Begabtenförderung berufliche Bildung - Finanzielle Unterstützung für die »Karriere mit Lehre«

Synonyme/Schlagworte
PKA Pharmazeutisch-kaufmännische/r Angestellte/r
Text

Begab­ten­förde­rung beruf­liche Bildung – 
Finan­zielle Unter­stüt­zung für die „Karriere mit Lehre“

1. Was ist die SBB und was leistet das Förder­pro­gramm?

Die Stiftung Begab­ten­förde­rung beruf­liche Bildung gGmbH (SBB) arbeitet im Auftrag des Bundes­minis­teriums für Bildung und For­schung (BMBF). Sie führt das Weiter­bildungs­stipen­dium der Bundes­regie­rung durch. Das BMBF stellt die Mittel dafür bereit.
Aus den Förder­mitteln können Stipen­diatin­nen und Stipen­diaten des Pro­gramms bis zu 7.200 EUR für an­spruchs­volle Weiter­bildun­gen erhalten. Die Förde­rung läuft über maximal drei Jahre.
Die Bewer­bung erfolgt an die Baye­rische Landes­apo­the­ker­kammer, bei der Ihr Ausbil­dungs­ver­hält­nis einge­tragen war.

2. Gehöre ich zur Ziel­gruppe?

Das Weiter­bildungs­stipen­dium fördert die beruf­liche Qualifi­zierung im An­schluss an den erfolg­reichen Ab­schluss einer Berufs­ausbil­dung. Erste Voraus­setzung für eine Bewer­bung ist daher, dass Sie eine Aus­bildung in einem aner­kannten dualen Ausbil­dungs­beruf auf der Grund­lage des Berufs­bildungs­geset­zes (BBiG) absol­viert haben, bei­spiels­weise die Aus­bildung zur/zum Pharma­zeutisch-kauf­männi­schen Ange­stell­ten (PKA).

Das Stipen­dium fördert Weiter­bildun­gen, die berufs­beglei­tend durch­ge­führt werden. Voraus­setzung für Ihre Aufnahme in das Weiter­bildungs­stipen­dium ist ein aktu­eller Nachweis eines Be­schäfti­gungs­ver­hält­nisses von mindes­tens 15 Wochen­stunden.

Wenn Sie arbeits­los sind, können Sie in die Begab­ten­förde­rung aufge­nommen werden, wenn Sie dem Arbeits­markt zur Verfü­gung stehen und die örtlich zustän­dige Agentur für Arbeit Ihnen dies bestä­tigt.

Wenn Sie Voll­zeit­student/-in oder Hoch­schul­absol­vent/-in sind, können Sie nicht aufge­nommen werden. Das gilt auch, wenn Sie vorher eine duale Berufs­aus­bildung abge­schlos­sen haben.
Defini­tion: Ein Voll­zeit­studium im Sinne der Begab­ten­förde­rung ist ein Studium, neben dem die Stipen­diatin/der Stipen­diat weniger als 15 Stunden je Woche arbeitet.

Sind Sie Stipen­diat/-in des Weiter­bildungs­stipen­diums und beginnen ein Voll­zeit­studium, dann scheiden Sie aus der Förde­rung aus (siehe 11.).

3. Bin ich „begabt“?

Sie haben drei Mög­lich­keiten, Ihre Qualifi­zie­rung für das Weiter­bildungs­stipen­dium nach­zu­weisen:

a) Sie haben Ihre Berufs­ab­schluss­prüfung mit mindes­tens 87 Punkten oder besser als „gut“ (bei mehre­ren Prüfungs­teilen eine Durch­schnitts­note von 1,9 oder besser) bestan­den.

oder

b) Sie sind bei einem über­regio­nalen beruf­lichen Leis­tungs­wett­be­werb unter die ersten Drei gekommen.

Bei­spiele für Über­regio­nale beruf­liche Leis­tungs­wett­be­werbe sind:

  • Prakti­scher Leis­tungs­wett­be­werb der Hand­werks­jugend auf Landes-/Bundes­ebene
  • Gestal­tungs­wett­be­werb "Die gute Form im Hand­werk"

oder

c) Sie weisen Ihre beson­dere Qualifi­kation durch einen begrün­deten Vor­schlag Ihres Arbeit­gebers oder der Berufs­schule nach. Einen begrün­deten Vor­schlag brau­chen Sie nur ein­zu­reichen, wenn Sie die Mindest­punkt­zahl/-note (Ziffer a) oder die Wett­be­werbs­platzie­rung (Ziffer b) nicht er­reicht haben.

Hinweis: Im begrün­deten Vor­schlag ist anhand von konkre­ten Bei­spie­len darzu­legen, welche beson­deren Gründe Ihre Auf­nahme in die Förde­rung recht­ferti­gen. Normale Arbeits­zeug­nisse reichen nicht.

Achtung: Wenn Sie eines dieser Krite­rien erfüllen, garan­tiert Ihnen dies nicht auto­matisch die Auf­nahme in die Begab­ten­förde­rung beruf­liche Bildung. Liegen mehr Bewer­bungen vor als Stipen­dien­plätze zur Verfü­gung stehen, ent­schei­det ein Aus­wahl­verfah­ren.

4. Muss ich eine Alters­grenze beach­ten?

Bei der Auf­nahme in das Pro­gramm müssen Sie grund­sätz­lich höchstens 24 Jahre alt sein. In begrün­deten Aus­nahme­fällen kann die Auf­nahme bis zu drei Jahre später erfol­gen.

Mög­liche Aus­nahme­fälle sind u. a.:

  • Bundes­frei­willigen­dienst
  • Frei­williges Soziales Jahr (FSJ)
  • Mutter­schutz- und Eltern­zeit

Achtung: Wenn Sie bereits 28 Jahre oder älter sind, können Sie aus­nahms­los nicht mehr auf­genom­men werden.

5. Wo bewerbe ich mich?

Im Falle von Fragen zur Bewer­bung sowie zur Durch­führung des Weiter­bildungs­stipen­diums wenden Sie sich an die Baye­rische Landes­apo­the­ker­kammer.

Bewer­bungen senden Sie an folgende Adresse:

Baye­rische Landes­apo­the­ker­kammer
Referat für PKA-Aus­bildung
Maria-Theresia-Straße 28
81675 München

An­sprech­partne­rin ist:

Frau Alina Kireev, Tel: 089 / 92 62 40
Email: alina.kireev@blak.aponet.de

Die Baye­rische Landes­apo­the­ker­kammer erteilt Ihnen Aus­kunft zu konkre­ten Fragen der Bewer­bung, wählt ihre Stipen­diatin­nen und Stipen­diaten aus, infor­miert sie über förder­fähige Weiter­bildun­gen, ent­schei­det über deren Förder­anträ­ge, zahlt ihnen bewil­ligte Förder­beträ­ge aus und be­glei­tet sie während der gesam­ten Förder­dauer.

6. Muss ich Bewer­bungs­ter­mine beach­ten?

Neue Stipen­diatin­nen und Stipen­diaten werden jeweils zum 1. Januar eines Jahres auf­genom­men.
Bewer­bungs­schluss ist jeweils der 31. Oktober des Vor­jahres.
Im an­schlie­ßen­den Aus­wahl­verfah­ren berück­sichti­gen wir alle Bewer­bungen, die frist­ge­recht sowie voll­ständig bei uns einge­gangen sind.

Ein An­spruch auf Auf­nahme in die Begab­ten­förde­rung beruf­liche Bildung besteht nicht (siehe 3.).

7. Wie bewerbe ich mich?

Die Bewer­bung hat folgenden Ablauf:

  • Anhand dieser Stipen­dien­infor­ma­tion überprüfen Sie, ob Sie die Voraus­setzun­gen für eine Bewer­bung erfüllen.
  • Schicken Sie eine Bewer­bung mit Motiva­tions­schrei­ben und Lebens­lauf (mit Kopie des Prüfungs­zeug­nisses und weiteren Unter­lagen) frist­ge­recht an die Baye­rische Landes­apo­the­ker­kammer.
  • Die Baye­rische Landes­apo­the­ker­kammer ent­schei­det über Ihre Auf­nahme als Stipen­diat/-in der SBB.
  • Sie erhalten von der Baye­rischen Landes­apo­the­ker­kammer eine schrift­liche Mittei­lung über Ihre Zu- oder Absage.
  • Im Falle einer Zusage erhalt­en Sie weitere Unter­lagen, die Sie bitte aus­füllen und an­schlie­ßend der Baye­rischen Landes­apo­the­ker­kammer zu­kommen lassen (Stamm­blatt etc.).
  • Darüber hinaus erhal­ten Sie von der SBB per Email einen Zugang zu unserem On­line-Por­tal, indem Sie Ihre persön­lichen Daten ver­voll­ständi­gen.
  • Sobald Sie die Daten im On­line-Por­tal ver­voll­stän­digt haben, können Sie An­träge auf Förde­rung von Weiter­bildun­gen bei der Baye­rischen Landes­apo­the­ker­kammer ein­reichen.

8. Wie lange werde ich geför­dert?

Ihr Stipen­dium beginnt mit dem Tag, an dem Sie Ihre Daten im Online-Portal der SBB ver­voll­stän­digt haben (siehe 7.), jedoch frühes­tens mit dem 1. Januar des geplan­ten Auf­nahme­jahres. Ab diesem Zeit­punkt sind Sie Stipen­diatin bzw. Stipen­diat und können geför­dert werden.

Das Auf­nahme­jahr gilt immer – unab­hängig vom konkre­ten Auf­nahme­termin – als erstes Förder­jahr. Ihr Stipen­dium endet regel­mäßig am 31. Dezember des über­nächs­ten Jahres.

Bei­spiel: Wenn Sie am 1. April 2018 auf­genom­men wurden, endet Ihr Förder­zeit­raum am 31. Dezember 2020.

Die tat­säch­liche Förder­dauer beein­träch­tigt jedoch nicht die Förder­höhe, die für alle Stipen­diaten gleich ist.

9. Wie viel Geld kann ich bekom­men?

Als Stipen­diat/-in können Sie inner­halb Ihres Förder­zeit­raums (siehe 8.) Zu­schüs­se von insge­samt 7.200 EUR für förder­fähige Weiter­bildun­gen bei der Baye­rischen Landes­apo­the­ker­kammer (siehe 5.) bean­tragen. Das sind jähr­lich 2.400 EUR – bei einem Eigen­an­teil von 10 % je Förder­maß­nahme. Der Eigen­an­teil schmä­lert nicht Ihren Gesamt­förder­betrag von 7.200 EUR.

10. Wofür kann ich mein Stipen­dium nutzen?

Förder­fähig sind an­spruchs­volle – in der Regel berufs­beglei­tende – Weiter­bildun­gen:

  • Maß­nahmen zum Erwerb fach­bezo­gener beruf­licher Qualifi­katio­nen (z. B. Kosme­tik für PKA),
  • Vor­berei­tungs­kurse auf Prüfun­gen der beruf­lichen Auf­stiegs­fort­bildung, z. B. Meis­ter/-in, Techni­ker/-in, Betriebs­wirt/-in, Fach­wirt/-in, Fach­kauf­mann/Fach­kauf­frau,
  • Seminare zum Erwerb fach­über­greifen­der und sozia­ler Kompe­ten­zen, z. B. Fremd­spra­chen, EDV, Rhetorik, Mitar­beiter­führung, Kon­flikt­manage­ment.

Unter den folgen­den Vor­aus­setzun­gen können über das Weiter­bildungs­stipen­dium auch berufs­beglei­tende Studien­gänge finan­ziert werden:

  • Sie arbeiten mindes­tens 15 Stunden / Woche.
  • Ihr Studium darf noch nicht begon­nen haben.
  • Das Studium baut auf Ihrer Aus­bildung und Berufs­tätig­keit auf.

Bei­spiele:

Förder­fähig: Kauf­frau für Büro­kom­muni­kation > Be­triebs­wirt­schafts­studium

Nicht förder­fähig: Kauf­frau für Büro­kom­muni­kation > Medi­zin­studium

Bitte beachten Sie unbe­dingt:

  • Ihre Weiter­bildun­gen können nur geför­dert werden, wenn Sie Stipen­diat/-in sind (siehe 8.).
  • Jede Maß­nahme müssen Sie vor Beginn bean­tragen (siehe 12.). Eine nach­träg­liche Bewil­ligung oder eine nur antei­lige Förde­rung für die Zukunft sind nicht mög­lich.

Unter be­stimm­ten Bedin­gun­gen können auch bereits vor Auf­nahme in das Förder­pro­gramm begon­nene Weiter­bildun­gen unter­stützt werden:

  • Das Stamm­blatt (siehe 7.) muss vor Beginn der Weiter­bildung bei der Baye­rischen Landes­apo­the­ker­kammer ein­gehen.
  • Im Stamm­blatt muss die Maß­nahme als geplan­te erste Weiter­bildung genannt sein.
  • Nach Auf­nahme in das Förder­pro­gramm muss die Weiter­bildung zur Förde­rung bean­tragt werden.
  • Die Weiter­bildung muss ab Auf­nahme in das Förder­pro­gramm noch mindes­tens sechs Monate dauern.

Nur wenn alle vier genann­ten Bedin­gun­gen erfüllt sind, kann die Weiter­bildung ab Auf­nahme ins Förder­pro­gramm an­teilig geför­dert werden.

11. Wofür kann ich mein Stipen­dium nicht nutzen?

Nicht förder­fähig sind insbe­sondere:

  • Voll­zeit­studien­gänge zum Erwerb akade­mischer Ab­schlüsse (siehe 2.).
  • Zweit­ausbil­dungen
  • Prüfungs­kosten
  • Weiter­bildun­gen mit hohem Frei­zeit­anteil
  • Vorbe­reitungs­lehr­gänge auf allge­mein­bilden­de Schul­ab­schlüsse

12. Wie bean­trage ich einen Zu­schuss für eine kon­krete Weiter­bildung?

Als Stipen­diat/-in suchen Sie sich aus dem breiten Angebot an förder­fähigen Weiter­bildun­gen Ihre Maß­nahmen aus. Im Zweifel berät Sie die Baye­rische Landes­apo­the­ker­kammer (siehe 5.). Dort erhalten Sie auch das ent­spre­chen­de Formu­lar, mit dem Sie die Förde­rung vor Beginn der Weiter­bildung (siehe 10.) bean­tragen.

Die Baye­rische Landes­apo­the­ker­kammer prüft die Maß­nahme anhand Ihrer einge­reich­ten Unter­lagen. Ist die Maß­nahme förder­fähig, können Sie Zu­schüsse erhal­ten für:

  • Maß­nahme­kosten
  • Fahrt­kosten
  • Aufent­halts­kosten
  • Notwen­dige Arbeits­mittel

Die Baye­rische Landes­apo­the­ker­kammer errech­net den genauen Förder­betrag und über­trägt ihn in eine Förder­verein­barung, die sie Ihnen zur Unter­schrift vorlegt. Darin ist fest­ge­legt, wann und ggf. in welchen Raten­zahlun­gen der Förder­betrag ausge­zahlt wird.

(Stand: August 2017)

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