Notdienst und Dienstbereitschaft Alles über Rufbereitschaft, Notdiensttausch und Dienstbefreiung

In Bayern haben an Werktagen rund 3200 Apotheken geöffnet.  Etwa acht Prozent dieser Apotheken leisten täglich Nacht- und Notdienst – auch an Sonn- und Feiertagen. Die hohe Dienstbereitschaft und der zuverlässige Notdienst sind ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal der Apotheke vor Ort.

Wir stellen die Einteilung der Notdienste in Bayern sicher. Hierfür erstellen wir jedes Jahr Notdienstpläne für alle rund 160 Notdienstkreise in Bayern und sind bei allen Fragen rund um das Thema Notdienst der Ansprechpartner. Dienstbefreiungen und Rufbereitschaft müssen die Apotheken bei uns beantragen. Zudem muss eine Apotheke uns rechtzeitig informieren, wenn sie einen Notdienst tauschen möchte.

Der Notdienst ist keine reguläre Versorgung, sondern soll die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung im Notfall sicherstellen. Wir vermitteln dabei zwischen den Interessen der Patientinnen und Patienten und denen der Apothekerinnen und Apotheker. Die Patienten wünschen sich eine möglichst einfache Arzneimittelversorgung auch im Notfall. Dem stehen die Arbeitsschutzinteressen des betroffenen Apothekenpersonals gegenüber. Bei der Einteilung der Notdienste suchen wir deshalb stets nach einem Kompromiss zwischen beiden Seiten, um die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung im Notfall sicherzustellen.

Die Rufbereitschaft

Während des Notdienstes müssen Sie sich grundsätzlich in der Apotheke aufhalten. Von dieser Verpflichtung kann im Falle einer genehmigten Rufbereitschaft abgewichen werden. Die Rufbereitschaft beantragen Sie bei uns. Wir prüfen den Antrag und erteilen die Genehmigung, wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind:

  • ständige Erreichbarkeit des Apothekenleiters oder einer vertretungsberechtigten Person über eine Gegensprechanlage, durch Rufumleitung der Notdienstglocke sowie durch Rufumleitung des Festnetzanschlusses der Apotheke auf ein Mobiltelefon
  • ständige Erreichbarkeit auch während des Weges zur Apotheke beziehungsweise auf dem Rückweg
  • maximale Wartezeit von zehn Minuten für den Kunden
  • nachvollziehbare Begründung für die Rufbereitschaft – beispielsweise geringe Kundenfrequenz

Die Genehmigung der Rufbereitschaft erfolgt personenbezogen, ist also beim Wechsel der Apothekenleitung neu zu beantragen. Die Gebühr für eine Rufbereitschaft beträgt 100 Euro.

Antrag Rufbereitschaft

Der Notdiensttausch

Jeder Notdiensttausch stellt eine Abweichung von der angeordneten Dienstbereitschaft dar. Deshalb sollten Sie die Tauschaktionen auf ein Minimum reduzieren. Nur so ist zu gewährleisten, dass die Öffentlichkeit jederzeit korrekt über die aktuellen Notdienste informiert ist. Dies geschieht über Aushänge, im Internet, bei den ärztlichen Notdiensten und in der Presse.

Ist ein Notdiensttausch erforderlich, müssen Sie diesen rechtzeitig bei uns beantragen. Dafür verwenden Sie bitte ausschließlich das nachfolgende Antragsformular. Der Antrag muss von beiden tauschenden Apotheken vollständig und gut lesbar ausgefüllt und unterschrieben an uns übermittelt werden – per Fax, E-Mail oder Post.

Sie sind verpflichtet, die Apotheken im eigenen als auch in angrenzenden Notdienstkreisen über den genehmigten Notdiensttausch zu informieren. An der nicht dienstbereiten Apotheke müssen Sie einen gut lesbaren Hinweis auf die nächstgelegenen dienstbereiten Apotheken anbringen. Dieser Hinweis muss mindestens zwei Apotheken enthalten. Diese können sich auch in angrenzenden Dienstkreisen befinden, entscheidend ist die räumliche Nähe. Zudem ist die örtliche Presse nach Genehmigung des Tausches zu informieren.

Antrag Notdiensttausch

Informationen des Nacht- und Notdienstfonds

Zu Ihrer Unterstützung stellt Ihnen der Nacht- und Notdienstfonds des Deutschen Apothekerverbandes e. V. (NNF) eine Übersicht zu vielen relevanten Fragen rund um Themen wie das Apothekennotdienstsicherstellungsgesetz (ANSG) und die Notdienstpauschale zur Verfügung.

Zur NNF-Übersicht des DAV

Die Dienstbefreiung

Dienstbefreiungen sind bis zu einer Dauer von maximal sechs Wochen im Jahr möglich. Den Antrag können Sie formlos per E-Mail, Fax oder Post unter Angabe des Apothekennamens, des Apothekenleiters, des Zeitraums und des Befreiungsgrundes stellen. Ist die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung während des entsprechenden Zeitraums durch andere Apotheken im Umkreis sichergestellt, genehmigen wir die Befreiung. Die hierfür anfallende Gebühr richtet sich nach der Länge der Dienstbefreiung – gemessen in Tagen. Die Apotheke muss die angrenzenden Apotheken, die Kunden und die örtliche Presse rechtzeitig darüber informieren, dass und wie lange die Apotheke geschlossen hat. Während des Befreiungszeitraums sind Notdienste vorrangig mit anderen Apotheken zu tauschen.

Öffnungszeiten

Ist die Apotheke nicht zum Notdienst eingeteilt, ergeben sich aus dem Ladenschlussgesetz sowie den Allgemeinverfügungen der Bayerischen Landesapothekerkammer vom 30. Oktober 2020 und vom 22. März 2021 folgende Vorgaben zu den Öffnungszeiten. Sie tragen der Corona-Pandemie Rechnung und gelten derzeit befristet bis 12. Juli 2021:

Pflicht- beziehungsweise Mindestöffnungszeiten
montags, dienstags, donnerstags, freitags09:00 bis 12:00 Uhr
16:00 bis 18:00 Uhr
mittwochs09:00 bis 12:00 Uhr
samstagskeine Pflichtöffnungszeiten
Maximal mögliche Öffnungszeiten
montags bis samstags06:00 bis 22:00 Uhr
sonntags und feiertags12:00 bis 18:00 Uhr

Die Notdienstanordnungen bleiben unverändert bestehen!

Für Schließung insbesondere aufgrund einer behördlichen Quarantäne-Anordnung beziehungsweise wegen akuten Personalmangels gilt:

Sollten Sie Ihre Apotheke aufgrund der aktuellen Situation vorübergehend komplett schließen müssen und deshalb die oben genannten Mindestöffnungszeiten nicht einhalten können, bitten wir um Mitteilung dieser Schließung  an die BLAK per Fax unter 089 - 92 62 66 oder E-Mail an notdienst@blak.de. Teilen Sie uns in diesem Fall bitte mit, ab wann bis voraussichtlich wann Ihre Apotheke geschlossen ist.

Allgemeinverfügung Coronavirus - 30.10.2020

Allgemeinverfügung Coronavirus - 22.03.2021

Mittwochnachmittag und Samstagvormittag

Jede Apotheke kann eine Dienstbefreiung für Mittwochnachmittage beziehungsweise Samstagvormittage beantragen. Eine erteilte Genehmigung kann jederzeit widerrufen werden. Das gilt insbesondere dann, wenn eine der Voraussetzungen für die Genehmigung nicht mehr vorliegt oder wenn es zu einer begründeten Änderung der Verwaltungspraxis kommt. Die Genehmigung erfolgt zudem personenbezogen, also für die jeweilige Apothekenleiterin oder den jeweiligen Apothekenleiter. Sie gilt, solange Sie Inhaberin oder Inhaber der Betriebserlaubnis für die jeweilige Apotheke sind. Sie können von der Erlaubnis Gebrauch machen, müssen dies aber nicht. Bei einem Leitungswechsel muss die Dienstbefreiung für Mittwochnachmittage beziehungsweise Samstagvormittage neu beantragt werden.

Den Antrag können Sie formlos bei uns stellen – zum Beispiel per E-Mail oder Fax. Gerne können Sie dafür das entsprechende Formular verwenden. Wir haben beide Formulare direkt hier verlinkt.

Antrag Mittwochnachmittagsbefreiung

Antrag Samstagvormittagsbefreiung

Gründonnerstag und Ostersamstag

Die Öffnungszeiten sind im Bereich der Apotheken grundsätzlich in Bayern durch Allgemeinverfügungen geregelt, die BLAK ist hier die primär zuständige Stelle zur Regelung der Öffnungszeiten der öffentlichen Apotheken in Bayern. Für Ostern gilt die beigefügte Allgemeinverfügung vom 30. Oktober 2020 aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2, die Folgeregelung ist aktuell erlassen.

Daher gehen wir im Moment davon aus, dass Apotheken, gerade im Hinblick auf deren Versorgungsrelevanz, auch für die Zeiten der geplanten so genannten Ruhetage weiterhin geöffnet sein dürfen. Dies macht auch grundsätzlich Sinn, zumal neben der wichtigen Aufgabe der Arzneimittelversorgung der Bevölkerung zumindest teilweise auch Corona-Schnelltests von Apotheken durchgeführt werden.

Derzeit kann aber die Frage der Öffnungsmöglichkeit von Apotheken an Gründonnerstag und Ostersamstag auch von uns noch nicht abschließend beantwortet werden, da wir abwarten müssen, wie konkret die gestrigen Beschlüsse vom Gesetzgeber umgesetzt werden.

Wir haben bereits den Kontakt mit unserem Gesundheitsministerium aufgenommen und auf unsere derzeitige Lesart im Hinblick auf die von uns erlassene Allgemeinverfügung hingewiesen und um Rückmeldung gebeten, falls der Landesgesetzgeber dies abweichend von den Bestimmungen der Allgemeinverfügungen regeln möchte.

Bitte berücksichtigen Sie, dass wir weitergehende Anfragen hierzu derzeit nicht beantworten können.

Hinweis: Eine gesonderte Einzelbefreiung für Mittwochnachmittage und Samstagvormittage ist bis 12. Juli 2021 nicht erforderlich.

Kontakt mit der Abteilung Notdienst und Dienstbereitschaft

Anfragen an die Abteilung Notdienst und Dienstbereitschaft adressieren Sie bitte an diese E-Mail-Adresse: notdienst@blak.de. Die Ansprechpartnerin für Ihr Anliegen kann auf dieses Postfach ebenso zugreifen wie bei Abwesenheit die Kolleginnen.

Ihre Ansprechpartnerinnen für den Bereich Notdienst
Ivana Belic
Notdienst (Schwerpunkt)
Rezeptsammelstellen
  • Telefon:
    089 92 62 - 33
  • Telefax:
    089 92 62 - 66
Caroline Holzmann
Notdienst
Rezeptsammelstellen (Schwerpunkt)
  • Telefon:
    089 92 62 - 37
  • Telefax:
    089 92 62 - 66
Vanessa Schröttinger
Rechtsassessorin (Ass. Jur.)
Leiterin Notdienst
Leiterin Rezeptsammelstellen
  • Telefon:
    089 92 62 - 35
  • Telefax:
    089 92 62 - 66
Platzhalterbild für fehlende Mitarbeiter-Portraits der Bayerischen Landesapothekerkammer.
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