Das Netzwerk „Demenzfreundliche Apotheke“ weitet sich aus: Ab sofort gibt es im Landkreis Main-Spessart acht neue Apotheken, die das Logo „Demenzfreundliche Apotheke“ tragen. Sie bieten eine niedrigschwellige Anlaufstelle und unterstützende Beratung für Menschen mit Demenz sowie deren Angehörige.
Mit der steigenden Zahl der Menschen mit Demenz wächst auch die Bedeutung wohnortnaher Unterstützungsangebote. In Deutschland leben Schätzungen zufolge rund 1,84 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung, jährlich kommen etwa 440.000 Neuerkrankungen bei Menschen ab 65 Jahren hinzu. In Bayern leben derzeit rund 270.000 Menschen mit Demenz. Für 2030 werden bereits rund 300.000 und für 2040 etwa 380.000 Betroffene prognostiziert.
Apothekerin Anne Lahoda, Pressesprecherin der Apotheken im Landkreis Main-Spessart, sagt: „Eine Demenzerkrankung verändert das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen grundlegend. Gerade dann ist es wichtig, wohnortnah verlässliche Ansprechpartner zu haben. Als Apotheken sind wir für die Menschen in Main-Spessart gut erreichbar und können bei Fragen rund um Arzneimittel, die Versorgung im Alltag und weitere Unterstützungsmöglichkeiten helfen. Ich freue mich sehr, dass wir mit unseren Apotheken Teil des Netzwerks ‚Demenzfreundliche Apotheke‘ sind. So können wir unsere pharmazeutische Kompetenz gezielt einbringen, Betroffene und Angehörige unterstützen und bei Bedarf auf weitere Hilfsangebote in der Region aufmerksam machen.“
Landrat Christoph Vogel ergänzt: „Demenz geht uns alle an. Immer mehr Menschen sind selbst betroffen oder begleiten einen Angehörigen mit Demenz. Deshalb brauchen wir ein möglichst breites Netz an Unterstützungsangeboten und möglichst viele starke Partner an unserer Seite. Gerade in einem Flächenlandkreis wie Main-Spessart ist dies wichtig, um wohnortnahe Hilfe bieten zu können. Das Netzwerk Demenz und Pflege Main-Spessart hat mit der Initiative für die ‚Demenzfreundlichen Apotheken‘ einen wichtigen Beitrag dazu geleistet. Denn jede weitere Apotheke, die sich in unserem Landkreis beteiligt, stärkt dieses Netz. Herzlichen Dank an alle, die sich dieser Verantwortung stellen und Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen zuverlässig unterstützen möchten.“
„Demenzfreundliche Apotheken“ sind speziell geschulte Apotheken, die Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen gezielt pharmazeutisch beraten und bei Bedarf an geeignete Beratungs- und Unterstützungsangebote weitervermitteln. Voraussetzung für die Teilnahme am Netzwerk ist eine spezielle Schulung der Apothekerinnen und Apotheker. Neben dem Wissen über Demenzerkrankungen und deren Auswirkungen werden dabei auch regionale Hilfsangebote vermittelt. So können die Apotheken eine wichtige Lotsenfunktion übernehmen.
Bayernweit wachsendes Netzwerk
Das Projekt „Demenzfreundliche Apotheke“ wurde 2014 vom Qualitätszirkel Pharmazeutische Betreuung Augsburg der Bayerischen Landesapothekerkammer und der Alzheimer Gesellschaft Augsburg gegründet. Heute nehmen rund 380 Apotheken in 55 Landkreisen und kreisfreien Städten am Projekt teil. Die teilnehmenden Apotheken sind am grünen Logo „Demenzfreundliche Apotheke“ zu erkennen.
Im Jahr 2022 wurde das Projekt mit dem 1. Platz beim Bayerischen Demenzpreis ausgezeichnet.
Informationen, Materialien und Hintergründe zum Netzwerk finden Sie auf der WIPIG-Website:
Die teilnehmenden Apotheken im Kreis Main-Spessart:
- Apotheke im Gesundheitszentrum, Gemündenerstr. 15-17, 97753 Karlstadt
- Franken-Apotheke, Langgasse 10, 97753 Karlstadt
- Mohren-Apotheke, Hauptstr. 29, 97753 Karlstadt
- VitaFit-Apotheke, Gemündenerstr. 10, 97753 Karlstadt
- Hubertus-Apotheke Lohr am Main, Ludwigstr. 2, 97816 Lohr am Main
- Marien-Apotheke, Hauptstr. 10, 97816 Lohr am Main
- Laurentius-Apotheke, Kreuzbergstr. 5, 97828 Marktheidenfeld
- Spessart-Apotheke, Luitpoldstr. 21, 97828 Marktheidenfeld