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Preis: Apotheken wollen mehr Verantwortung übernehmen Eröffnung des Deutschen Apothekertags in München

| Pressemitteilungen

„Der Gesetzgeber hat den Apotheken mehr Möglichkeiten, mehr Aufgaben und damit auch mehr Verantwortung in der Gesundheitsversorgung der Menschen in unserem Land gegeben. Die Apothekerschaft ist bereit, diese Verantwortung zu übernehmen“, sagte ABDA-Präsident Thomas Preis anlässlich zur Eröffnung des Deutschen Apothekertags, der noch bis 17. September 2026 in München stattfindet. 

Der ABDA-Präsident appellierte an Bundesgesundheitsminister Dr. Carsten Linnemann, der an der Eröffnung des Deutschen Apothekertags teilnahm: „Nutzen Sie die fachlich hervorragend aufgestellten Apotheken. Nutzen Sie ihre gute Erreichbarkeit und das große Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in unsere Expertise. Gemeinsam können wir dann Primärversorgung für die Menschen in unserem Land besser, schneller, wohnortnah und positiv erlebbar gestalten.“ 

Erhebliche Bedenken äußerte der ABDA-Präsident in seinem Lagebericht mit Blick auf die Tätigkeiten der ausländischen Arzneimittel-Versandhändler. „Mit großer Sorge beobachten wir aktuell die zunehmende Praxis ausländischer Versandhändler, gesetzlich vorgeschriebene Zuzahlungen für verschreibungspflichtige Arzneimittel nicht zu erheben – und mit diesem Verzicht sogar aktiv zu werben. Die ausdrücklich gewollte steuernde Wirkung der gesetzlich vorgeschriebenen Zuzahlung wird damit außer Kraft und dadurch die Stabilität unseres Gesundheitswesens aufs Spiel gesetzt wird. Das ist für uns nicht länger hinnehmbar!“ 

Bei einer Pressekonferenz der ABDA hatte Preis bereits am gestrigen Montag gefordert, dass im Sozialgesetzbuch ein ausdrückliches Verbot des Zuzahlungsverzichts und der Werbung dafür verankert werden sollte. Preis weiter: „Was wir aktuell im Versandhandelsmarkt erleben, darf nicht zum neuen Normalzustand werden. Das gilt auch für die Einhaltung der vorgeschriebenen Temperaturbedingungen beim Transport und Versand von Arzneimitteln.“ 

In seinem Grußwort zeigte Bundesgesundheitsminister Dr. Carsten Linnemann Verständnis für die Bedenken der Apothekerschaft hinsichtlich des Versandhandels. „Wenn eine Versandapotheke im Ausland mit dem Verzicht auf Zuzahlung wirbt, nennt man das volkswirtschaftlich Wettbewerbsverzerrung. Ich will keinen Keil zwischen Online und Offline treiben. Aber entweder es dürfen beide oder keiner. Ich bin der Meinung, wir müssen das abstellen.“ Linnemann erklärte außerdem, dass er es für richtig halte, die Apotheken künftig noch enger und mit mehr Aufgaben in die Primärversorgung einzubinden. „Ich finde es den richtigen Weg, wenn wir versuchen, über die Apotheken niedrigschwellig den Kontakt zu den Patientinnen und Patienten aufzugreifen.“ Der Minister kündigte zudem an, dass er sich intensiv mit dem Thema Verordnung von Medizinalcannabis beschäftigen werde. „Medizinalcannabis läuft komplett aus dem Ruder. Vor drei Jahren hatten wir 30 Tonnen Import, im Jahr 2026 waren es dann 300 Tonnen. Das darf uns als Menschen, als Bürger dieses Landes, nicht kalt lassen. Das ist Missbrauch von Medizinalcannabis – so darf es nicht weitergehen!“

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der ABDA.

ABDA-Pressemitteilung
 

 

ABDA-Präsident Thomas Preis, Bundesgesundheitsminister Dr. Carsten Linnemann (v.l.)
copyright: ABDA / Wagenzik
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