Wenn es draußen nass und kalt wird, beginnt die Erkältungszeit. Besonders Kinder im Vor- und Grundschulalter haben häufig Infekte: Acht bis zwölf pro Jahr können in diesem Alter durchaus vorkommen. Mit einer ausgewogenen Ernährung, ausreichend Schlaf, Bewegung an der frischen Luft und gründlicher Händehygiene können Eltern dazu beitragen, dass ihre Kinder gesund durch Herbst und Winter kommen. Apothekerin Kathrin Koller, Pressesprecherin der Apotheker in Bayern, gibt Tipps, worauf es jetzt ankommt.
Die drei Säulen für starke Abwehrkräfte: Ernährung, Schlaf und frische Luft
Obst und Gemüse liefern wichtige Vitamine, Mineralstoffe und weitere Nährstoffe, die der Körper für eine normale Funktion des Immunsystems benötigt. „Eltern sollten darauf achten, dass ihre Kinder auch im Winter regelmäßig frisches Obst und Gemüse essen“, empfiehlt Koller. Eine abwechslungsreiche Ernährung trägt dazu bei, den Körper mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Auch regelmäßiges Trinken und ausreichend Schlaf gehören zu einem gesunden Alltag. „Achten Sie darauf, dass Ihre Kinder über den Tag verteilt ausreichend trinken. Wasser und ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees sind dafür gut geeignet.“ Ebenso wichtig ist Bewegung im Freien: „Gehen Sie mit Ihren Kindern ruhig auch bei kühleren Temperaturen nach draußen. Mit wettergerechter Kleidung steht einem Spaziergang oder Spielen an der frischen Luft nichts entgegen“, sagt Apothekerin Koller.
Gründliches Händewaschen schützt
Wo viele Kinder zusammenkommen, wie beispielsweise in der Kita oder in der Schule, können sich Krankheitserreger leicht verbreiten. Gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife hilft, das Ansteckungsrisiko zu senken. Kathrin Koller: „Kinder sollten sich besonders nach dem Nachhausekommen, nach dem Toilettengang und vor dem Essen die Hände waschen. Wichtig ist, auch die Fingerzwischenräume und Daumen einzubeziehen und die Hände anschließend gut abzutrocknen.“
Im Krankheitsfall in der Apotheke gut beraten – Wann ist ein Arztbesuch notwendig?
Trotz aller Vorsorge lassen sich Erkältungen nicht immer vermeiden. „In der Apotheke beraten wir Eltern, welche Arzneimittel und unterstützenden Maßnahmen für das jeweilige Alter und die konkreten Beschwerden infrage kommen“, erklärt Koller. Auch bei der Anwendung von Medikamenten ist die Beratung wichtig: Apothekerinnen und Apotheker erklären beispielsweise, wie Säfte korrekt dosiert werden und worauf bei der Anwendung von Inhalationsgeräten zu achten ist. „Eltern können sich bei Fragen zur Selbstmedikation jederzeit an ihre Apotheke wenden. Wir helfen ihnen, geeignete Maßnahmen für ihr Kind auszuwählen und Arzneimittel sicher anzuwenden“, betont Apothekerin Koller. Wichtig ist allerdings, dass Eltern den Krankheitsverlauf im Blick behalten. Hohes oder anhaltendes Fieber, auffällige Mattigkeit oder wenn ein Kind kaum noch trinkt, sollten Eltern ernst nehmen. Auch bei Atemproblemen oder wenn sich der Zustand des Kindes deutlich verschlechtert, ist ärztlicher Rat gefragt.
