Radiobeitrag Bayerischer Apothekertag in Amberg

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Bayerischer Apothekertag in Amberg

Anmoderation:

Pharmazeuten aus ganz Bayern sind an diesem Wochenende in das Herz der Oberpfalz gekommen, nach Amberg. Zwei Tage lang geht es beim Bayerischen Apothekertag um große und kleine Themen der Apotheker, im Vordergrund steht in diesem Jahr ein langfristiges Projekt. Die Apotheker wollen mehr Verantwortung bei der Arzneimitteltherapie und damit eine bessere Versorgung der Patienten. Welche Vorteile es bringt und wo bisher noch Hindernisse liegen, das hat Alexander Tauscher die Spitzen von Landesapothekerkammer und Apothekerverband gefragt.

Es geht um das große Wort „Medikationsmanagement“ - und dieses Wort hat zwei Stufen: Zum einen wird analysiert, welche Arzneimittel der Patient in Summe einnimmt; welche ihm der Arzt verschreibt und welche er selbst hinzufügt. Denn das kann zu Wechsel-und Nebenwirkungen führen. In der zweiten Stufe wird mit dem Arzt beraten, wie diese Medikation verbessert werden kann. So sieht das optimale Management aus – dabei  wollen die Apotheker intensiver mit den Ärzten zusammenarbeiten, erklärt Hans-Peter Hubmann, der Vorsitzende des Bayerischen Apothekerverbandes.

O-TON 1

Insbesondere für chronisch kranke Patienten, die fünf oder mehr Arzneistoffe parallel einnehmen, bringt dieses Medikationsmanagement mehr Sicherheit und letztlich mehr Erfolg in der Therapie, betont der Präsident der Bayerischen Landesapothekerkammer Thomas Benkert.

O-TON 2

Noch gibt es Widerstände, sowohl bei den Krankenkassen, als auch bei den Ärzten. Die Pharmazeuten betonen, dass sie keine Kontrollinstanz für die Therapie der Ärzte darstellen wollen, es gehe vielmehr um die Zusammenarbeit. Dazu ist ein Pilotprojekt in Mitteldeutschland schon erfolgreich angelaufen, beobachtet Hans-Peter Hubmann.

O-TON 3

In der Fort- und Weiterbildung beim Bayerischen Apothekertag in Amberg widmen sich die Apotheker in Bayern sehr stark dem Thema Beratung. Denn die Alterspyramide führt dazu, dass diese aufwendige und arbeitsintensive Arbeit sich häufen wird. Für diesen zusätzlichen Aufwand brauchen die Apotheker jedoch eine angemessene Vergütung. Kammerpräsident Thomas Benkert schätzt, dass das Modellprojekt in Sachsen und Thüringen noch zwei Jahre laufen werde, dann müsse man aber Nägel mit Köpfen machen und die Arzneimittelversorgung der Patienten langfristig verbessern.

O-Töne

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