Bei Erkältungen nicht abwarten, sondern Tee trinken

20.11.2013 17:01

Apotheker in Bayern geben Tipps:

München, den 19. November 2013 Tee ist das einfachste und vermutlich auch das älteste Arzneimittel. Für dieses heilsame Getränk werden Pflanzenteile aufgekocht oder mit kochendem Wasser übergossen. Beispiele sind Pfefferminztee, Kamillentee oder Fencheltee. Gerade in der kalten Jahreszeit erfreut sich Tee großer Beliebtheit. Die Auswahl an Teesorten ist riesig, die Preisunterschiede sind groß. Wir haben mit Dr. Volker Schmitt, Pressesprecher der Apotheker in Bayern gesprochen, wie man die Qualitätsunterschiede erkennen kann und was bei der Zubereitung zu beachten ist.

Schmitt: Grundsätzlich unterscheidet man zwischen schwarzem und grünem Tee, Früchte- und Kräutertee. Schwarzer und grüner Tee stammen von derselben Pflanze, dem Teestrauch, nur werden sie unterschiedlich weiterverarbeitet. Früchte- und Kräutertee werden aus Blüten, wie zum Beispiel bei der Kamille, aus Blättern, wie bei der Pfefferminze aus Samen wie beim Fenchel oder aus Früchten wie bei der Hagebutte gewonnen. Prinzipiell gilt: Guter Tee riecht frisch und hat eine schöne Farbe. Loser Tee ist in der Regel besser als Beuteltee. Heilpflanzentees aus der Apotheke müssen einen hohen Qualitätsstandard erfüllen: Das Arzneibuch schreibt einen definierten Wirkstoffgehalt vor und verbietet Verunreinigungen und Schadstoffe.

Wichtig bei Tee ist ja auch die richtige Zubereitung. Was gibt es dabei zu beachten?

Schmitt: Bei der Zubereitung kommt es vor allem auf Dosierung, Ziehdauer und Wasserqualität an. Die meisten Tees sollen immer mit kochendem Wasser übergossen werden. Kräutertees entfalten die beste Wirkung, wenn sie fünf bis zehn Minuten gezogen sind. Grüner und schwarzer Tee sollten zwei bis drei Minuten ziehen, wenn sie anregend, fünf Minuten, wenn sie weniger anregend wirken sollen. Es gibt aber auch Heilpflanzen-Tees, die mit kaltem Wasser „gekocht“ werden müssen: Bärentraubenblätter-Tee gegen Blasenentzündungen beispielsweise wird mit kaltem Wasser angesetzt. Die derben Blätter enthalten viele Gerbstoffe, die sich in warmem Wasser besser lösen würden und den Magen belasten könnten. Wenn Sie spezielle Fragen zur Zubereitung Ihres Tees haben, hilft Ihnen Ihre Apothekerin oder Ihr Apotheker in der Nähe immer weiter.

Tee ist eines der ältesten Arzneimittel. Können Sie uns typische Anwendungsgebiete nennen?

Schmitt: Erkältungen beispielsweise lassen sich sehr gut mit Tees behandeln: Abhängig von seinen Beschwerden kann man sich in der Apotheke spezielle Tees mischen lassen. Zum Beispiel löst ein Tee mit Efeublättern, Thymiankraut, Primel- und Süßholzwurzel Schleim, eine Mischung aus Eibischwurzel, Isländisch Moos, Malvenblüten und Fenchel beruhigt bei Hustenreiz die Atemwege und ein Tee mit Holunder- und Lindenblüten wirkt fiebersenken. Bei Halsentzündungen wird ein Salbeitee zum Gurgeln eingesetzt. Bei Schnupfen bringt Kamillentee zur Inhalation Linderung. Daneben gibt es eine Vielzahl von Heilpflanzentees, die bei Erkältungskrankheiten oder anderen Beschwerden angewandt werden können. Lassen Sie sich in der Apotheke Ihres Vertrauens beraten, hier kennt man viele Teerezepte und kann auf die individuellen Wünsche eingehen.

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