Blut­hoch­druck - der stille Killer

16.08.2010 13:28

Apotheker in Bayern empfehlen regelmäßige Kontrolle

Blut­hoch­druck gilt bei uns als eine der gefährlichsten Volks­krank­heiten. Das Heim­tückische daran ist, dass Hypertonie, wie Blut­hoch­druck in der Fachsprache heißt, nicht wehtut und es keine charakteristischen Beschwerden oder typischen Früh­warn­signale gibt. Unbehandelt erhöht Blut­hoch­druck das Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt, Erblindung und Nieren­versagen. Wir haben mit Apotheker Dr. Volker Schmitt, Sprecher der Apotheker in Bayern, über Prävention und Behandlung von Blut­hoch­druck gesprochen.

Was ist Blut­hoch­druck eigentlich?

Schmitt: Blutdruck ist der Druck, mit dem das Herz Blut durch die Blutgefäße pumpt, um die Organe mit Sauerstoff zu versorgen. Normaler­weise sollten die Werte bei Erwachsenen unter 140/90 mmHg liegen. Darüber spricht man von Blut­hoch­druck. Aber Vorsicht: Der Blutdruck schwankt im Verlauf des Tages. Blut­hoch­druck ist nur dann gegeben, wenn der Blutdruck dauerhaft erhöht ist.

Wie kommt es zu Blut­hoch­druck?

Schmitt: In den meisten Fällen ist die Ursache nicht bekannt. Neben der erblichen Veranlagung können zu viel Salzkonsum, Alkohol, Stress, rauchen und Fett­ab­lagerungen in den Arterien den Blutdruck erhöhen. Außerdem haben über­gewichtige Menschen doppelt so häufig Blut­hoch­druck wie Normal­gewichtige.

Warum muss Blut­hoch­druck rechtzeitig erkannt und behandelt werden?

Schmitt: Blut­hoc­hdruck gilt als Risikofaktor Nr. 1 für Schlaganfall. Mit steigendem Blutdruck sinkt somit die Lebens­erwartung drastisch. Deshalb ist es wichtig, seinen Blutdruck regelmäßig zu kontrollieren.

Kann man etwas gegen Blut­hoch­druck tun?

Schmitt: Oft hilft es, wenn Blut­hoch­druck-Patienten weniger Salz essen und gleichzeitig durch mehr Obst und Gemüse mehr Kalium zu sich nehmen. Auch sollte man bei Blut­hoch­druck weniger tierische Fette essen, den Alkohol­konsum stark einschränken und mit dem Rauchen aufhören. Zusammen­fassend kann man sagen, dass der Effekt auf den Blutdruck umso größer ist, je mehr Maßnahmen eingehalten werden. Da nicht bei allen Patienten die gleichen Maßnahmen greifen, ist es wichtig, dass man sich individuell beraten lässt.

Warum werden bei Blut­hoch­druck oft viele verschiedene Medika­mente verschrieben?

Schmitt: Patienten sind oft irritiert darüber, dass sie gleich mehrere blut­druck­senkende Medikamente verschrieben bekommen. Oft wird dann ein Teil der Tabletten nicht regelmäßig eingenommen. Das ist aber grundsätzlich falsch. Denn die verschiedenen Arzneimittel greifen an ganz unterschiedlichen Orten im Körper an. Wenn Patienten Fragen zu ihren Medikamenten haben, können sie sich jederzeit an die Apothekerin oder den Apotheker vor Ort wenden.

Wie misst man zuhause selbst richtig seinen Blutdruck?

Schmitt: Die Manschette des Blut­druck­mess­gerätes sollte während der Messung auf Höhe des Herzens sein – egal, ob sie den Oberarm oder das Handgelenk umschließt. Befindet sich die Manschette tiefer, sind die Werte zu hoch. Eine Stunde vor der Messung sollte man auf Kaffee, Alkohol oder Rauchen verzichten. Und es ist wichtig, dass sich die Patienten drei Minuten vor der Messung hinsetzen und während der Messung nicht sprechen, sonst fallen die Messwerte ebenfalls zu hoch aus. Bei Problemen mit der Messung oder dem Gerät helfen die Apotheker in Bayern gerne weiter. Wer kein eigenes Messgerät besitzt, kann seinen Blutdruck natürlich auch jederzeit in der Apotheke kontrollieren lassen.

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