Holetschek verleiht Bayerischen Demenzpreis Bayerns Gesundheitsminister würdigt innovative Projekte für Menschen mit Demenz in Unterfranken, Oberbayern und der Oberpfalz

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Bayerns Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek hat sechs herausragende Projekte aus Unterfranken, Oberbayern und der Oberpfalz mit dem Bayerischen Demenzpreis 2022 ausgezeichnet.

Der Minister betonte am Freitag anlässlich der Preisverleihung in Augsburg: „Wir wollen das Leben von Menschen mit Demenz und ihrer An- und Zugehörigen in Bayern weiter verbessern. Denn neben der pflegerischen und medizinischen Versorgung geht es um die Sensibilisierung der Gesellschaft, um die Verbesserung der Lebensqualität aller Beteiligten und um deren Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Und genau dazu tragen auch die erfolgreich umgesetzten Projekte der Preisträger des Bayerischen Demenzpreises bei.“

Der Minister unterstrich: „Ich freue mich sehr, dass das Interesse an unserem Bayerischen Demenzpreis auch nach sieben Jahren ungebrochen ist: Wir haben aus 52 Bewerbungen aus ganz Bayern sechs tolle Projekte ausgewählt.“

Der erste Preis ging an das Wissenschaftliche Institut für Prävention im Gesundheitswesen (WIPIG) der Bayerischen Landesapothekerkammer für ihr bayernweites Netzwerk „Demenzfreundliche Apotheke“. Mit dem zweiten Preis ausgezeichnet wurde die Caritas Sozialstation aus Neumarkt in der Oberpfalz für ihren Offenen Treff und die Begegnungsstätte „In Kontakt bleiben“ für jung an Demenz erkrankte Menschen sowie ihre Lebenspartner und Angehörigen. Der dritte Preis würdigt das Projekt „Virtuell betreutes Wohnen zu Hause“ des Bayerischen Roten Kreuzes, Kreisverband Traunstein (Oberbayern). Der 1. Preis des Bayerischen Demenzpreises ist mit 3.000 Euro dotiert. Der 2. Preisträger erhält 2.000 Euro. Für den 3. Preis gibt es 1.000 Euro.

Neben den drei Preisträgern wurden folgende Projekte mit einer Anerkennungsurkunde gewürdigt: „Natur – unvergesslich“, der unterfränkischen Gemeinde Sandberg, die monatliche Spaziergänge zu einem naturnahen Thema für Menschen mit Demenz anbietet, „Menschen mit Demenz im Krankenhaus team- und kompetenzorientiert versorgen“ des Universitätsklinikums Regensburg sowie die „Theatergruppe Demenz“ des Seniorenzentrums der Residenzia München Sozialbetriebe GmbH in Kooperation mit dem Münchner Theaterkollektiv „What you see is what you get“.

Holetschek fügte hinzu: „Ich wünsche mir, dass diese Ansätze eine Inspiration sind und auch an anderen Orten in Bayern ähnliche Projekte umgesetzt werden. Denn das ist das Ziel unseres Bayerischen Demenzpreises: Wir wollen die ausgezeichneten Ideen nicht nur würdigen, sondern sie auch bekannt machen und zur Nachahmung anregen.“ Seit der Etablierung des Bayerischen Demenzpreises im Jahr 2015 wurden 15 Projekte mit dem Preis ausgezeichnet und 11 Anerkennungen verliehen.

Der Minister ergänzte: „Die Zahl der Menschen mit Demenz ist groß. Bereits heute leben in Bayern mehr als 240.000 Betroffene, im Jahr 2030 werden es voraussichtlich 300.000 Menschen mit Demenz sein. Unser Ziel muss es daher sein, die Gesellschaft zu sensibilisieren und für mehr Akzeptanz zu sorgen. Wir brauchen eine Gesellschaft, in der Menschen mit Demenz mittendrin sind.“

Den ersten Preis bekam das WIPIG der Bayerischen Landesapothekerkammer für den Aufbau des Netzwerkes „Demenzfreundliche Apotheke“, dem bayernweit über 200 Apotheken angehören. Das Personal dieser „Demenzfreundlichen Apotheken“ ist eigens geschult und in der jeweiligen Region mit lokalen Partnern vernetzt. Die ausgewiesenen „Demenzfreundlichen Apotheken“ tragen durch Wahrnehmung ihrer Lotsenfunktion dazu bei, dass Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen Beratungs- und Hilfsstrukturen früher nutzen – dies ist eine wichtige Voraussetzung zur Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen.

Der zweite Preis ging an die Caritas Sozialstation aus Neumarkt in der Oberpfalz für ihr Projekt „In Kontakt bleiben“, einem offenen Treff und einer Begegnungsstätte speziell für jung an Demenz erkrankte Menschen sowie ihre Lebenspartner und Angehörigen. Angeboten werden dort unter anderem Sport, kognitive Angebote, aber auch geführte Gespräche. Das Projekt basiert auf einem großen Netzwerk, das unter anderem vom Kulturamt, über den Historischen Verein bis zum Obst- und Gartenbauverein reicht. Dadurch können jung von Demenz betroffene Menschen weiterhin in verschiedenen Lebensbereichen teilhaben.

Mit dem dritten Preis wurde der Kreisverband Traunstein (Oberbayern) des Bayerischen Roten Kreuzes für sein Projekt „Virtuell betreutes Wohnen zu Hause“ ausgezeichnet, das Menschen mit Demenz unterstützt, um länger selbstbestimmt zuhause leben zu können. Eine Vielzahl von digitalen Möglichkeiten und Hilfsmitteln sowie ehrenamtliche Digitalisierungspaten, die bei der Anwendung unterstützen, tragen zu einer Verbesserung der Lebensqualität bei.

Der Bayerische Demenzpreis wird seit 2015 verliehen. Für den Preis können sich Verbände, Vereine, Kommunen, Schulen, Organisationen und Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens, Körperschaften des Öffentlichen Rechts sowie Unternehmen bewerben.

Die Aufzeichnung der Verleihung sowie weitere Informationen zum Bayerischen Demenzpreis finden Sie unter www.demenzpreis.bayern.de.

 

Der Bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (rechts) überreicht den Bayerischen Demenzpreis an Dr. Jens Schneider, Vorstandsmitglied der Alzheimer Gesellschaft Augsburg e.V., BLAK-Vorstandsmitglied Cynthia Milz und BLAK-Vizepräsidentin Dr. Sonja Mayer (v.l.n.r.). Foto: ©StMGP
Dr. Michael Brüch, Stephan Ott, Dr. Sonja Mayer, Cynthia Milz, Sebastian Lenhart, Anne Fusshöller (v.l.n.r.) freuen sich über den 1. Platz beim Bayerischen Demenzpreis.
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