5 Jahre Kooperation: WIPIG und digiDEM Bayern engagieren sich gemeinsam für Menschen mit Demenz
Zur Bayerischen Demenzwoche vom 18. bis 27. September 2026 ziehen das Wissenschaftliche Institut für Prävention im Gesundheitswesen der Bayerischen Landesapothekerkammer (WIPIG) und das Digitale Demenzregister Bayern (digiDEM Bayern) eine Bilanz nach fünf Jahren Kooperation. Seit 2021 arbeitet das DemenzForschungsprojekt, das die Lebensbedingungen von Menschen mit Demenz und ihren An- und Zugehörigen verbessern möchte, mit dem Netzwerk „Demenzfreundliche Apotheke" zusammen.
„Die demenzfreundlichen Apotheken sind für Betroffene und Angehörige zu einem niedrigschwelligen Anlaufpunkt direkt vor Ort geworden – inzwischen haben wir knapp 370 zertifizierte Apotheken in 18 kreisfreien Städten und 37 Landkreisen Bayerns", sagt Dr. Sonja Mayer, BLAK-Vizepräsidentin und Sprecherin des Direktoriums des Wissenschaftlichen Instituts für Prävention im Gesundheitswesen (WIPIG) der BLAK. „Was die Kooperation mit digiDEM Bayern in den letzten fünf Jahren so tragfähig gemacht hat, ist unser gemeinsames Ziel: das Leben mit Demenz in Bayern konkret zu verbessern."
Präventionscoach und weitere Angebote
Mit dem digitalen Demenzregister will digiDEM Bayern den Krankheitsverlauf über einen längeren Zeitraum besser nachvollziehen und ein genaues Bild der Versorgungssituation gewinnen. Dazu werden Menschen mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen oder Demenz sowie ihre pflegenden An- und Zugehörigen regelmäßig zu ihrer Lebenssituation befragt. Ergänzend führt digiDEM Bayern bayernweit Demenz-Screeningtage durch, bei denen Interessierte vor Ort kostenfrei ihre Gedächtnisleistung mit einem wissenschaftlichen Kurztest überprüfen lassen können. Seit Sommer 2022 haben rund 7.200 Personen an 276 Testtagen dieses Angebot genutzt (Stand 16.07.2026). Darüber hinaus bietet digiDEM Bayern digitale Unterstützungsangebote für den Alltag: Dazu zählt etwa der „Präventionscoach" – ein digitales Angebot, das pflegende Angehörige und Interessierte dabei unterstützt, präventiv aktiv zu werden und ihr eigenes Risiko besser einzuschätzen. Genau auf solche Angebote machen die Teams der demenzfreundlichen Apotheken seit Beginn der Kooperation aufmerksam.
Fazit: Eine Kooperation, die sich bewährt hat
„Fünf Jahre Zusammenarbeit mit der BLAK machen deutlich, wie relevant verlässliche Partner vor Ort sind", so der Neurologe und Versorgungsforscher Prof. Peter KolominskyRabas, Projektleiter von digiDEM Bayern und Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des WIPIG. „Gerade in ländlichen Regionen Bayerns sind die demenzfreundlichen Apotheken für Betroffene eine vertraute Anlaufstelle geblieben und leisten damit einen wichtigen Beitrag. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit!"
Über digiDEM Bayern
digiDEM Bayern baut ein digitales Demenzregister für den Freistaat auf, um den Langzeitverlauf der Erkrankung besser zu verstehen und die Versorgung von Menschen mit Demenz und ihren An- und Zugehörigen bayernweit zu verbessern. Mit mittlerweile über 3.500 Teilnehmenden ist digiDEM Bayern das größte Demenzregister Deutschlands und zählt europaweit zu den umfangreichsten Projekten seiner Art. Ergänzt wird die Registerarbeit durch bayernweite Demenz-Screeningtage zur kostenlosen Früherkennung sowie durch digitale Angebote wie die Angehörigenampel, den Präventionscoach, die digiDEM Bayern Demenzbibliothek® und den Science Watch-Newsletter. Getragen wird das Projekt von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, dem Universitätsklinikum Erlangen und dem Medical Valley EMN e.V., gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention im Rahmen des Masterplans „BAYERN DIGITAL II".
Demenzfreundliche Apotheke
Das Projekt ‚Demenzfreundliche Apotheke‘ startete im Jahr 2014 auf Initiative des Qualitätszirkels Pharmazeutische Betreuung Augsburg der Bayerischen Landesapothekerkammer und der Alzheimer Gesellschaft Augsburg.
WIPIG
Die Bayerische Landesapothekerkammer hat 2007 das Wissenschaftliche Institut für Prävention im Gesundheitswesen (WIPIG) als Institut zur Förderung des Präventionsgedankens und zur Erstellung von Präventionskonzepten gegründet. Der angestrebte Wissenszuwachs für den Bereich der Prävention soll im Interesse der Allgemeinheit gleichermaßen der Apothekerschaft wie auch den übrigen Beteiligten im Gesundheitswesen zur Verfügung stehen.
Bayerische Landesapothekerkammer
Die Bayerische Landesapothekerkammer (BLAK) vertritt mehr als 17.000 Apothekerinnen und Apotheker in ganz Bayern. Die Mitglieder sind vor allem in öffentlichen Apotheken, in Krankenhäusern, in der Industrie sowie in Wissenschaft und Forschung tätig. Zu den Mitgliedern gehören auch nicht berufstätige Apothekerinnen und Apotheker. Die Bayerische Landesapothekerkammer ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und Organ der Selbstverwaltung unseres Berufsstandes. Ihren Mitgliedern, aber auch Behörden und Gerichten dient sie als Ansprechpartner in allen den Berufsstand betreffenden pharmazeutischen und rechtlichen Fragen, insbesondere des Arzneimittel- und Apothekenrechts.
