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Tag der Apotheke: Warnung vor Leistungskürzungen für Patientinnen und Patienten Das diesjährige Aktionsmotto lautet „Wir müssen reden. Die Apotheke.“

| News, Gesundheitspolitik, Apotheker und Team

Zum morgigen Tag der Apotheke appellieren die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände und die ADEXA – Die Apothekengewerkschaft gemeinsam an die Gesundheitspolitik, bei der Arzneimittelversorgung der Bevölkerung keine Leistungskürzungen vorzunehmen oder zuzulassen. Anlässlich des diesjährigen Tages der Apotheke warnen beide Verbände bei einer Pressekonferenz in Berlin vor Reformplänen des Bundesgesundheitsministeriums.

Konkret plant das Ministerium, dass in Apotheken keine Apothekerinnen und Apotheker anwesend sein müssen. Zahlreiche Leistungen in der Arzneimittelversorgung, wie beispielsweise individuelle Rezepturen, die Abgabe von Betäubungsmitteln oder Impfungen, würden für Millionen von Patientinnen und Patienten dann wegfallen, so die Warnung von ABDA und ADEXA.

Angesichts einer immer schneller sinkenden Apothekenzahl fordern ABDA und ADEXA zudem eine spürbare Erhöhung des seit 2013 stagnierenden Apothekenhonorars von 8,35 Euro pro rezeptpflichtigem Arzneimittel, um den eklatanten Fachkräfte- und Nachwuchsmangel durch angemessene Gehälter und Tarifverträge abmildern zu können. Mit dem neuen Statistischen Jahrbuch „Die Apotheke: Zahlen, Daten, Fakten 2024“ steht ab sofort auch aktuelles Zahlenmaterial der ABDA für den Arzneimittel- und Apothekenbereich zur Verfügung.

„Die Apotheken stehen zunehmend unter Druck: Neben den Personal- und Lieferengpässen sorgen eine Überbürokratisierung und der faktisch seit 2004 bestehende Stillstand beim Apothekenhonorar dafür, dass immer mehr Apotheken schließen“, sagt ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening: „Der von Politikern und Krankenkassen oft bemühte Mythos, dass es - insbesondere in den Städten - ohnehin zu viele Apotheken gebe, ist schlicht ein falsches Bild; und nur weil man es immer wiederholt, wird es nicht wahrer. Deutschland liegt bei der Apothekendichte im EU-Vergleich auf einem der hintersten Ränge.“ Overwiening weiter: „Wenn die vom Bundesgesundheitsministerium derzeit angedachten Eckpunkte zu einer Apothekenreform Realität würden, würde die Versorgung vor Ort in einem noch nie dagewesenen Maß ausgedünnt, ja sogar ganz aufs Spiel gesetzt. Anstatt die Apotheken zu stabilisieren und Neugründungen für junge Apothekerinnen und Apotheker wieder attraktiv zu machen, soll den Apotheken ihre Kernkompetenz genommen werden, es würden die Versorgung gefährdende Scheinapotheken ermöglicht.“

Eine von der ABDA initiierte Online-Umfrage, an der zwischen dem 22. April und dem 1. Juni 2024 knapp 41.000 Bürgerinnen und Bürger teilnahmen, belegt das hohe Ansehen der Apotheken in der Bevölkerung: Rund 94 Prozent der Befragten gibt an, nicht auf die Apotheke vor Ort als Institution in der Primärversorgung verzichten zu wollen. Jeweils 93 Prozent sind der Meinung, dass die in den Apotheken hergestellten Rezepturen sowie auch die Nacht- und Notdienste unbedingt erforderlich sind. Rund 94 Prozent der 2 Umfrageteilnehmenden würden eine Vergütungserhöhung begrüßen – auch damit die Eröffnung neuer Apotheken wieder attraktiv wird.

ADEXA-Bundesvortand Andreas May erklärt in einem schriftlichen Statement: „Fakt ist: Die Tarifverhandlungen für das Jahr 2024 stagnieren seit letztem Herbst. Als Gewerkschaft für die noch verbleibenden Betriebe ist uns daher wichtig: Die Apotheken brauchen dringend mehr Geld! Sie brauchen vor allem eine angemessene, dynamische Vergütung von den Krankenkassen für die tägliche, unverzichtbare Leistung der Apothekenteams! Damit ADEXA endlich auskömmliche Gehälter und tarifliche Arbeitsbedingungen aushandeln kann.“ May weiter: „Von den Änderungen, die Minister Lauterbach nach bisherigem Kenntnisstand plant, wären die Mitarbeitenden in den Apotheken besonders betroffen. Ein wichtiger Punkt: Die PTA sind nach ihrer jetzigen Ausbildung weder in der Lage noch willens, eine Arzneimittelabgabestelle zu leiten – ich will in diesem Zusammenhang bewusst nicht von Apotheke sprechen. Außerdem ist auch die PTA mittlerweile ein Mangelberuf. Dieser Vorschlag ist also aus mehreren Gründen keine Lösung gegen das Apothekensterben.“

Seit 1998 ruft die ABDA jedes Jahr den Tag der Apotheke aus. Jeweils am 7. Juni werden Gesellschaft, Politik und Medien auf das umfangreiche Leistungsspektrum und die herausragende Bedeutung der Vor-Ort-Apotheken hingewiesen. Zum morgigen 7. Juni sind alle Apotheken unter dem Motto „Wir müssen reden“ aufgerufen, mit Politikerinnen und Politikern in der eigenen Offizin darüber zu sprechen, welche unverzichtbaren Leistungen die Apotheken vor Ort tagtäglich für Patientinnen und Patienten erbringen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der ABDA.

Pressemitteilung ABDA

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