Nach Äpfeln oder Cola mit dem Zähneputzen warten - Apotheker in Bayern informieren über die richtige Zahnpflege bei Kindern

02.04.2015 09:57

München, den 02. April 2015 Schon bei den Milchzähnen ist regelmäßige Pflege wichtig. Milchzähne sind Platzhalter für die dauerhaften Zähne, ihr Fehlen kann zu Sprachstörungen oder Fehlstellungen im erwachsenen Gebiss führen. „Ein sauberer Zahn wird nicht krank, deshalb ist es wichtig, auch bei den Kleinen die Zähne richtig zu pflegen“, sagt Apotheker Dr. Volker Schmitt, Pressesprecher der Apotheker in Bayern und rät: „Eltern sollten darauf achten, dass Sie ihren Kindern mindestens zweimal am Tag richtig die Zähne putzen."

„Richtig Zähne putzen“ - wie geht das?
Apotheker Dr. Volker Schmitt: Bei Kindern sollten zuerst die Kauflächen, dann die Außenflächen und am Schluss die Innenflächen geputzt werden. Es sollte immer in der gleichen Reihenfolge – erst oben, dann unten geputzt werden. Die Kauflächen der Backenzähne werden am besten mit kurzen Vor- und Rückwärtsbewegungen, die Außenflächen mit Kreisbewegungen gereinigt. Zum Schluss den Mund kräftig ausspülen. Vor allem abends aber sollten die Eltern das Putzen überwachen und bei Bedarf nachputzen. Wenn bei Kindern die Feinmotorik ausgereift ist, das heißt, wenn sie flüssig Schreibschrift schreiben können, können sie bei gelegentlicher Kontrolle selbständig putzen.


Brauchen Kinder eine eigene Zahnpasta?
Apotheker Dr. Volker Schmitt: Ja, und das lässt sich auch leicht erklären: Vorbeugend gegen Karies an den Milchzähnen wirkt Fluorid, das den Zahnschmelz härtet. Schon der erste durchbrochene Milchzahn sollte am besten abends mit einer winzigen Menge fluoridhaltiger Kinderzahncreme gereinigt werden. Ab dem zweiten Lebensjahr ist es wichtig, die Zähne mindestens zweimal täglich zu putzen. Die Fluoridmenge muss dem Lebensalter angepasst sein. Kinder brauchen eine Zahnpasta, die weniger Fluorid (0,05 Prozent) als die für Erwachsene (0,1 Prozent und mehr) enthält. Weil Kinder zum Verschlucken von Zahncreme neigen, darf die Menge höchstens erbsengroß sein. Um keinen Anreiz zum Verschlucken zu geben, sollte man Zahnpasten mit Frucht- oder Bonbongeschmack vermeiden.


Wie kann man kontrollieren, ob die Zähne der Kinder sauber sind?
Apotheker Dr. Volker Schmitt: Mit Färbetabletten kann die Zahnpflege kontrolliert werden. Die Tabletten werden zerkaut und färben den Zahnbelag (Plaque) an – je nach Alter des Zahnbelags blau oder rot.


Es ist kein Geheimnis, dass die Ernährung viel zur Gesunderhaltung der Zähne beiträgt. Wie sieht aus Ihrer Sich eine „zahngesunde Ernährung“ aus?
Apotheker Dr. Volker Schmitt: Als Durstlöscher empfehlen wir Wasser, Früchtetees oder stark verdünnte Fruchtschorlen, und sehr wenig, am besten gar keine gesüßten Getränke. Säuglinge sollten keinen gezuckerten Tee als Einschlafhilfe bekommen. Außerdem ist es wichtig, dass die Nuckelflasche den Kindern nicht zum Dauergebrauch überlassen wird. Zuckerhaltige Zwischenmahlzeiten wie Kekse oder Bonbons können gut durch Obst oder kleine Portionen Käse ersetzt werden. Trinken Kinder oder Erwachsene säurehaltige Getränke wie Cola, Orangen- oder Apfelsaft, sollten sie mit dem Zähneputzen mindestens eine halbe Stunde warten. Das gilt auch für säurehaltige Lebensmittel wie Essiggurken oder saure Äpfel. Ansonsten kann der durch die Säure leicht angeraute Zahnschmelz durch die Zahnbürste abgeschmirgelt werden.

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