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Pharmazie: Ein Studium - viele Möglichkeiten

Der Apothekerberuf

Insgesamt gibt es derzeit in Deutschland gut 55.000 Apotheker. Über 80 Prozent arbeiten selbstständig oder als Angestellte in der öffentlichen Apotheke. Allerdings bietet kaum ein anderer natur­wissen­schaftlicher Beruf so viele verschiedene Tätigkeitsfelder. Wer kann Apotheker werden? Voraussetzung für das Studium der Pharmazie ist das Abitur oder eine anderweitig erworbene Hochschul­zugangs­berechtigung.

Die Ausbildung zum Apotheker erfolgt an einer wissen­schaftlichen Hochschule. Für den Studiengang Pharmazie besteht an allen deutschen Hochschulen eine Zulassungs­beschränkung (Numerusclausus). Alternative individuelle Zulassungs­verfahren erfahren Sie direkt bei der jeweiligen Universität. Derzeit kann man in Deutschland an 22 Universitäten Pharmazie studieren, in Bayern an vier. Wer Pharmazie studieren möchte, sollte u.a. Interesse an natur­wissen­schaftlichen Fächern, wie Chemie und Biologie, mitbringen.

Wer kann Apotheker werden?

Voraussetzung für das Studium der Pharmazie ist das Abitur oder eine anderweitig erworbene Hochschulzugangsberechtigung. Die Ausbildung zum Apotheker erfolgt an einer wissen­schaftlichen Hochschule. Für den Studiengang Pharmazie besteht an allen deutschen Hochschulen eine Zulassungs­beschränkung (Numerus clausus).

Alternative individuelle Zulassungs­verfahren erfahren Sie direkt bei der jeweiligen Universität. Derzeit kann man in Deutschland an 22 Universitäten Pharmazie studieren, in Bayern an vier.
Wer Pharmazie studieren möchten, sollte u.a. Interesse an natur­wissenschaft­lichen Fächern, wie Chemie und Biologie, mitbringen.

Das Studium: Der Weg zum Apothekerberuf:

Während der universitären Ausbildung besuchen die Studenten Vorlesungen, Seminare und  Praktika.

1. Abschnitt der pharmazeutischen Prüfung: (4 Semester)

Grundstudium: Hier werden naturwissenschaftliche Grundlagenfächer vermittelt.

  • Allgemeine, anorganische und organische Chemie
  • Grundlagen den pharma­zeutischen Biologie und der Humanbiologie
  • Grundlagen der Physik, der physikalischen Chemie und der Arzneiformenlehre
  • Grundlagen der pharmazeutischen Analytik

Während der vorlesungsfreien Zeit muss eine achtwöchige Famulatur, eine Art Praktikum in der Apotheke, absolviert werden. Das Grundstudium endet mit dem 1. Staatsexamen.

2. Abschnitt der pharmazeutischen Prüfung: (4 Semester)

Hauptstudium: Hier befasst sich der Student mit speziellen pharmazeutischen Inhalten.

  • Pharmazeutische/Medizinische Chemie
  • Pharmazeutische Biologie
  • Pharmazeutische Technologie/Biopharmazie
  • Pharmakologie und Toxikologie
  • Klinische Pharmazie

Das Hauptstudium schließt mit dem 2. Staatsexamen ab.

3. Abschnitt der pharma­zeutischen Prüfung (12 Monate)

Der 3. Abschnitt der Ausbildung dient dazu, das erworbene Wissen im Apotheken­alltag anzuwenden. Mindestens 6 Monate müssen die „Pharmazeuten im Praktikum“ in einer öffentlichen Apotheke arbeiten. Der Rest kann auch in einer Krankenhaus- oder Bundeswehrapotheke, der pharmazeutischen Industrie, einer wissenschaftlichen Institution oder einer Arzneimitteluntersuchungsstelle abgeleistet werden. Ergänzt wird das „Praktische Jahr“ durch den Begleitenden Unterricht, in dem praxisbezogene und rechtliche Themen vermittelt werden. Es endet mit dem 3. Staatsexamen.

Approbation

Nach Bestehen der Pharmazeutischen Prüfungen wird der Antrag auf Erteilung der Approbation als Apotheker gestellt. Diese berechtigt zum Führen der Berufsbezeichnung und damit zur Ausübung des Apothekerberufs.

Pharmazie bietet viele Berufsmöglichkeiten

Öffentliche Apotheke

Schwerpunkt der Tätigkeit eines Apothekers in der öffentlichen Apotheke ist die ordnungsgemäße Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimittel. Die öffentliche Apotheke ist aber auch vielfach erste Anlaufstelle bei vielen Gesundheitsfragen und bietet ein großes Spektrum an Dienstleistungen an. War der Apotheker früher vorrangig für die Herstellung von patienten­individuellen Rezepturen zuständig, steht heute Information und Beratung der Patienten und Ärzte rund um das Arzneimittel im Vordergrund. Der Apotheker ist Ansprechpartner in allen gesundheitlichen Fragen.

Der Apotheker klärt über mögliche Neben- und Wechsel­wirkungen der Medikamente auf, gibt Hinweise zur richtigen Einnahme und erläutert die korrekte Hand­habung von speziellen Darreichungsf­ormen, wie Insulin-Pens oder Asthmasprays. Zusätzlich beraten Apotheker individuell zu allgemeinen Gesundheitsfragen wie Reiseimpfung, gesunde Ernährung oder Hautpflege.

Wichtig für die Arbeit in der öffentlichen Apotheke ist die Freude am Umgang mit Menschen.
Der Leiter einer öffentlichen Apotheke sollte außerdem gute kaufmännische Kenntnisse besitzen.

Krankenhaus­apotheke

Der Krankenhaus­apotheker versorgt die Patienten im Krankenhaus mit Arzneimitteln. Zu seinen Aufgaben gehört der Einkauf, die Herstellung, Prüfung, Lagerung und Abgabe von Arzneimitteln. Er steht dabei in engem Austausch mit Ärzten und dem Pflegepersonal und berät diese bei allen Fragen rund um das Arzneimittel. Als Mitglied bzw. Vorsitzender der Arzneimittel­kommission des Krankenhauses entscheidet der Apotheker mit darüber, welche Arzneimittel in der Klinik angewendet werden. Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Herstellung von Arzneimitteln. Diese nimmt in der Krankenhaus­apotheke einen wesentlich höheren Stellenwert ein als in der öffentlichen Apotheke.

Pharmazeutische Industrie

Der Apotheker ist der Fachmann für alle Fragen, die den gesamten Werdegang des Arzneimittels betreffen – von der Forschung über die Entwicklung bis zur Zulassung und Markteinführung. Entsprechend vielfältig sind auch seine Einsatzgebiete in der pharmazeutischen Industrie. Der Apotheker beschäftigt sich mit der Analytik der Arzneimittel, der Entwicklung geeigneter Arzneiformen, der Produktion und der Qualitätskontrolle.

In medizinisch-wissenschaftlichen Abteilungen arbeiten Apotheker in erster Linie an der Zusammenstellung von Zulassungsunterlagen, der Sammlung und Bewertung von Meldungen zu Arzneimitteln, sowie an Patientenbroschüren. Auch Marketing, Vertrieb und Verkauf bieten für Apotheker vielseitige und interessante Aufgaben.

Universität

Schwerpunkt der Arbeit eines Apothekers an der Universität ist die Grundlagen­forschung, sowie die angewandte Forschung über Arzneimittel und Medizinprodukte. Zudem ist der Apotheker in die Lehre mit eingebunden. Er hält Vorlesungen, Seminare und Praktika für Studierende der Pharmazie und anderer natur­wissenschaftlicher Fächer.

Bundeswehr

Im Sanitätsdienst der Bundeswehr ist der Apotheker als Sanitätsoffizier neben organisatorischen und allgemeinen Führungs- und Amtsaufgaben vor allem für die wehr­pharma­zeutischen und logistischen Belange zuständig. Aufgrund des veränderten Auftrags der Bundeswehr üben die Apotheker im Rang/Status „Sanitätsoffizier“ diese Tätigkeiten heute verstärkt auch im Auslandseinsatz aus.

Verwaltung/Schule

Der Apotheker ist in den Behörden des Bundes und der Länder, sowie in Körperschaften des öffentlichen Rechts, wie Apothekerkammern, Krankenkassen oder kassenärztlichen Vereinigungen, tätig. Hierzu benötigt er neben pharma­zeutischem Fachwissen vertiefte Kenntnisse in den pharmazeutischen Rechtsgebieten, sowie auf dem Gebiet der öffentlichen Verwaltung, insbesondere der Gesundheitsverwaltung. Er ist in die Erarbeitung von Gesetzen und Verordnungen involviert und kontrolliert die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen, die das Apothekenwesen, sowie den Verkehr mit Arzneimitteln, Betäubungs­mitteln und Gefahrstoffen betreffen. Auch ein Einsatz als Lehrkraft an einer Berufsschule für PTA und PKA ist möglich.

Immer am Ball bleiben

Fort- und Weiterbildung

Die rasante Entwicklung auf dem Gebiet der Pharmazie erfordert vom Apotheker eine stete Aktualisierung und Auffrischung seiner Kenntnisse und Fertigkeiten. Deshalb ist die regelmäßige Fortbildung notwenig. Sie ist sogar berufsrechtlich und ethisch verpflichtend und in den Heilberufs- bzw. Kammergesetzen vorgeschrieben. Die Bayerische Landes­apotheker­kammer veranstaltet deshalb jährlich eine Vielzahl unterschiedlicher Fortbildungen.

Neben den 1 bis 3-tätigen Fortbildungs­veranstaltungen bietet die Bayerische Landesapothekerkammer durch Weiterbildungs­kurse allen Apothekern auch die Möglichkeit, im Rahmen ihrer Berufstätigkeit vertiefende Kenntnisse und Fertigkeiten in bestimmten Gebieten zu erlangen. Die Weiterbildung dauert in der Regel 100 Stunden, schließt mit einer Prüfung ab und berechtigt zum Führen des Titels „Fachapotheker für…“.

Eine Weiterbildung ist in Bayern derzeit in den Gebieten Allgemeinpharmazie, Klinische Pharmazie, Pharmazeutische Technologie, Pharmazeutische Analytik, Toxikologie und Ökologie, Arzneimittelinformation sowie in den Bereichen Ernährungs­beratung, Homöopathie und Naturheilverfahren, onkologische Pharmazie sowohl Prävention und Gesundheits­förderung möglich.

Promotion

Außerhalb der öffentlichen Apotheken, insbesondere in der pharma­zeutischen Industrie, bei Prüfinstitutionen und in der Verwaltung, ist eine Promotion von Vorteil. Für die universitäre Laufbahn ist sie in der Regel unerlässlich.

Pharmaziestudium in Bayern

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Naturwissenschaftliche Fakultät
Universitätsstraße 40
91054 Erlangen
www.uni-erlangen.de

Ludwig- Maximilians-Universität München
Fakultät für Chemie und Pharmazie
Butenandtstraße 5-13
81377 München
www.cup.uni-muenchen.de/ph

Universität Regensburg
Fakultät für Chemie und Pharmazie
Universitätsstraße 31
93053 Regensburg
www.chemie.uni-regensburg.de

Julius-Maximilians-Universität
Fakultät für Chemie und Pharmazie
Am Hubland
97074 Würzburg
www.pharmazie.uni-wuerzburg.de

Haben Sie noch Fragen?

Diese Broschüre soll einen ersten Einblick in die vielfältigen Aufgabengebiete des Apothekers geben. Mehr Informationen gibt es bei der Bayerischen Landes­apothekerkammer unter 089/ 9262-0 oder unter www.blak.de

Impressum:
Bayerische Landes­apotheker­kammer
Maria-Theresia-Str. 28
81675 München
Tel.: 089/ 9262-0
www.blak.de

Stand 2010

Die Berufsbezeichnung „Apotheker“ wurde in dieser Broschüre nur aus Vereinfachungsgründen verwendet. Die weibliche Form „Apothekerin“ ist selbstverständlich ebenso gemeint.

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