WIPIG-Netzwerk Prävention und Ernährung

Kursnummer
BYA198082
Kursort
Nürnberg, Caritas-Pirckheimer-Haus gGmbH, Königstr. 64
Datum
24.11.2019
Uhrzeit
09:30—17:15
Fortbildungspunkte
8
ZielgruppeN
Apotheker/in, PTA
Freie Plätze
226
Veranstaltungsgebühr
0,00 EUR

Weitere Details und Anmeldung (Online-Konto)

Fortbildung des WIPIG-Netzwerks Prävention zusammen mit dem WIPIG-Netzwerk Ernährung

Programm:

09:30 - 10:00 Uhr: Begrüßung und WIPIG-Update 2019/I (Vorstand und Dr. Helmut Schlager)
10:00 - 11:00 Uhr: Update Ernährung bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten (Dr. Astrid Menne)
11:00 - 11:30 Uhr: Kaffeepause
11:30 - 12.30 Uhr: Opioidkrise, Cannabisfreigabe in Nordamerika - und wie ist unser Umgang mit diesen Substanzen? (Prof. Dr. Oliver Pogarell)
12:30 - 13.45 Uhr: Mittagspause
13.45 - 14.30 Uhr: Das DZD, das Nationale Diabetes-Netzwerk und die Rolle der Apotheker (Dr. Astrid Glaser)
14:30 - 15:15 Uhr: Adipositasprävention: Was bringen Lebensmittelkennzeichnung, Steuern und Nudging- Maßnahmen? (Dr. Christina Holzapfel)
15.15 - 15.45 Uhr: Kaffeepause
15.45 - 16.45 Uhr: GLICEMIA 2.0 - Vorbeugen statt zurücklehnen - gemeinsam aktiv in die Zukunft! (Katja Prax)
16.45 - 17.15 Uhr: WIPIG-Update 2019/II (Dr. Helmut Schlager)


Dr. Astrid Menne
"Aber bitte mit ohne" - Ernährung bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Update Nahrungsmittelallergien, Histaminunverträglichkeit, Kohlenhydratmalassimilationen, Glutenunverträglichkeit mit praktischen Beispielen.
Die Wahrnehmung für Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist in den letzten Jahren gestiegen. Viele Menschen fühlen sich heute selbst betroffen. Eine gesicherte Diagnostik erscheint häufig schwierig, es gibt nur wenig spezialisierte Therapeuten. Verschiedene Facharztdisziplinen decken in der Regel nur einen Teil der Ursachensuche ab, die praktische diätetische Umsetzung kommt meist zu kurz. Gleichzeitig gibt es zum Thema Nahrungsmittelunverträglichkeiten eine Informationsflut aus verschiedensten Quellen, die in Summe eher zu weiterer Verwirrung als zur Aufklärung beiträgt. Unverträglichkeitsreaktionen auf Nahrungsmittel lassen sich hinsichtlich der Reaktionsmechanismen klar voneinander abgrenzen, auch wenn sie sich symptomatisch manchmal gleichen. Diagnostische und therapeutische Optionen werden aufgezeigt. Aktuelle Nocebo-Trends und praktische Beispiele aus dem Alltag werden erarbeitet.


Prof. Dr. Oliver Pogarell
In Kooperation mit der Bayerischen Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen:
Opioidkrise, Cannabisfreigabe in Nordamerika - und wie ist unser Umgang mit diesen Substanzen?
In den USA wurde angesichts der sog. Opioid-Epidemie mittlerweile ein nationaler Notstand ausgerufen. Die opioidbedingte Mortalitätsrate beträgt dort ein Vielfaches vergleichbarer Drogentodeszahlen in Deutschland und Europa. Diese Entwicklung wird u.a. erklärt durch eine unkritische Verschreibungspraxis opioidhaltiger Schmerzmittel, die vor dem Hintergrund eines unzureichenden Gesundheitssystems bei vielen Betroffenen zu einer Verlagerung auf illegale und somit erheblich gefährlichere Substanzen geführt hat. Durch Information, Ausbildung und Regulierungsmaßnahmen wird versucht, die Krise einzudämmen. Auf der anderen Seite zeichnet sich in Nordamerika ein zunehmend permissiver Umgang mit Cannabinoiden ab, nicht nur zu medizinischen Zwecken, sondern auch für den Freizeitgebrauch. Die langfristigen Folgen sind derzeit kaum abzuschätzen, allerdings werden gesundheitliche Risiken wie auch der medizinische Nutzen prospektiv beforscht. Die Situation in Deutschland weist Unterschiede aber auch Gemeinsamkeiten im Umgang mit Opioiden und Cannabinoiden auf, die vor dem Hintergrund der problematischen Entwicklungen in Nordamerika dargestellt und erörtert werden. Es werden Aspekte der Verschreibungspraxis sowie Konsequenzen und Herausforderungen für die Beratung in den Apotheken vor Ort thematisiert.


Dr. Astrid Glaser
DZD - Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung: Neues aus der Präventionsforschung und Information der Öffentlichkeit
Seit 1980 hat sich die Zahl der Menschen mit Diabetes weltweit vervierfacht. Allein in Deutschland leiden knapp 7 Mio. Menschen an der Stoffwechselerkrankung. Um dieser Diabetes-Epidemie entgegen zu wirken, arbeiten im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD) über 400 Experten aus Grundlagenforschung, Epidemiologie und klinischer Anwendung deutschlandweit zusammen, um maßgeschneiderte Ansätze zur Prävention, Diagnostik und Therapie des Diabetes zu entwickeln und so der Volkskrankheit entgegen zu wirken sowie Folgeerkrankungen zu vermeiden.
In dem Vortrag werden die aktuellsten Ergebnisse zur Prävention von Typ1 und Typ 2-Diabetes, die Rolle von Leber und Gehirn bei Diabetes und der Einfluss von Genetik und Epigenetik auf die Entstehung von Diabetes sowie die Vermittlung der Informationen für die Öffentlichkeit vorgestellt.


Dr. Christina Holzapfel
Adipositasprävention:
Was bringen Lebensmittelkennzeichnung, Steuern und Nudging-Maßnahmen?
Adipositas ist eine gesellschaftliche Herausforderung. Die Adipositasprävention ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Maßnahmen zur Adipositasprävention setzen bei verschiedenen Settings und Akteuren an, wobei flächendeckende erfolgreiche Maßnahmen fehlen. Viele präventive Ansätze beschränken sich oftmals auf die regionale Ebene. Die meisten Präventionsmaßnahmen sind zudem nicht wissenschaftlich evaluiert. In den letzten Jahren wurde immer mehr deutlich, dass es eines multidimensionalen Ansatzes bedarf, der verschiedene präventive Maßnahmen berücksichtigt. Derzeit werden vor allem die Lebensmittelkennzeichnung, die Besteuerung verschiedener Lebensmittel oder Nährstoffe sowie Nudging-Maßnahmen diskutiert. Einige Länder sind diesbezüglich auch schon mit gutem Beispiel vorangegangen. Gegenstand des Vortrags ist es, verschiedene Präventionsansätze aufzuzeigen und zu diskutieren. Praktische Tipps, die im Alltag eingesetzt werden können und darauf abzielen, dass allen Menschen ein gesundheitsförderlicher Lebensstil erleichtert wird, werden gegeben.


Katja Prax
GLICEMIA 2.0 - Vorbeugen statt zurücklehnen - gemeinsam aktiv in die Zukunft!
GLICEMIA 2.0 ist ein gemeinsames Projekt des WIPIG und der FAU Erlangen-Nürnberg. Es handelt sich um eine randomisierte, kontrollierte Studie zur Sekundär- und Tertiärprävention bei Typ-2-Diabetes. Im Zeitraum von 2017 bis 2018 haben 13 Interventionsapotheken Typ-2-Diabetiker anhand eines strukturierten Programmes betreut. 13 weitere Apotheken bildeten die Kontrollgruppe. Durch eine umfangreiche Datenerfassung konnte nun der Einfluss der intensiven Betreuung u. a. auf Laborparameter, Lebensqualität und arzneimittelbezogene Probleme geprüft werden. In diesem Vortrag sollen die Endergebnisse vorgestellt werden.


Dr. Helmut Schlager
WIPIG Update 2019/2020
Neue und bewährte Projekte, praktische Aktionsmaterialien und Aktivitäten des Wissenschaftlichen Instituts für Prävention im Gesundheitswesen der Bayerischen Landesapothekerkammer werden vorgestellt, Möglichkeiten und Chancen aktiver Teilhabe für Apotheken werden aufgezeigt.
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