Radiobeitrag Drogen mit unbekannter Wirkung

Text

Finger weg von Badesalzen und Co. - neue Drogen mit unbekannter Wirkung

Anmoderation

Haschisch und Heroin, Ecstasy oder Kokain – dass solche Drogen gefährlich sind, hat sich herumgesprochen, wer sie trotzdem nimmt, geht bewusst ein gesundheitliches Risiko und die Gefahr der Abhängigkeit ein. Doch längst gibt es neue Drogen, die manchmal ganz harmlos scheinen, die jedoch extrem gesundheitsgefährdend sein können. Über die Risiken und Präventionsmöglichkeiten haben Experten aus Politik, Forschung und Praxis beim 12. Bayerischen Suchtforum in München diskutiert, das die Bayerische Landesapothekerkammer erneut mitveranstaltet hat. Björn Czieslik war dabei.

Manuskript

Badesalze, Kräutermischungen oder Kunstdünger – unter so verniedlichenden Namen werden übers Internet Substanzen verkauft, deren Wirkungen und Gefahren teils noch völlig unbekannt sind. Viele dieser neuen Drogen werden fälschlicherweise auch unter dem Begriff „Legal Highs“ angeboten. Was es mit diesen auf sich hat, erklärt Suchtexperte Ulrich Koczian, Vizepräsident der Bayerischen Landesapothekerkammer.

O-TON 1

Selbst vermeintliche Warnhinweise auf den Packungen, wie zum Beispiel „Nicht zum Rauchen geeignet“ helfen nicht. Im Gegenteil: Sie werden von vielen Konsumenten sogar als Aufforderung verstanden, genau das doch zu tun. Mit verheerenden Folgen.

O-TON 2

Ein weitere gefährlicher Trend: Medikamente wie Schmerz- oder Beruhigungsmittel werden in viel zu hohen Dosen missbräuchlich genutzt, um sich aufzuputschen, erklärt Ulrich Koczian:

O-TON 3

Ähnliches gilt für Chrystal Meth, eine Droge auf Amphetaminbasis, die zunächst leistungssteigernd wirkt, aber auch extrem schnell abhängig macht. Vor allen aus Tschechien kommt Chrystal Meth derzeit in die grenznahen Regionen Bayerns, also nach Oberfranken, Niederbayern und die Oberpfalz. Melanie Huml, Staatsekretärin im Bayerischen Gesundheitsministerium, weiß, welche dramatischen Folgen der Konsum haben kann.

O-TON 4

Mit einer Kampagne, die ungeschönt und direkt die Folgen des Konsums von Christal Meth zeigt, will das Gesundheitsministerium Jugendliche präventiv warnen.

O-TON 5

Auch die Bayerische Landesapothekerkammer und die Akademie für Suchtfragen setzen auf Prävention und bieten Vorträge für Schulen an, durch die  Jugendliche für die Gefahren des Drogenkonsums sensibilisiert werden sollen. Noch einmal Ulrich Koczian:

O-TON 6

Im Idealfall setzt sich bei allen die Erkenntnis durch: Finger weg von unbekannten Substanzen, deren Folgen man nicht abschätzen kann.

O-Töne

Alle einzelnen O-Töne finden Sie unter www.apothekerradio.de.

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