneimitteltherapie und / oder unterstützende Maßnahmen
  • Dokumentation von 3 Beratungsgesprächen gemäß den Anforderungen der Leitlinie der Bundesapothekerkammer zur Qualitätssicherung „Information und Beratung des Patienten bei der Abgabe von Arzneimitteln – Erst- und Wieder­holungsverordnung“, insbesondere folgender Punkte
    • Ergebnis der formalen und inhaltlichen Prüfung der Verordnung und der Verordnungsart (v. a. Interaktionscheck)
    • Informationsinhalte bei der Abgabe der Arzneimittel (v. a. Anwendungsart und -dauer, Dosierung, Wirkung und Nutzen des Arzneimittels, häufige und relevante UAW)
    • unterstützende Maßnahmen
  • Durchführung des Medikationsmanagements bei zwei Patienten
  • Interne Schulung des Apothekenteams anhand von zwei Fallbeispielen, um das Team mit der eigenen Software und den Einstellungen des Interaktions-Checks vertraut zu machen
  • Management von 3 realen Interaktionsmeldungen in der Apotheke und Dokumentation folgender Punkte
    • Interagierende Arzneistoffe / Arzneimittel
    • falls relevant: Medikationshistorie
    • Bewertung der klinischen Relevanz
    • durchgeführte / eingeleitete Maßnahmen
    • Dokumentation und ggf. Follow-up
  • Strukturierte Bearbeitung einer Patientenanfrage oder ärztlichen Anfrage
  • Kritische Beurteilung einer Firmenbroschüre mit Aussagen zur Wirksamkeit und Sicherheit eines Arzneimittels
  • Beurteilung und Validierung von 3 ärztlich verordneten Rezepturen
  • Beurteilung des Einsatzes von alternativen Prüfmethoden bei der Prüfung von Ausgangsstoffen für die eigene Apotheke
  • Erstellung von Gefährdungsbeurteilungen und Betriebsanweisungen
  • Implementierung einer Screening-Methode als neue Dienstleistung der Apotheke
  • Planung, Durchführung und Auswertung einer Präventionsmaßnahme in der Apotheke
  • Mitarbeit in einer regionalen Gesundheitskonferenz

Kompetenzbereich B: Management-Kompetenzen

  • Qualitätssicherung eines Arbeitsprozesses in der Apotheke
    • Auswahl eines Themas mittels einer Leitlinie zur Qualitätssicherung der Bundesapothekerkammer
    • Besprechung des Themas mit dem Apothekenteam
    • Erstellung eines Arbeitsprozesses
    • Ggf. Entwicklung einer Arbeitshilfe
  • Bewertung (Kosten-Nutzen-Analyse) einer Apothekenaktion
  • Kosten-Nutzenrechnung eines Direktbezuges vs. Großhandelsbezug
  • Aktion / Aktionswoche selbst gestalten
  • Konzeptionierung, Durchführung und Auswertung einer Kundenbefragung
  • Umsetzung von Instrumenten zur Kundenwerbung und deren Auswertung
  • Analyse der Sicht- und Freiwahl der Apotheke und Ableitung von Maßnahmen zu deren Optimierung
  • Durchführung einer Stationsbegehung, Ableitung von Maßnahmen zur Lösung und Prävention von Fehlern im Arzneimittelversorgungsprozess und Ableitung des Schulungsbedarfs für das Pflegepersonal
  • Planung und Durchführung einer Schulung des Pflegepersonals

Kompetenzbereich C: Persönliche Kompetenzen

  • Dokumentation der Planung, Durchführung, Ergebnisse und Bewertung einer Teambesprechung
  • Planung und Durchführung einer Teamfortbildung
  • Anleitung und Betreuung eines PKA-Auszubildenden oder einer PTA-Praktikantin oder eines Pharmazeuten im Praktikum
  • Erfassung, Analyse und Reflexion von 3 typischen Kommunikationsproblemen (z. B. mit Patient, Arzt, Pflegepersonal)
  • Bewertung der Compliance / Konkordanz eines Patienten und Förderung der Compliance / Konkordanz durch Anwendung der Motivierenden Gesprächs­führung, anschließende Analyse und Reflexion der Gesprächssituation

2. Projektarbeit

Die Projektarbeit muss einen unmittelbaren Bezug zu den Weiterbildungsinhalten des Gebietes Allgemeinpharmazie haben und soll inhaltlich dem Kompetenzbereich A, B oder C zuzuordnen sein.
Die Projektarbeit muss die Anforderungen gemäß dem „Leitfaden der Bundes­apothekerkammer zur Erstellung der Projektarbeiten“ erfüllen.

Anhang 4: Dokumentation der Weiterbildung

Die Dokumentation umfasst den

  • Weiterbildungsplan
  • Nachweis der Fachgespräche und
  • Nachweis über den kontinuierlichen Kompetenzerwerb

Weiterbildungsplan

Der Weiterbildungsplan wird zu Beginn der Weiterbildungszeit von dem Ermächtigten und dem Weiterzubildenden gemeinsam erstellt. Er dient zur Orientierung und kontinuierlichen Kontrolle über den fortschreitenden Kompetenzerwerb. Es empfiehlt sich, den Weiterbildungsplan in regelmäßigen Abständen auf seine Aktualität zu überprüfen und ggf. an die aktuelle Situation anzupassen. Der Weiterbildungsplan soll mit dem Ermächtigten mindestens einmal jährlich im Rahmen des Fachge­spräches überprüft und ggf. angepasst werden.

Nachweis der Fachgespräche

Zwischen Ermächtigtem und Weiterzubildendem müssen mindestens zweimal jährlich Fachgespräche stattfinden. In diesem sollte der zurückliegende Weiterbildungsab­schnitt besprochen und von beiden beurteilt, anstehende Defizite aufgezeigt und der Erwerb neuer Kompetenzen festgelegt oder erarbeitet werden. Die Fachgespräche müssen protokolliert werden.

Nachweis über den kontinuierlichen Kompetenzerwerb

Die Dokumentation über den kontinuierlichen Kompetenzerwerb gibt dem Weiterzu­bildenden einen Überblick, ob alle geforderten Kompetenzen des Fachapothekers für Allgemeinpharmazie erworben und welche Instrumente dafür in welchem Umfang eingesetzt wurden.
Gleichzeitig können die Apothekerkammern bei der Anmeldung des Weiterzubildenden zur Fachapothekerprüfung anhand der Dokumentation über­prüfen, ob alle notwendigen Nachweise für den Kompetenzerwerb vorhanden sind.

Zusätzlich sind bei der Anmeldung zur Prüfung folgende Unterlagen einzureichen:

  • Dokumentation der praktischen Aufgaben,
  • Projektarbeit,
  • Teilnahmebescheinigungen über den Besuch von Zertifikatfortbildungen und Weiterbildungsseminaren.

Mustervorlagen

Dokumentationsbogen Fachgespräch

Weiterbildungsplan

Achtung: Die Mustervorlagen befinden sich in der PDF-Datei, Seite 50 ff.

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