Starke Regelschmerzen gehören für manche Frauen zum Alltag. Doch wenn Schmerzen regelmäßig auftreten und die Lebensqualität einschränken, können sie ein Hinweis auf eine Erkrankung wie Endometriose sein.
„Gerade bei wiederkehrenden Beschwerden kann die Apotheke vor Ort eine erste Anlaufstelle für ein klärendes Gespräch sein“, sagt Apothekerin Kathrin Koller, Pressesprecherin der Apotheker in Bayern und ergänzt: „In der Apotheke erleben wir häufig, dass Kundinnen zunächst ein Schmerzmittel gegen ihre Menstruationsschmerzen suchen oder mit Kreislaufbeschwerden kommen. Im persönlichen Gespräch erfahren wir dann, dass die Schmerzen oft schon lange bestehen oder von weiteren Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall begleitet werden. Wir können dabei unterstützen, Beschwerden einzuordnen und darauf aufmerksam machen, wann eine gynäkologische Untersuchung sinnvoll sein kann.“
Was ist Endometriose?
Endometriose ist eine der häufigsten Erkrankungen des Unterleibs. Dabei wächst gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter. Schätzungsweise ist etwa jede zehnte Frau im gebärfähigen Alter betroffen. Die Erkrankung kann sich unterschiedlich bemerkbar machen: Typisch sind starke Menstruations- und Unterbauchschmerzen, möglich sind aber auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder Beschwerden beim Wasserlassen beziehungsweise Stuhlgang. Die Beschwerden können den Alltag stark belasten und auch mit einem unerfüllten Kinderwunsch verbunden sein. Weil die Symptome so vielfältig sind, wird Endometriose häufig erst nach vielen Jahren erkannt. Für die Behandlung gibt es verschiedene Möglichkeiten, die sich nach den Beschwerden und der persönlichen Situation richten. Neben hormonellen und medikamentösen Therapien können beispielsweise Physiotherapie oder psychologische Begleitung unterstützen. Da Endometriose unterschiedliche Lebensbereiche betreffen kann, ist häufig das Zusammenspiel verschiedener medizinischer Fachrichtungen wichtig. Eine frühzeitige Diagnose kann dazu beitragen, Beschwerden gezielt zu behandeln und die Lebensqualität zu verbessern.
Apotheken als erste Anlaufstelle für ein Beratungsgespräch
Der Tag der Endometriose am 29. September will dazu beitragen, die Erkrankung stärker ins Bewusstsein zu rücken. Als Teil der wohnortnahen Gesundheitsversorgung leisten die Apotheken in Bayern einen Beitrag dazu, Fragen zu Beschwerden und Arzneimitteln frühzeitig aufzugreifen. „Wir nehmen uns in der Apotheke gerne Zeit für die Beratung zur richtigen Anwendung und Einnahme von Arzneimitteln zur Endometriosetherapie. Denn Beschwerden rund um die Menstruation und Endometriose sind kein Tabuthema und sollten offen angesprochen werden können. Je früher mögliche Warnzeichen erkannt werden, desto schneller können Betroffene die passende medizinische Unterstützung erhalten“, so Kathrin Koller.