Viele Apotheken in Bayern unterstützen Patientinnen und Patienten mit pharmazeutischen Dienstleistungen. Dabei geht es um mehr als die normale Beratung: Apothekerinnen und Apotheker prüfen Wechselwirkungen, ergänzen oder erstellen Medikationspläne und geben Tipps zur richtigen Medikamenteneinnahme.
„Tabletten, die nicht oder falsch eingenommen werden, können keine Wirkung entfalten“, erklärt Apothekerin Kathrin Koller, Pressesprecherin der Apotheker in Bayern und ergänzt: „Gerade bei mehreren Medikamenten oder bei neuen Therapien ist die Beratung durch geschultes Apothekenpersonal besonders wichtig.“ Zusätzlich bieten viele Apotheken praktische Hilfen an: Inhalationstechnik üben, Blutdruckkontrolle, Nachsorge nach Organtransplantationen oder intensive Beratung bei Krebstherapien. Alle diese Leistungen übernehmen die Krankenkassen – für Patientinnen und Patienten entstehen keine Kosten.
Beratung bei Polymedikation: Jeder Mensch, der dauerhaft fünf oder mehr verordnete Arzneimittel einnimmt, kann sich ausführlich und umfassend beraten lassen. Apothekerinnen und Apotheker prüfen dabei alle Medikamente – verschreibungspflichtige, frei verkäufliche und Nahrungsergänzungsmittel. Dokumentiert wird diese Beratung in einem vollständigen und aktuellen Medikationsplan für die Patienten.
Inhalationstechnik üben: Kinder und Erwachsene mit Atemwegserkrankungen können in der Apotheke die korrekte Anwendung ihres Medikaments im Rahmen der pharmazeutischen Dienstleistung unter Anleitung praktisch üben. „Richtig inhalieren ist schwieriger als viele denken. Vier von fünf Menschen mit Asthma wenden ihre Arzneimittel zur Inhalation, ohne es zu ahnen, nicht richtig an“, sagt Koller. „Nutzen Sie deshalb dieses kostenlose Angebot und üben Sie die korrekte Anwendung.“
Betreuung bei Bluthochdruck: Auch wer einen ärztlich diagnostizierten Bluthochdruck hat und Blutdrucksenker nimmt, bekommt eine Betreuung durch pharmazeutisches Personal. Apothekerin Koller: „Bluthochdruck wird oft unterschätzt – ist aber alles andere als harmlos. Viele Apotheken bieten Bluthochdruckpatienten die Kontrolle der Blutdruckwerte an. Das dauert ungefähr eine Viertelstunde.“
Orale Krebstherapie: Die Einnahme von Krebsmedikamenten erfolgt zunehmend zu Hause in Tablettenform. „Die Beratung in der Apotheke wird dadurch immer wichtiger. Wir können hiermit die Arzneimitteltherapiesicherheit deutlich verbessern“, so Koller.
Betreuung nach Organtransplantation: Auch Menschen, die nach einer Organtransplantation neue Arzneimittel einnehmen, um die körpereigene Abstoßungsreaktion zu hemmen (Immunsuppressiva), haben Anspruch auf Betreuung in der Apotheke.
Apothekerin Koller: „Pharmazeutische Dienstleistungen sind ein wichtiger Schritt zu mehr Versorgungsqualität, denn sie fördern Therapietreue und helfen, unerwünschte Wirkungen zu vermeiden. Patientinnen und Patienten sollten sich bei ihrer Apotheke vor Ort informieren und gleich einen Termin vereinbaren.“